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Seafood-Megathema: Nachhaltigkeit

Die fish international vom 10. bis 12. Februar 2008 gilt als das Branchenereignis für neue Kontakte, mit interessanten Themen und einem grossen Produkt- und Qualitätsangebot. Bereits zum elften Mal findet die Fachmesse für Fisch und Seafood in Bremen statt.

von Foodaktuell Importer

«fish international» 10.-12.2.2008 in Bremen: Man setzt auf nachhaltige und Bio-Produkte
„Nachhaltigkeit von Fisch und Seafood ist das zentrale Thema, dem wir auf der fish international 2008 ein breites Forum bieten.

Experten aus den Bereichen Fischfach-, Gross- und Lebensmittelhandel sowie Industrie informieren über neueste Entwicklungen in Sachen Herkunftssicherung und zeigen auf, mit welchen konkreten Massnahmen sie auf die steigende Nachfrage reagieren“, sagt Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der MGH Messe- und Ausstellungsgesellschaft Hansa GmbH.

Mit dabei ist der Gross-Caterer ARAMARK, der seit Frühjahr diesen Jahres sein Fischsortiment auf Produkte aus nachhaltigem Fischfang umstellt. „Es ist erkennbar, dass sich die Gäste zunehmend mit dem Thema beschäftigen. Das führt an der einen oder anderen Stelle zu konstruktiven Diskussionen. Das Feedback unserer Gäste nehmen wir ernst und lassen es in unsere langfristige Strategieplanung einfliessen“, sagt Christoph Wörner, Bereichsleiter Zentraleinkauf bei ARAMARK. Im Rahmen des GV-Forums berichtet er über die Strategie des Unternehmens zu einem verantwortungsbewussten Wirtschaften.

Neben Bio-Fisch und Bio-Meeresfrüchten zeigt der nationale Marktführer Deutsche See unter dem eigenen Feinkostlabel „BEECK“ Feinkost aus ökologischer Aquakultur. Das Bio-Fisch-Sortiment umfasst Produkte wie Pangasius, Kabeljau und Loup de Mer. Royal Greenland stellt neben Innovationen im Kaltwassergarnelen- und Heilbuttbereich auch etablierte Produkte wie Fischstäbchen und verschiedene Portions- und Schlemmerfiletsorten vor, die nun mit MSC zertifzierter Alaska Seelachs Rohware angeboten werden.

Stührk Delikatessen präsentiert MSC Wildlachs- sowie BIO Räucherlachsprodukte. Das Unternehmen gehört zu den Anbietern, dessen Wildlachsprodukte das MSC-Siegel tragen dürfen. „Die Zusammenarbeit mit Naturland habe man in diesem Jahr aufgenommen“, informiert Geschäftsführer Lars Jochims. Dies sei aber erst der Anfang. Allgemeines Umsatzziel sei es, so viele Produkte wie möglich zertifizieren zu lassen.

„Während Fischindustrie und Handel zum Teil bereits auf den Konsumenten-Druck und NGOs reagiert haben und sich zertifizieren liessen oder sich gerade in Zertifizierung befinden, gehen jetzt auch unabhängige Fischhändler in Deutschland verstärkt an das Thema heran“, sagt Marnie Bammert vom Marine Stewardship Council (MSC), mit Sitz in London.

Auf der fish international haben Interessenten jetzt Gelegenheit, sich am Stand des MSC umfassend zu informieren, welche Kriterien erfüllt sein müssen, um das Zertifikat, das während der Fachmesse das Handelsunternehmen Edeka überreicht bekommen soll, zu erhalten.

Während das unabhängige blaue MSC-Label nur an Fischereien vergeben wird, setzt sich Naturland für die kontrollierte Aufzucht in Aquakulturen ein. Naturland ist auf der fish international mit verschiedenen Anbietern vor Ort und zeigt zum ersten Mal Dorade und Wolfsbarsch in Ökoqualität.


Trend TK-Fisch

Tiefkühlfisch steht in der Verbrauchergunst nach wie vor ganz oben. Dies belegen die jüngsten Zahlen des Fisch-Informationszentrums. Ein Trend, der sich laut Ctefan Wohlfeil, Präsident im Verband der Köche Deutschlands, auch im Ausserhausmarkt abzeichnet. „Tiefkühlfisch lässt sich leicht verarbeiten, gut portionieren und verfügt darüber hinaus über eine optimale Frische-Qualität sowie kalkulatorische Vorteile“, nennt der Fachmann einige Gründe. Seiner Auffassung nach könnten die Entscheider im Ausserhausmarkt aber noch mehr auf die Wünsche ihrer Kunden eingehen.

Polen ist Partnerland

Die polnische Fischindustrie produziert in über 400 Betrieben. Der Wert der Fischproduktion beträgt jährlich über eine Milliarde US-Dollar. In 2006 lieferten die Unternehmen zirka 325.000 Tonnen Fisch. Rund 157.000 Tonnen pro Jahr, das sind fast 50 Prozent der Produktion, gehen in den Export, vor allem nach Deutschland (60 Prozent), Dänemark, Grossbritannien und Tschechien.

Für den expandierenden Produktionszweig Polens mit Absatzmärkten in vielen Ländern Welt, ist Deutschland immer noch der wichtigste Aussenhandelspartner. Die besten Voraussetzungen also, warum wir uns bei der fish international 2008 für Polen als Partnerland entschieden haben“, sagt Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der MGH Messe- und Ausstellungsgesellschaft Hansa GmbH.

Die Veranstalter der Bremer Messe haben sich dazu die drei wichtigsten Verbände der polnischen Fischwirtschaft mit „ins Boot“ geholt: den polnischen Verband der Fischverarbeiter, die Fish Market Development Association sowie den Verband der Fischimporteure Polens. Gemeinsam mit polnischen Unternehmen präsentieren sie sich an einem Gemeinschaftsstand.

Die deutschen Importeure sind aber auch an Lachs, Hering, Kabeljau und Sprotten, zumeist schon verarbeitete Produkte, interessiert. Und die Tendenz ist steigend.
Beim Export von Räucherlachs ist Polen bereits ein „Schwergewicht“. Achtzig Prozent des deutschen Einzelhandels werden mit dieser Delikatesse aus dem östlichen Nachbarland versorgt. Als Marktführer hat sich dabei die Lachsräucherei Morpol an die Spitze gesetzt. Die Firma mit Sitz in Ustka ist nicht nur die grösste, sondern auch die modernste Räucherei in Europa. Durch ihre Fusion mit der deutschen Räucherei Laschinger im Mai diesen Jahres, verarbeitet das Unternehmen künftig jährlich 60.000 Tonnen Rohware zu Rauchlachs.


Vorträge und Gesprächsrunden

Mit starken Partnern gestaltet die MGH Vorträge und Gesprächsrunden mit Themen, die die Fischwirtschaft bewegen. Das Ost-West Forum vermittelt Einblicke in den Bedarf der neuen Märkte und befasst sich gleichzeitig mit technischen Problemlösungen und Innovationen in der Fischverarbeitung. Mit dem LEH-Forum wird das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt gerückt. Unter dem Motto „Frische Ideen rausgefischt” stellt das GV-Forum ak-tuelle Umfrageergebnisse und Best-practice Beispiele aus der Gemeinschaftsverpflegung vor. Im Vorfeld geben Führungskräfte aus dem GV-Bereich über die Rolle von Fisch und Seafood in der Gemeinschaftsverpflegung Auskunft.

Um Erfolgskonzepte mit TK Fisch im Ausserhaus-Markt geht es beim Tiefkühlforum Fisch. Unter dem Motto „Bei uns ist alles frisch” stellen Praktiker und Experten von Restaurants, Systemgastronomie und Gemeinschaftsverpflegung ihre Ideen vor.

„Um unsere Fachbesucher noch gezielter anzusprechen, setzen wir auch beim Kulinarium auf ein neues Konzept”, sagt Hans Peter Schneider. Starköche zeigen unter anderem, was man alles aus der Rohware Fisch zaubern kann. Meisterköche versprechen auch für 2008 so manches raffiniert zubereiteten Fisch, wie Doradenfilet auf Tomaten-Fenchelgemüse. Ein besonderes Highlight verspricht die Sonderschau Fischfachhandel zu werden – neue Thekenkonzepte werden in Kooperation mit der Edeka Minden – Hannover gezeigt. (Text und Bilder: MGH)

fish international 2008

Sonntag 10. bis Dienstag, 12. Februar 2008 jeweils von 10 bis 18 Uhr in den Hallen 4 bis 6 der Messe Bremen. Erwartet werden mehr als 400 Aussteller aus über 40 Nationen.

Internet: www.fishinternational.com

Weiterlesen:
Trends an der Bremer «fish international 2006 (Rückblick)»