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KURZNEWS 11. März 2008

Lidl sichert 62 Standorte in der Schweiz / Gerade Cervelats gegen nationalen Notstand / TerraSuisse-Label / Auszeichnung für Best of Swiss Gastro / Fleischbranche gegen Kontingent-Versteigerung

von Foodaktuell Importer

Lidl sichert 62 Standorte in der Schweiz

Lidl arbeitet intensiv am Markteintritt in der Schweiz. Der genaue Startzeitpunkt stehe noch nicht fest, die Branche rechne frühestens im Herbst 2008 damit, zitiert der Online-Dienst agrimanager.de die “Lebensmittel Praxis”. Lidl will auf einen Schlag 30 bis 40 Läden eröffnen. Bis Ende 2007 habe das Unternehmen in der Schweiz nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung bereits die Baubewilligungen für 62 Standorte erhalten. Weitere 59 Bau-Anträge seien noch offen. (LID 11. März 2008)

Gentechnik schützt vor Schorfbefall bei Äpfeln

Gentechnisch veränderte Äpfel können nachhaltiger kultiviert werden als konventionelle. Zu diesem Schluss kommen Forscher der niederländischen Universität Wageningen aufgrund von Ergebnissen einer mehrjährigen Studie.

Mit dieser wurde die Resistenz von GVO-Apfelbäumen gegen Apfelschorf, der häufigsten Pilzerkrankung im Apfelanbau, untersucht. Die gentechnisch veränderten Bäume waren bis zu 60 Prozent weniger befallen. Das führte zu einem verringerten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und somit zu einer geringeren Belastung der Umwelt, wie der Online-Dienst proplanta.de berichtet.

Die Forscher entwickelten seit 1994 Apfelbäume mit zusätzlichem genetischem Material der Gerste. Das benutzte Element der Gerste-DNA schützt diese vor Pilzen. Laborversuche zeigten, dass dieser Effekt auch bei Äpfeln auftritt. Im Feldversuch wurden genetisch veränderte Apfelbäume der Sorten Gala und Elstar sowie nicht veränderte Bäume angepflanzt. Dabei wurden gegen den Pilz, der den Apfelschorf verursacht, keine Chemikalien eingesetzt, um herauszufinden, ob die Teile der Gerste-DNA die Äpfel tatsächlich vor dem Schorfbefall schützen. Die entsprechenden Resultate fielen positiv aus.

Im Feldversuch befanden sich auch Bäume der resistenten Sorte Santana, die von Forschern der Universität Wageningen durch Kreuzungszüchtung entwickelt wurde. Deren Resistenz basiert auf einem anderen Abwehrsystem als die Gersten-Resistenz. Die Kombination der beiden Abwehrsysteme mittels genetischer Veränderung könnte, so die Meinung der Wissenschaftler, zu einer dauerhaften Resistenz führen und somit den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln möglicherweise überflüssig machen.
(Quelle: LID / 7.3.2008 )

Gerade Cervelats als Übergangslösung?

Die Rettung der Cervelat braucht Zeit. Es gibt aber ein Notfallkonzept. Dieses hat mit der Krümmung der Wurst zu tun, wie Bundesrätin Doris Leuthard im Ständerat zu einer Interpellation von Rolf Büttiker (SO/FDP), Ständerat und Präsident des Schweizerischen Fleischfachverbandes, erklärte. Die Vorräte an Wursthäuten reichen voraussichtlich nur noch bis Ende des Jahres. Deshalb sollen die Wursthüllen vorübergehend aus alternativen Materialien wie Kollagen oder künstlichem Darm hergestellt werden, zitiert die Nachrichtenagentur SDA Leuthard.

Dies würde dazu führen, dass die Cervelat weniger gut schälbar wäre – oder weniger krumm. Für Leuthard keine Tragödie: Den Konsumentinnen und Konsumenten sei zuzumuten, eine geradere Cervelat zu konsumieren, sagte sie. Fleischverbandspräsident Büttiker rief seinerseits dazu auf, die Problematik nicht zu unterschätzen – und setzte zur Ode auf die Cervelat an: Im Rinderdarm stecke eine Mischung aus Einfachheit, Bodenständigkeit, Lagerfeuerromantik und Nationalstolz. Die Cervelat werde in der Baubaracke gegessen und im Pfadilager.

Die Antwort des Bundesrates auf seine Interpellation zeige, dass man von einer Lösung noch weit entfernt sei. Der Zeitbedarf von mindestens zwei Jahren dürfe aber nicht als gottgegeben hingenommen werden, auch wenn das Cervelat-Problem für die EU nicht das wichtigste sei. “Man muss dafür sorgen, dass die Dinge so kommen, wie man sie haben möchte.”

(Quelle: LID / 6.3.2008)

McDonald’s, Hiestand sowie Coop machen beim TerraSuisse-Label mit

Anfang März startet das neue Migros-Label TerraSuisse. Für das Label arbeitet Migros mit dem Produzentenverband IP-Suisse zusammen, sämtliche TerraSuisse-Produkte stammen aus IP-Suisse-Produktion. Die Mehrleistungen der Produzenten werden von der Migros mit rund 24 Millionen Franken abgegolten, wie es in einer Medienmitteilung von IP-Suisse heisst.

Für das Schema “mehr ökologische Leistungen für höhere Preise” konnte IP-Suisse auch die anderen Abnehmer von IP-Suisse, darunter etwa McDonald’s, Hiestand oder Coop, gewinnen. Für die IP-Suisse-Produzenten resultiere so bei Getreide, Ölsaaten und Kartoffeln für die Ernte 2008 eine durchschnittliche Erhöhung der IP-Suisse-Prämie um 40 Prozent, heisst es weiter. Für Weizen der Klasse I beispielsweise erhalten die Produzenten pro 100 Kilogramm 5.10 Franken Zuschlag statt wie bisher 3.50 Franken.

Die Produzenten verpflichten sich im Rahmen von TerraSuisse, auf ihrem Betrieb betimmte Massnahmen umzusetzen, die der Biodiversität dienen. Dazu gehören etwa leere Stellen in den Feldern als Nistmöglichkeit für die Feldlerche, der herbizidlose Anbau oder Ressourcenschutz.
(Quelle: LID 5.3.2008)

Deutschland erlaubt wieder Tierfette als Futtermittel

Die deutsche Bundesregierung will angesichts der sinkenden Zahl von BSE-Fällen wieder Tierfette für die Fütterung von Schweinen und Geflügel zulassen. Das Verbot der Verwendung von Fetten als Futtermittel für alle Nutztiere werde auf Wiederkäuer wie Rinder und Schafe beschränkt, sagte der Parlamentarische Agrarstaatssekretär Gerd Müller. Dies sei in anderen EU-Ländern bereits Praxis. Ein Grund für diese Massnahme seien unter anderem die steigenden Futtermittelkosten, zitiert der Online-Dienst proplanta.de einen Bericht der Agentur DPA.

Die grüne Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken warnte vor Gefahren. Tierfette seien die Hauptüberträger der Rinderseuche, sagte Höfken. Ausserdem würden Fette aus Tierabfällen gewonnen. Damit könnten Abfälle in der Lebensmittelkette landen. Diese Einschätzung wird allerdings vom Landwirtschaftsministerium nicht geteilt.

Die Verwendung von Tierfetten und Tiermehl im Futter wurde als Vorsichtsmassnahme wegen der BSE-Krise im Jahr 2000 verboten. In Deutschland gibt es immer weniger Fälle der Rinderseuche. Die Zahl sank 2007 nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums mit vier auf den niedrigsten Stand seit 2000. Seit 2001 wurden insgesamt mehr als 400 Rinder mit der Hirnkrankheit registriert, mehr als 16 Millionen Tiere wurden untersucht.

(Quelle: LID / 5.3.2008)

Auszeichnung für «Best of Swiss Gastro»-Wettbewerb

Der Best of Swiss Gastro kürt jedes Jahr die Besten der Gastro-Branche. Nun ist dieser innovative Restaurant-Wettbewerb mit Publikumsbeteiligung selber ausgezeichnet worden, und zwar von der Jahresveranstaltung des Swiss Marketing Clubs.

Am Dienstag vergangener Woche ging nämlich der Schweizer Marketing-Tag 08 (Swiss Marketing, SMC) über die Bühne. Vor über 1000 Gästen im KKL in Luzern präsentierten sich hochkarätige Unternehmen aus der Wirtschaft: Klein- und Grossunternehmer sowie Nonprofit- Organisationen wurden für ihre herausragenden Leistungen im Bereich Marketing ausgezeichnet. «Best of Swiss Gastro» gewann in der Kategorie Nonprofit-Organisation die Goldmedaille. Nominiert waren neben dem Gastro-Award-Team aus Zürich namhafte Organisationen wie die UNESCO-Biosphäre Entlebuch, der Verein PET-Recycling Schweiz sowie die Smartconnection ZEPRA.

Zur Begründung, weshalb die Organisation Best of Swiss Gastro zur Siegerin gekürt wurde, hiess es von Seiten der Laudatoren des SMC: «Der Best of Swiss Gastro Award wird durch ein Gastbewertungssystem vergeben. In den letzten 4 Jahren stieg die Zahl der beteiligten Restaurants von 135 auf 300 und im letzten Jahr haben sich 70’000 Gäste an der Wahl beteiligt.»

«Dahinter steht ein ganzheitlicher, professioneller Marketingansatz mit einer kompletten Marktanalyse, einem Stärken-/Schwächen-Profil und innovativer Kategorienbildung. Es werden klare und messbare Massnahmen ausgewiesen mit Instrumenten zur genauen Erfolgskontrolle», wird im Bericht weiter ausgeführt.

Für die Gründer des Best of Swiss Gastro, Georg Twerenbold und Andreas Krumes, ist diese Auszeichnung nicht nur eine grosse Ehre. Sie bedeute ausserdem, dass das Konzept des Best of Swiss Gastro Award in seiner Richtigkeit erkannt und unterstützt werde: «Dies von einer so wichtigen Institution wie dem SMC Swiss Marketing, welcher in der Branche als Nummer 1 in Sachen Networking, Fachkompetenz und Know-how gilt.» (Mehr Informationen zum Marketing-Tag 08 unter marketingtag.ch/2008)

(Quelle: Verein «Best of Swiss Gastro» / 5. 3. 2008)

Schweizer Zucker wird zum Werbeobjekt

Ab März 2008 sind im Schweizer Fernsehen erstmals Werbespots für Schweizer Zucker zu sehen. Die Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld AG reagieren damit auf die veränderten Marktverhältnisse.Künftig müssten die Vorzüge von Schweizer Zucker auch vor dem breiten Publikum betont werden, schreiben die Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld AG (ZAF) in einer Medienmitteilung vom Mittwoch, 5. März 2008.

Unter den geregelten Marktbedingungen der letzten Jahre habe es keinen Anlass gegeben, den Schweizer Zucker zu bewerben. Doch die Rahmenbedingungen hätten sich durch die neue EU-Zuckermarktordnung und die Agrarpolitik 2011 drastisch verändert. Für das Überleben der inländischen Zuckerwirtschaft sei es künftig nötig, dass sich die Konsumenten im Laden für Schweizer Zucker entscheiden würden.

Derzeit würden die Konsumenten Schweizer Zucker nicht als hochwertiges Schweizer Lebensmittel wahrnehmen, sondern als Gattungsware. Nur ein Prozent der Schweizer Bevölkerung halte Zucker für ein wichtiges Grundnahrungsmittel, für knapp die Hälfte sei es eines der unwichtigsten überhaupt. Nur ein Drittel der Schweizer wisse, dass es in der Schweiz zwei Zuckerfabriken gebe.

Dies will die ZAF nun ändern. Sie will Schweizer Zucker als Lebensmittel schweizerischer Herkunft positionieren, das sich durch hohe Qualität, hohe Lebensmittelsicherheit, umweltverträgliche Produktion und kurze Transportwege auszeichnet.
(Quelle: LID / 5. 3. 2008)

Sensor überwacht Reifeprozess von Obst

Reife Äpfel neben Bananen legen – besser nicht. Vor allem Bananen geben viel Ethylen ab, das die Äpfel noch schneller reifen lässt. Grosshändler nutzen diesen Effekt: Sie stellen die Ethylenkonzentration in Obst-Lagerhallen gezielt ein. Ein kostengünstiger Sensor hilft dabei.

Obstesser kennen den Effekt: Legt man einen Apfel neben eine Banane, reift er schneller als gewöhnlich. Des Rätsels Lösung liegt im Gas Ethylen, das jedes Obst in gewisser Menge abgibt – Bananen in besonderem Masse. Diesen Einfluss nutzen auch Obstgrosshändler: Sie begasen grüne Bananen oder auch Tomaten mit Ethylen, um diese schneller reifen zu lassen – so entwickeln die Früchte ihre typische gelbe oder rote Farbe, die die Kunden erwarten.

Umgekehrt halten die Grosshändler die Ethylenkonzentration in den Lagerhallen niedrig, wenn sich das Obst noch lange halten soll. Bei beiden Prozessen ist Fingerspitzengefühl gefragt: Pumpt man zu viel Ethylen in die Obsthallen, werden die Bananen braun und überreif. Wird aus den gekühlten Hallen zu viel Gas abgesaugt, entweicht auch recht viel kühle Luft, was unnötig Energie kostet.

Ein neuer Sensor misst die Ethylenkonzentration nun genau und kostengünstig. «Dieser Sensor ist deutlich kompakter und mit etwa 1000 Euro auch wesentlich günstiger als herkömmliche komplexe Messsysteme, die ein Zehnfaches kosten», sagt Dr. Jürgen Wöllenstein, Gruppenleiter am Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg. Er und sein Team haben den Sensor gemeinsam mit den Kollegen der Universität Barcelona entwickelt.

Seine Kernstücke sind ein Infrarot-Strahler, ähnlich einem Wärmestrahler, der Strahlung verschiedener Wellenlänge abgibt, und ein Filter, der nur die Strahlung mit einer Wellenlänge von 10,6 Mikrometern hindurch lässt. Der Filter ist notwendig, da Ethylen Strahlung dieser Wellenlänge absorbiert. Je mehr Ethylen in der Luft ist, desto weniger Strahlung kommt beim Detektor an, der ebenfalls im Sensor integriert ist. Die Methode zur Konzentrationsmessung wird bereits für CO2 verwendet.

“Bei Ethylen liegt die Herausforderung darin, dass die Wellenlänge mit 10,6 Mikrometern sehr gross ist. Wir mussten sicherstellen, dass die Strahlung einen sehr langen Weg durch die Luft zurücklegen kann – nur so können wir den Effekt und damit die Ethylenkonzentration gut messen”, sagt Wöllenstein. Mit vergoldeten Spiegeln lenken die Forscher die Strahlung so ab, dass sie im Sensor von der Grösse einer Zigarettenschachtel einen Weg von über drei Metern zurücklegt. Auch den Infrarotstrahler haben die Wissenschaftler optimiert: Er strahlt möglichst viel Wärme in der passenden Wellenlänge ab.

Einen Prototypen des Sensors gibt es bereits. In etwa zwei Jahren könnte der Sensor Obstgrosshändlern Aufschluss darüber geben, wie weit sie den Ethylenhahn aufdrehen oder die Zufuhr drosseln müssen.
(Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft / 3. 3.2008)

Fleischbranche will Fleischimportregime überprüfen lassen

Der Bundesrat muss die Versteigerung der Fleisch- und Schlachtvieh-Importe überprüfen und allenfalls wieder an eine Inlandleistung knüpfen.

Der Nationalrat hat am Montag, den 3. März 2008, mit 95 zu 58 Stimmen eine Ständeratsmotion überwiesen, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Die Motion stammt vom Präsidenten der Fleischbranche, Ständerat Rolf Büttiker (FDP/SO). Nach seiner Meinung hat das Versteigerungssystem versagt und zu «Wildwestmanieren» geführt. Das System soll Verarbeiter belohnen, die Schweizer Fleisch einkaufen, veredeln und exportieren.

Die Versteigerung bringe dem Bund Erlöse von 150 Millionen Franken, die der Fleischbranche entzogen würden, sagte Kommissionssprecher Hansjörg Walter (SVP/TG). Die Bruttomargen sänken. Allerdings flössen 50 Millionen als Beitrag zur Entsorgung von Fleischabfällen an die Branche zurück.

(Quelle: LID / 4.3.2008)