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KURZNEWS 15. Januar 2008

Wege aus der Cervelaskrise / Hug steigert Export / CO2-Produktdeklaration neu bei Migros / Fleisch von geklonten Tieren / Kakaoknappheit droht / EVENTTIPP: Wintergrillfest in Basel am 2.2.

von Foodaktuell Importer

“Importfenster” aus Brasilien soll Cervelat retten

15.01.2008 – (lid) – Die Fleischbranche hat noch keine überzeugende Alternative für die verbotenen Cervelat-Hüllen aus den brasilianischen Cebu-Rinderdärmen gefunden. Nun soll ein “Importfenster” die Situation entspannen.
Das Importfenster für Cebu-Rinderdärme aus Brasilien soll entlang einer bestimmten Produktions- und Handelskette geöffnet werden, wie Ständerat Rolf Büttiker (FDP), Präsident des Schweizer Fleisch-Fachverbandes (SFF), am Dienstag, 15. Januar vor den Medien in Zürich ausführte.

“Diese Produktions- und Handelskette würde wissenschaftlich genau definiert und begleitet, damit jederzeit die Erfüllung sämtlicher lebensmittelrechtlicher Anforderungen erfüllt und exakt dokumentiert wird”, sagte Büttiker laut der Nachrichtenagentur SDA. Ein solcher Weg wäre im internationalen Handel mit Lebensmitteln tierischer Herkunft erstmalig. Auch wenn dieser Ansatz erfolgreich wäre, sei jedoch kaum damit zu rechnen, dass das Problem noch im laufenden Jahr gelöst werden könne.

Laut dem Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) ist ein gesondertes “Importfenster” für Cervelat-Hüllen aus brasilianischen Rinderdärmen möglich, berichtet die SDA weiter. Allerdings sei der Vorschlag des Fleisch-Fachverbandes erst längerfristig eine Lösung. Wie BVEt-Sprecher Marcel Falk erklärte, ermöglichen es die Vorschriften des Internationalen Tierseuchenamts, Produktionsketten zu isolieren. Dabei müsse nachgewiesen werden, dass diese die Bedingungen erfüllen, um als BSE-frei zu gelten.

Per 1. April 2006 hatte die EU ein Importverbot für Rinderdärme aus Brasilien verhängt. Als Vorsichtsmassnahme vor BSE müssen die brasilianischen Bauern ihre Rinderdärme seither vernichten – wie alle europäischen Länder auch. Die Schweiz hat sich im Rahmen der bilateralen Verträge dem EU-Verbot angeschlossen.

Brasilien startet Kontrolle von Rinderbetrieben

15.01.2008 – (lid) – Das brasilianische Landwirtschaftsministerium hat mit der Inspektion von Rinderbetrieben begonnen, die in die EU exportieren wollen.
Wie ein Pressesprecher laut Dow Jones News mitteilte, will das Ministerium rund 6’800 Betriebe untersuchen, die dem nationalen Programm zur Registrierung von Rindern (SISBOV) angehören. Zuvor hatte die Europäische Kommission angekündigt, ab 31. Januar brasilianische Rindfleischexporte einzuschränken, da bei EU-Kontrollen Probleme mit Rinderkrankheiten und Rückverfolgbarkeit aufgetreten waren. Den brasilianischen Staaten Grosso do Sul, Parana und Sao Paulo ist aufgrund von Maul- und Klauenseuchefällen der Export in die EU bereits vollständig untersagt. Nur brasilianische Betriebe mit entsprechenden Zertifikaten dürfen weiterhin in die EU liefern, berichtet der Agrarpressedienst AIZ.

Führungswechsel bei Fredy’s AG

Per 1. Januar 2008 hat Fredy Hiestand die Geschäftsführung an Alexander Jenny übergeben. Als gelernter Koch mit betriebswirtschaftlichem Studium in St. Gallen, hat Alexander Jenny bereits mehrere Jahre an der Seite von Fredy Hiestand gearbeitet.
Fredy Hiestand kann sich nun endlich mehr Zeit für seine Hobbies nehmen, den Garten sowie die Fischerei. Fredy Hiestand bleibt auch weiterhin Garant für hochwertige Backwaren. Er wird sich auch in Zukunft mit seiner Kreativität für innovative, gesunde Produkte mit der Fredy’s AG stark machen.

Hug steigert mit Export Umsatz

15.01.2008 – (lid) – Der Backwaren-Hersteller Hug AG in Malters LU hat im vergangenen Jahr den Umsatz um 7,3 Prozent auf 83,8 Millionen Franken erhöht.
Dazu habe vor allem der Export mit einem Plus von 24,5 Prozent beigetragen, schreibt die Hug AG in einer Medienmitteilung vom Dienstag, 15. Januar. Hug exportiert hauptsächlich Backwaren-Halbfabrikate für Gastronomie-Betriebe und Cracker wie beispielsweise Dar-Vida. 2007 seien weniger Hug-Guezli produziert worden als im Vorjahr, weil der Konsum von Biscuits in der Schweiz rückläufig sei.
Die weltweite Verknappung von Rohstoffen wie Milch, Butter und Weizen und die damit verbundene Verteuerung der Produkte werde sich auch 2008 auf die Backwaren-Betriebe auswirken. Trotzdem will Hug im Exportgeschäft weiter zulegen und erwartet wiederum ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich.

Migros führt CO2-Deklaration für Produkte ein

Die Migros lässt von unabhängigen Experten die CO2-Emissionen und die Umweltbelastung einzelner Food- und Nonfood-Produkte in fünf klimarelevanten Sortiments-Bereichen berechnen. Anschliessend werden die für die Kundschaft relevanten Informationen am Verkaufspunkt deklariert, wie die Migros in einer Medienmitteilung schreibt.
Migros-Sprecher Walter Staub erklärte gegenüber dem LID, die Migros habe entschieden, die CO2-Deklaration umzusetzen, genaueres wolle man dazu aber noch nicht kommunizieren.

Mit der Deklaration entspreche die Migros dem steigenden Bedürfnis der Konsumentinnen und Konsumenten nach Transparenz und nach Produkten, die das Klima möglichst wenig belasten, heisst es weiter. Die Einführung der ersten Produkte soll in den nächsten Wochen erfolgen. (LID, MGB, 15. Januar 2008)

Müesli-Webshop Mymuesli: Originelle Geschäftsidee macht Furore

(pte/14.01.2008/06:10) – Durch die Idee, individuell
zusammengestellte Müslimischungen über das Internet zu verkaufen, wurde
eine Passauer Wohngemeinschaft vor einem Jahr fast über Nacht zum Büro
des erfolgreichen Unternehmens Mymuesli http://www.mymuesli.com . Die
anfangs nur 40 Quadratmeter grosse Lager- und Produktionsstätte musste
bereits nach einem halben Jahr erweitert werden. Die drei Gründer,
allesamt Studenten, arbeiten derzeit manchmal mehr als 100 Stunden pro
Woche um mit der wachsenden Bekanntheit von Mymuesli Schritt zu halten,
berichtet die Financial Times Deutschland.

Die Geschichte des Unternehmens, das rund ein Jahr alt ist, liest sich
als typische Web 2.0-Story. Durch Blogeinträge wurde das Produkt bekannt
und bereits zwei Wochen nach dem Start war das erste Radioteam vor Ort.
Fernsehteams von namhaften deutschen Sendern folgten. Nach der
Ausstrahlung eines ARD-Beitrags brach sogar der Firmenserver zusammen,
weil die Nachfrage alle Kapazitäten überstieg. Rechtzeitig vor der
Ausstrahlung des nächsten Fernsehbeitrages wurde die Rechnerlast auf
zwei zusätzliche Rechner verteilt und konnte 800.000 Klicks, das
60-Fache der Normalbelastung, verkraften.

“Nach jeder Berichterstattung erhöht sich die Zahl der Bestellungen”,
sagt der Geschäftsführer Hubertus Bessau. Dass dies nicht immer so
weiter gehen wird, ist ihm allerdings klar. Nachdem sich eine Kundin in
ihrem Blog darüber beschwerte, sie hätte ihr Müsli nach acht Wochen noch
immer nicht erhalten, machte diese Nachricht die Runde und zog einen
kurzfristigen Rückgang der Bestellungen nach sich. Trotz ihres Erfolgs
sind die drei Gründer Hubertus Bessau, Max Wittrock und Phillip Kraiss
bisher noch nicht reich geworden. Pro Monat zahlen sie sich lediglich
800 Euro vom Umsatz aus. Schwarze Zahlen schreibt das Unternehmen jedoch
bereits seit November und die Kapitalreserven liegen bei rund 100.000
Euro.

Lebensmittel von geklonten Tieren sind unbedenklich

14.01.2008 – (lid) – Von Fleisch und Milch geklonter Tiere gehe kein Risiko für die Lebensmittelsicherheit aus. Entsprechend seien sie zu Nahrungszwecken geeignet. Zu diesem vorläufigen Schluss kamen die Experten der EU-Lebensmittelbehörde (EFSA).
Dies berichtet der Internet-Dienst vetion.de. Demnach hätten sie keine Bedenken gegen Lebensmittel geklonter Tiere. Auch würde sich die Zusammensetzung oder Nährwert zwischen dem Fleisch und der Milch geklonter Tiere und herkömmlichen Rindern und Schweinen nicht unterscheiden.

Eine Reihe von Daten, darunter auch klinische, zeigten keinerlei bedeutende Unterschiede zwischen gesunden Klon-Tieren und ihrem Nachwuchs im Vergleich zu den herkömmlich gezüchteten Tieren. Auch Folgen durch das Klonen für die Umwelt seien nicht absehbar, doch gebe es dazu nur begrenzt Daten. Die europäische Behörde machte jedoch deutlich, dass es sich bisher nur um den Entwurf einer Stellungnahme handelte, der jetzt zur Diskussion gestellt werde.

Kakao könnte knapp werden

14.01.2008 – (lid) – Weil Schokolade weltweit immer beliebter wird, steigt die Nachfrage nach Kakao pro Jahr um rund drei Prozent. Aus Sicht von Barry Callebaut-Chef Patrick De Maeseneire könnte die Versorgung zu einem Problem werden, wenn der Konsum in China stärker als erwartet zunimmt. Dies schreibt die Nachrichtenagentur SDA. Zurzeit gebe es genügend Rohstoffe, um die insbesondere in Osteuropa und Asien steigende Nachfrage zu decken, erklärte der Chef des Kakao- und Schokoladekonzerns. “Aber man muss wissen, dass ein Engpass nicht von heute auf morgen behoben werden kann. Es dauert drei bis vier Jahre, um mehr Kakaobäume zu pflanzen und grössere Erträge zu ernten.”

Der weltweite Marktführer bei Produkten auf Basis von Kakao hat am 9. Januar in Suzhou bei Shanghai eine neue Schokoladenfabrik eröffnet. Die Menge der aus China verkauften Schokolade soll sich mit dem neuen Werk bis 2012 versechsfachen.
Für Chinas Schokoladenmarkt sagte das Unternehmen ein jährliches Wachstum von fast neun Prozent voraus, weltweit dürfte die Steigerungsrate bei zwei bis drei Prozent liegen. Die Schokoladenverkäufe des Unternehmens in der Region Asien/Pazifik haben nach Unternehmensangaben 2006/07 bereits um 20 Prozent zugelegt.

EVENTTIPP: Wintergrillfest am 2.2.08 in Basel

Der Erfolg des Wintergrillfestes vom vergangenen Jahr soll fortgesetzt werden. Gross
und Klein werden am 2. Februar 2008 auf dem Barfüsserplatz in Basel mit köstlichen
Schweizer Fleischspezialitäten vom Grill verwöhnt und mitTipps zur Zubereitung von
Fleisch versorgt. Ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm rundet den Anlass
ab. Das 1. offizielle Wintergrillfest lockte im vergangenen Jahr viele Menschen hinter ihren Öfen
hervor. Dieser Erfolg soll fortgesetzt werden: Am 2. Februar 2008 verwandelt «Schweizer
Fleisch» Basels winterlichen Barfüsserplatz in eine gemütliche Grillstube.

Der Anlass findet am Samstag, 2. Februar 2008, von zwölf Uhr mittags bis acht Uhr abends auf
dem Barfüsserplatz in Basel statt. Es wird Feststimmung für die ganze Familie herrschen: Mit
Musik, Speis und Trank und lustigen Spielen für die Kinder. Auf der Bühne sorgen bekannte
Künstler für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm und Sven Epiney führt als Moderator
durch das bunte Geschehen. Natürlich kommt auch die Information nicht zu kurz. Profis aus
verschiedenen Schweizer Produzentenorganisationen und Fleischverarbeitungsbetrieben
werden mit diversen Grills vor Ort dabei sein und den Besuchern fachkundig zeigen, wie Grill
und Smoker richtig bedient und wie die Grillmenüs gesund zubereitet werden. Angeboten
werden sowohl kleine Degustations- wie auch Einzelportionen. Der Eintritt ist frei.
Der Auftritt am Fest wird bei den Besucherinnen und Besuchern viel Sympathie schaffen und
ihnen vermitteln, wie natürlich und genussreich Schweizer Fleisch ist.

Die Details:

2. Wintergrillfest von «Schweizer Fleisch»
Samstag, 2. Februar 2008, 12-20 Uhr
Barfüsserplatz, Basel
Moderation: Sven Epiney
Eintritt frei
Das Unterhaltungsprogramm:
13.00 – 14.00 Uhr Manu Hartmann Band: Blues und Jazz
14.30 – 15.00 Uhr Prisca Saxer: Märlistunde für Kinder
18.00 – 19.30 Uhr Eliana Burki: Funk und Rock auf dem Alphorn
Telefon: 031 309 41 41. «Schweizer Fleisch». (Proviande 14.1.08)

Gruyère: Moratorium für Melkroboter

Der Einsatz von Melkrobotern bei der Produktion von Käsereimilch ist nicht unproblematisch, wie eine Untersuchung der Forschungsanstalt Agroscope zeigt. Weil in einer Gruyère-Käserei im Waadtland 2006 Qualitätsprobleme festgestellt wurden, läuft seither bei der Forschungsanstalt Agroscope ALP eine Untersuchung, die von der Interprofession du Gruyère in Auftrag gegeben wurde. Die Interprofession hat anhand von Zwischenergebnissen aus der Untersuchung beschlossen, ein bereits verhängtes Moratorium für Melkroboter um sechs Monate zu verlängern, wie die “Bauernzeitung” in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt.

Die Milch aus dem Betrieb mit Melkroboter enthielt flüchtige Fettsäuren, die unter anderem die Bildung von Buttersäure begünstigten und den Rohmilchkäse ranzig machten. Agroscope ALP untersuchte während einem Jahr die Milch aller sechs Betriebe, die im Gruyère-Einzugsgebiet mit Melkroboter ausgestattet sind und verglich sie mit der Milch der anderen Betriebe. Die Ergebnisse sollen in den nächsten Wochen veröffentlicht werden.
(Quelle: LID – 11.1.2008)