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«Hochdorf» will investieren und expandieren

Hochdorf profitiert von den steigenden Milchpulverpreisen und will mehr exportieren. Laut ob bei steigenden Milchpreisen Schweizer Hersteller wettbewerbsfähig bleiben, ist fraglich.

von Foodaktuell Importer


2006 hat Hochdorf 253’000 Tonnen Milch zu Milchpulver verarbeitet. “Dieses Jahr werden wir rund 297’000 Tonnen Milch zu Milchpulver verarbeiten”, sagt Jiri Paukert, Leiter Unternehmenskommunikation bei der Hochdorf-Gruppe. Der Grund für die
Produktionssteigerung von 44‘000 Tonnen
liegt in der weltweit steigenden Nachfrage
nach Milchpulver. „In ihrer 112-jährigen
Geschichte erlebt die Hochdorf-Gruppe
zum ersten Mal, dass Milchpulver in der
Schweiz günstiger gehandelt wird als im
übrigen Europa”, schreibt Hochdorf in einer
Medienmitteilung vom Dienstag, 5. Dezember
2007.

Neben der guten Nachfrage ist die Produktionssteigerung
laut Paukert darauf zurückzuführen,
dass Hochdorf von den verschiedenen
Produzentenorganisationen und
Produzenten-Milchverwerter-Organisationen
mehr Milch erhalten habe als letztes
Jahr. Es sei weniger Milch zu Käse verarbeitet
worden, dies sei günstig für die Milchpulverproduktion.

Von 1‘800 auf 20‘000 Tonnen

Der Export läuft bei Hochdorf auf Hochtouren. Hochdorf produziert neben Milchpulver
und Säuglingsmilchen auch andere Babynahrung
wie Cerealien und Gläserkost.
Im Februar 2006 wurde die Hochdorf Nutricare
AG gegründet, die auf den Export von
Babynahrung spezialisiert ist. „Während
Hochdorf Nutricare AG 2006 einen Umsatz
von 1,8 Millionen Franken erwirtschaftet
hat, sind es in diesem Jahr bereits 10 Millionen
Franken”, sagt Paukert.

Die Nachfrage
nach Schweizer Babynahrung wie Säuglingsmilchen,
Cerealien und Gläserkost
wachse enorm. „Viele ausländische Kindernährmittelhersteller
wollen ihr Sortiment
mit unserer Schweizer Premium-Linie ergänzen”,
sagt Paukert. Hat Hochdorf 2005
noch knapp 1‘800 Tonnen Babynahrung
hergestellt, würden es in diesem Jahr bereits
rund 5‘500 Tonnen sein. Bis 2012 will
Hochdorf den Absatz von Babynahrung sogar
auf 20‘000 Tonnen erhöhen.

Produktionskapazitäten ausweiten

In den nächsten zwei Jahren will die Hochdorf-
Gruppe rund 60 Millionen Franken investieren.
„Wir wollen die Trocknungstechnologien
ausbauen und modernisieren, um
mehr Milchpulver verarbeiten zu können”,
so Paukert. Zudem würden zwei neue Verpackungslinien
angeschafft, um die Produktionskapazitäten
zu vergrössern. Auch
soll Geld in eine neue biotechnologische
Produktionslinie gesteckt werden. Was genau
hinter dieser neuen Produktionslinie
steckt, will Paukert nicht sagen, ausser
„dass es nichts mit Gentechnik zu tun
hat.”

Auf der Suche
nach einer Tochterfirma

Die gute und aussichtsreiche Marktsituation
der Hochdorf-Gruppe wird laut Paukert
auch auf dem Aktienmarkt goutiert. Die an
der Berner Börse kotierte Hochdorf-Aktie
habe im laufenden Jahr über 80 Prozent zugelegt.
Das Unternehmen wurde von der
Wirtschaftszeitung „Finanz und Wirtschaft”
im Oktober deshalb auch schon als Überflieger
der Berner Börse betitelt.

Laut Paukert
reflektiert der steigende Aktienkurs das Geschäftsresultat
der Hochdorf-Gruppe. „Unsere
Eigenkapitalbasis liegt deutlich über 50
Prozent”, sagt er. „In Zukunft wollen wir unsere
Geschäftstätigkeit ausweiten und sind
deshalb auf der Suche nach einer geeigneten
Tochterfirma.” Angebote aus dem Inund
Ausland seien bereits geprüft worden.

Die Hochdorf-Gruppe hat mit ihren Abnehmern
wie beispielsweise der Schokoladeindustrie
oftmals Jahresverträge. „Weil
der Milchpreis auf dem Markt immer stärkeren
Schwankungen ausgesetzt ist, müssen
wir unsere Strategie bei den Preisverhandlungen
überdenken”, sagt Paukert.

Im Ausland konkurrenzfähig?

„Derzeit sind die Preise für Magermilchpulver
wieder am Sinken“, bestätigt Beat
Stierli, Geschäftsführer der Branchenorganisation
Schweizer Milchpulver. Da wenig
gehandelt werde, seien sowohl in der EU
wie auch auf dem Weltmarkt grosse Preisdifferenzen
feststellbar. „Mittelfristig dürften
sich die Milchpulverpreise aber auf
einem höheren Niveau als vor der Preishausse
einpendeln.“ Die Preise würden
insbesondere von der künftigen Entwicklung
der weltweiten Konjunktur und von
der Nachfrage für die Energieproduktion
von Biotreibstoffen bestimmt.

„Die relativ hohen Preise führen vermehrt
dazu, dass die Verarbeitungsindustrie billigere
Rohstoffe einsetzen“, sagt Stierli. Magermilchpulver
werde bei gewissen Produkten
ganz oder teilweise durch das
preisgünstigere Molkenpulver ersetzt, soweit
dies ohne übermässige Qualitätseinbussen
möglich sei. Zudem sei schwierig
abzuschätzen, wie sich die derzeitige Hypothekenkrise
in den USA auf die weltweite
Wirtschaftslage auswirken werde und
wie die Milchproduzenten auf die neue
Marktsituation reagieren würden.

„Für die inländischen Milchpulverproduzenten
ist entscheidend, wie sich der Milchpreis
in der Schweiz entwickelt”, sagt Stierli.
Es sei zwar verständlich, dass die Bauern
kurzfristig mehr Geld für ihre Milch wollten
und auch erhielten. „Längerfristig werden
die Beschaffungskosten in der Schweiz im
Vergleich zum Ausland entscheiden, ob die
Schweizer Milchpulverhersteller im Export
wettbewerbsfähig sind.“ (Text und Bild: LID, Helene Soltermann).

Medienmitteilung der HOCHDORF-Gruppe: HOCHDORF positioniert sich für offene Märkte

Die Nahrungsmittelgruppe HOCHDORF bewegt sich derzeit in
einem günstigen Marktumfeld. Der Export von Kindernährmitteln boomt, die Weltmarkt-Preise
für Milchpulver sind explodiert. Allein in diesem Jahr wurden per dato 25 neue Arbeitsplätze
geschaffen, und es zeichnet sich umsatz- und ertragsmässig ein Rekordjahr ab. Jetzt
positioniert sich das Unternehmen für offene Märkte und lanciert für die nächsten zwei Jahre
ein beachtliches Investitionsprogramm. Die HOCHDORF-Aktie gehört zu den Überfliegern des
Jahres an der Berner Börse.

Im Jahr 2007 sind die Nahrungsmittel-Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt regelrecht in die Höhe
geschnellt. Die Gründe sind die steigende Nachfrage in aufstrebenden Märkten wie China und Indien,
die Konkurrenz am Rohwarenmarkt durch Biotreibstoffe und die weltweit leeren Lager. Vom
Preisanstieg profitiert auch das Milchpulver, dessen Herstellung zum Kerngeschäft der HOCHDORFGruppe
gehört. In ihrer 112-jährigen Geschichte erlebte HOCHDORF zum ersten Mal, dass Schweizer
Milchpulver preisgünstiger gehandelt wurde als im übrigen Europa – entsprechend begehrt ist der
weisse Rohstoff aus Hochdorf.

Babynahrung boomt

Das Milchpulver, welches in der Schokolade- und Lebensmittelindustrie häufig zum Einsatz kommt,
bildet auch einen Hauptbestandteil von Säuglingsmilchen. In diesem Segment wurde im Februar 2006
die HOCHDORF Nutricare AG gegründet, um den Export der Kindernährmittel zu beschleunigen. Die
Nachfrage nach den in der Schweiz hergestellten Premium-Produkten wächst enorm. Dieses Jahr
exportierte HOCHDORF bereits nach Deutschland, Russland, China, Taiwan, Iran, Israel, Rumänien,
Türkei und Italien; im Jahr 2008 werden Spanien, Frankreich, Niederlande, Griechenland, Ägypten,
Sudan, Saudi-Arabien und weitere Nahost-Länder hinzu kommen.

Stellte HOCHDORF im Jahr 2005
noch knapp 1800 Tonnen Babynahrung her (Säuglingsmilchen, Cerealien, Gläschen), so werden es
2007 bereits rund 5500 Tonnen sein. Bis zum Jahr 2012 soll der Absatz von Babynahrung gemäss
Businessplan gar auf 20’000 Tonnen erhöht werden.

Rund 60 Millionen Investitionen

Um diese und weitere Steigerungen in anderen Geschäftsbereichen (Weizenkeime, Bäckereiprodukte,
Milchderivate und genussvolle Gesundheitsprodukte) in der Produktion bewältigen zu können, hat die
HOCHDORF-Gruppe für die nächsten zwei Jahre ein Investitionsprogramm von rund CHF 60
Millionen lanciert. Dabei soll die Ausstoss-Kapazität bezüglich Geschwindigkeit und Volumen stark
erhöht werden. Im Fokus stehen zusätzliche Trocknungskapazitäten, neue Verpackungslinien sowie
eine neue biotechnologische Produktionslinie in Zusammenarbeit mit einem internationalen Partner.

Damian Henzi, CEO der HOCHDORF-Gruppe, sagte an der internen Informationsveranstaltung: „Wir
bewegen uns derzeit in einem nachhaltigen Marktumfeld. Daher wollen wir den Gewinn wieder
investieren, um uns erfolgversprechend für die offenen Märkte zu positionieren.“ Die gute und
aussichtsreiche Marktsituation der Nahrungsmittel-Gruppe wird auch vom Aktienmarkt goutiert. Der an
der Berner Börse kotierte Titel (Kürzel HOCN) rückte im laufenden Jahr über 80 Prozent vor. Die
Finanz & Wirtschaft bezeichnete HOCHDORF im Oktober deshalb als Überflieger der Berner Börse.


Hochdorf über sich selbst

Die HOCHDORF-Gruppe mit Hauptsitz in Hochdorf unterhält drei Produktionsstandorte
und beschäftigt über 430 Mitarbeitende. Sie ist eines der
führenden Nahrungsmittel-Unternehmen der Schweiz. Aus natürlichen Rohstoffen
wie Milch und Weizenkeimen gewonnen, leisten die HOCHDORFProdukte
seit 1895 einen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden von Babys
bis hin zu Senioren. Zu den Kunden zählen die Lebensmittelindustrie, der
Detailhandel, Bäckereien und die Gastronomie. Die Produkte werden in über
40 Ländern verkauft. (Medienmitteilung Hochdorf-Gruppe)