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Bio-Trend wird branchenübergreifend

Bio-Produkte wachsen überdurchschnittlich und liegen bei 4,7% Marktanteil. Auch bei Mobilität, Finanzen und Wohnen konsumieren die Schweizer immer nachhaltiger.

von Foodaktuell Importer



Der Anteil an Bio-Produkten am gesamten Lebensmittelumsatz ist im letzten Jahr überdurchschnittlich gestiegen und liegt jetzt bei 4,7 Prozent. Die Schweizer geben dafür jährlich 170 Franken pro Kopf aus; damit sind sie Weltmeister. Markante Wachstumsraten verzeichneten in den letzten Jahren besonders Bio-Früchte, Bio-Gemüse und Bio-Eier.

Erstmals liegt eine Übersicht zum nachhaltigen Konsum in der Schweiz vor – basierend auf einer repräsentativen Konsumentenbefragung. Der „Konsum Report Schweiz“ von WWF Schweiz, der Zürcher Kantonalbank ZKB und dem Center for Corporate Responsibility and Sustainability an der Universität Zürich (CCRS) zeigt, wie sich der nachhaltige Konsum entwickelt und welches die Trends sind.


Potenzial für ökologische Finanzanlagen bleibt gross

Nachhaltige Produkte gewinnen in allen Bereichen Marktanteile. So hat sich auch das Volumen der nachhaltigen Anlagen innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt und lag Mitte 2007 bei 25 Milliarden Franken. Das Entwicklungspotential bleibt gross, denn erst 14 Prozent aller Privatanleger investieren ihr Geld in nachhaltige Anlagen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Mobilität. Die Verkäufe von Hybrid-Autos stiegen und haben sich in den letzten vier Jahren beinahe versechsfacht. Doch gemessen an allen verkauften Neuwagen ist der Anteil dieser effizienten Fahrzeuge mit rund einem Prozent immer noch klein.

Die Entwicklung weist in fast allen Bereichen in die selbe Richtung: „Was einst ein Nischendasein fristete, wird salonfähig,“ sagt Felix Meier, Leiter Konsum und Wirtschaft beim WWF Schweiz. Und Hans-Peter Burkhard, Direktor des CCRS, stellt fest: „Schweizerinnen und Schweizer kaufen zunehmend intelligent ein.“

Der erfreuliche Trend kann allerdings nicht über das zweite wichtige Ergebnis der Studie hinwegtäuschen: Wir verbrauchen gesamthaft mehr Energie, kaufen mehr Produkte ein, wohnen in grösseren Wohnungen und Häusern, fahren schwerere Autos und reisen weiter und öfter. Damit wird der positive Umwelteffekt der nachhaltigen Produkte durch Mehrkonsum wieder zunichte gemacht.

Der „Konsum Report Schweiz“ analysiert die Entwicklung in den Bereichen Essen/Trinken, Mobilität/Reisen, Finanzen, Wohnen und Bekleidung während der Jahre 2004 bis 2007.
(Quelle: WWF Schweiz, Konsum & Wirtschaft / 10.3.2008)