Datum:

KURZNEWS 1. April 2008

Bäcker kooperieren mit Getreidebauern / Swissness-Regeln / Agrarfreihandel / Promarca kritisiert Coop-Carrefour-Deal / Grünes Licht für Antibiotika gegen Feuerbrand / Gemüseteller gegen Allergien

von Foodaktuell Importer

Ueli Maurer soll Präsident der Gemüsebauern werden

31.03.2008 – (lid) – SVP-Nationalrat Ueli Maurer soll Melchior Ehrler als Präsident des Gemüseproduzenten-Verbandes ablösen. Maurer werde an der Delegiertenversammlung der Schweizerischen Gemüseproduzenten (VSGP) vom 23. April 2008 als Präsident vorgeschlagen, wie VSGP-Direktor Nicolas Fellay im “Schweizer Bauer” vom Samstag, 29. März sagte. Der jetzige Präsident Melchior Ehrler habe auf die Delegiertenversammlung seinen Rücktritt eingereicht. Ehrler präsidiert den VSGP seit April 2003, zuvor war er 15 Jahre lang Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes. Wichtigste Dossiers sind für die Gemüseproduzenten derzeit die Revision des Raumplanungsrechts und das Agrarfreihandelsabkommen mit der EU. Maurer selbst ist ein erklärter Gegner des Agrarfreihandelsabkommen, könnte also den Gemüsebauern gerade recht kommen. Maurer wird an der Delegiertenversammlung des Zürcher Bauernverbandes vom Donnerstag, 3. April seinen Job als Geschäftsführer abgeben.

Getreidebauern und Bäcker spannen zusammen

01.04.2008 – (lid) – Die Getreidebauern und die Bäcker setzen sich gemeinsam für das Schweizer Brot ein.Weil politische Entscheide den Ackerbau in der Schweiz gefährdeten, wollen der Schweizerische Getreideproduzentenverband, der Schweizerische Bäcker-Konditorenmeister-Verband und der Schweizerische Bauernverband vermehrt zusammenarbeiten. An einer Aussprache der drei Verbände bekräftigten die Bäcker, dass sie Schweizer Getreide bevorzugten, weil es von hervorragender Qualität sei und sich Produkte aus einheimischen Rohstoffen von der Konkurrenz abheben könnten.

Gemeinsames Ziel der drei Verbände sei es, die Anbaufläche in der Schweiz zu erhalten, heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Auch beim Thema gentechnikfreie Produktion decken sich die Positionen. Nach dem Wunsch des Bauernverbandes soll künftig das Herkunftszeichen Suisse Garantie vermehrt auch bei Brot eingesetzt werden. Schliesslich wünscht der Bauernverband, dass bei künftigen Brotpreiserhöhungen kommuniziert wird, dass die Rohstoffe nur einen kleinen Anteil am Konsumentenpreis haben und dass auch andere Faktoren wie Personal oder Transport die Kosten in die Höhe treiben.

Kein «Schweizerkreuz» auf Käse mit deutscher Milch!

Swissness ist in. Neu soll mit dem Schweizerkreuz für Waren und Lebensmittel geworben werden dürfen, schlägt das Institut für Geistiges Eigentum (IGE) vor. Die vom IGE definierten Richtlinien fördern aber bewusst die Täuschung: Auf der Verpackung von in der Schweiz hergestelltem Käse darf das Schweizerkreuz prangern, selbst wenn die Milch von deutschen oder polnischen Kühen stammt. SKS und FRC verlangen, dass bei «Schweizer Lebensmitteln» insgesamt 90 Prozent der Rohstoffe und zwingend alle tierischen Rohstoffe aus der Schweiz stammen.

Bisher war es nicht erlaubt, das Schweizerkreuz auf Waren und Lebensmitteln anzubringen. Dennoch wurde dies in grossem Umfang praktiziert. SKS und FRC begrüssen daher die Änderungen des Markenschutz- und des Wappenschutzgesetzes, die endlich Klarheit schaffen. Deren einfache Forderung ist: «Wo ein Schweizerkreuz drauf ist und Schweiz drauf steht, muss Schweiz drin sein.» Das Institut für Geistiges Eigentum (IGE) hat diese einfache Botschaft nicht verstanden. Es hat für Lebensmittel ein Konzept angewendet, das für Industrieprodukte vorgesehen ist.

Neu wäre erlaubt, dass für Käse mit Milch aus Deutschland oder geräucherten Lachs aus dem Pazifik mit dem Schweizerkreuz geworben werden dürfte, wenn der Käse in der Schweiz hergestellt und der Lachs in der Schweiz geräuchert wurde. Denn das IGE schreibt nicht vor, dass die Rohstoffe verarbeiteter Lebensmittel aus der Schweiz stammen müssen. Dies ist absurd: Für die Konsumentinnen und Konsumenten kommt die Milch eines «Schweizer Käses» von Schweizer Kühen!

SKS und FRC verlangen einen Rohstoffanteil von mindestens 90 Prozent aus Schweizer Landwirtschaft für verarbeitete «Schweizer» Lebensmittel. Und dass die tierischen Rohstoffe (z.B. Fleisch, Eier) vollständig aus der Schweiz stammen. Bei frischen Lebensmitteln wie beispielsweise Salat oder Rindsfilet begrüssen SKS und FRC die strenge Regelung des IGE: Pflanzen und Tiere müssen vollständig in der Schweiz (auf)gewachsen sein.

Bezüglich Industrieprodukte verlangen SKS und FRC, dass mindestens 70 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen (exklusive Werbung und Service) und im Minimum ein wesentlicher Fabrikationsschritt in der Schweiz erfolgt.

Strenge Anforderungen garantieren den Konsumentinnen und Konsumenten, dass «Schweizer Produkte» wirklich aus der Schweiz stammen. Dies stärkt die Schweizer Landwirtschaft und den Produktionsstandort Schweiz. Und auch die Marke Schweiz als Gütesiegel für hohe Qualität!
(Quelle: Schw. Konsumentenschutz / Féd. Romand des Consommateurs / 31.3.2008)

Barry Callebaut kauft Kakaoverarbeiter in Malaysia

Barry Callebaut, der weltweit führende Hersteller von hochwertigen Kakao- und Schokoladenprodukten, und Kuala Lumpur Kepong Berhad (KLK), ein multinationales, in Malaysia ansässiges und in den Bereichen Plantagenbewirtschaftung, Verarbeitung, Einzelhandel und Grundstücksentwicklung tätiges Unternehmen, gaben heute eine Vereinbarung bekannt, wonach KLK 60% ihrer hundertprozentigen Tochtergesellschaft KLK Cocoa an Barry Callebaut verkaufen wird.

Die Transaktion bedarf der Zustimmung des malaysischen Handels- und Industrieministeriums und wird voraussichtlich bis Ende April 2008 abgeschlossen sein. Danach wird KLK Cocoa unter dem neuen Namen Barry Callebaut Malaysia Sdn Bhd (Barry Callebaut) firmieren. Das erfahrene Management-Team wird von KLK Cocoa zu Barry Callebaut wechseln, und Barry Callebaut übernimmt die Managementverantwortung für Barry Callebaut Malaysia.

Durch diese Partnerschaft profitiert Barry Callebaut zum einen vom grossen lokalen Fachwissen von KLK Cocoa und erschliesst sich zum anderen deren etabliertes Kakaogeschäft in Malaysia; im Gegenzug bietet sich KLK Cocoa die Gelegenheit, ihre Geschäftsplattform breiter und global abzustützen.

(Quelle: Barry Callebaut / 28.3.2008)

Gute Marktsituation für Mutterkuhhalter

Die Schweizerische Vereinigung der Ammen- und Mutterkuhhalter (SVAMH) kann auf ein gutes Jahr zurückblicken. Die Privathaushalte haben 2007 drei Prozent mehr Rindfleisch gegessen als noch im Vorjahr. Die gute Nachfrage habe sich positiv auf den Produzentenpreis ausgewirkt, sagte SVAMH-Geschäftsführer Urs Vogt an der Vereinsversammlung vom Freitag, 28. März. 2007 seien rund 38’400 Banktiere an die Verarbeiter geliefert worden. Vogt prognostiziert für dieses Jahr eine weitere Zunahme. Die Märkte seien sehr aufnahmefähig, der Verkauf sei sichergestellt.

Nicht zufrieden ist die SVAMH mit dem zweiten Verordnungspaket der Agrarpolitik 2011 (AP 2011). Mit dem vom Bundesrat unterbreiteten Vorschlag würden Mutterkuhbetriebe rund zehn Prozent an Direktzahlungen verlieren. Das nicht ausgeschöpfte Budget des für die AP 2011 vorgesehenen Zahlungsrahmens sei für die Verbesserungen des Raufutterverzehrer- und des Flächenbeitrages einzusetzen, fordert die SVAMH.

Vor einem Agrarfreihandelsabkommen müssten sich die Mutterkuhhalter nicht fürchten, machte zudem der abtretende SVAMH-Präsident Christian Rubin klar. In der Schweiz würden qualitativ hochstehende und einzigartige Produkte hergestellt, und in den Ostblockstaaten wachse eine zahlungskräftige Schicht an. Wenn die Schweiz die Nischenmärkte nicht in kürzester Frist besetzen könne, würden es andere Länder tun.

Die SVAMH hat an ihrer Versammlung ihren Namen und ihr Logo geändert. Der Verein heisst nicht mehr Schweizerische Vereinigung der Ammen- und Mutterkuhhalter, sondern Mutterkuh Schweiz. Auch ist ein neuer Präsident gewählt worden: Der Bündner Corsin Farrér löst Christian Rubin ab.
(Quelle: LID / 28.03.2008)

Mehr Appenzeller in der Schweiz verkauft

Die Sortenorganisation Appenzeller-Käse konnte den Absatz um 1,6 Prozent oder um 136 Tonnen steigern. Die Schweizer Konsumenten hätten im letzten Jahr rund 3’500 Tonnen Appenzeller-Käse gekauft. Dies sei im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von knapp 10 Prozent oder gut 300 Tonnen, schreibt die Sorgenorganisation Appenzeller in einer Medienmitteilung vom Freitag, 28. März. Zum guten Resultat im Inland hätten insbesondere die verstärkten Marketingmassnahmen für Appenzeller Fondue und die neu gestalteten Verpackungen beigetragen.

Im letzten Jahr ist der Export von Appenzeller-Käse um 3 Prozent oder 171 Tonnen auf 5’397 Tonnen zurückgegangen. Der Export nach Deutschland ist stabil. Jedoch musste in Frankreich eine Einbusse von 5,4 Prozent in Kauf genommen werden. In Nordamerika hat sich das Exportgeschäft wieder etwas erholt. Als Hauptgrund für den Exportrückgang macht die Sortenorganisation die gute Inlandnachfrage und die hohen Exportmengen im Weihnachtsgeschäft 2005 verantwortlich.
(Quelle: LID / 28.03.2008)

Coop darf Carrefour übernehmen

Das Duopol von Migros und Coop werde zwar verstärkt, aber gesamtschweizerisch stehe der Markt auch nach dieser Übernahme unter dem Druck neuer Konkurrenten, schreibt die Weko in einer Medienmitteilung vom Donnerstag, 27. März. Die Weko verlangt jedoch von Coop, dass die so genannten Exklusivitäten abgeschafft würden. Durch die Exklusivitäten verbietet Coop den Lieferanten, gleichzeitig mehrere Detailhandelsunternehmen zu beliefern.
Zudem müsse Coop mit Carrefour-Lieferanten, welche nicht übernommen würden, eine individuelle Lösung finden. In den nächsten sechs Jahren dürfe Coop keine weiteren Unternehmen im Lebensmittel-Detailhandelsmarkt übernehmen.

(Quelle: LID / 27.3.2008)

Promarca kritisiert Carrefour-Übernahme durch Coop

Dies schreibt der Verband in einer Medienmitteilung vom Donnerstag, 27. März, nachdem die Wettbewerbskommission (Weko) Coop grünes Licht für die Übernahme von Carrefour gegeben hat. Promarca habe die Weko darauf hingewiesen, dass der Zusammenschluss von Coop mit Carrefour zu einer Verminderung der Angebotsvielfalt für den Konsumenten führe, weil am Schluss nur noch ein einziger Hauptplayer mit nationaler Abdeckung für Markenartikel das Sagen habe.

Durch den Wegfall von Carrefour werde sich die Position von Coop auf dem Schweizer Markt noch weiter verstärken, befürchtet Promarca. Die entstandene Nachfragemacht von Coop werde einen erheblichen Einfluss darauf haben, welche Produkte auf den Schweizer Markt kommen würden und welche nicht.
(Quelle: LID / Promarca / 28.3.2008)

Vogelgrippebefund am Sempachersee

Eine gesunde Tafelente am Sempachersee hat sich als Trägerin des Vogelgrippe-Virus H5N1 erwiesen. Die Untersuchung erfolgte im Rahmen des Überwachungsprogramms; weitere 200 Wildvögel aus dem gleichen Gebiet wiesen keinen Befund auf. Kranke oder tote Vögel wurden nicht gefunden. Auch in zahlreichen überwachten Geflügelherden wurde das Virus nie festgestellt. Laut übereinstimmender Beurteilung der kantonalen und eidgenössischen Veterinärbehörden besteht keine Ansteckungsgefahr für andere Vögel oder für Menschen. Die bisher geltenden Massnahmen am Vierwaldstättersee werden vorläufig aufrechterhalten.
(Quelle: ots / BVET / 26.3.2008)

Streptomycin wird im Thurgau wohl grossflächig eingesetzt

Rund 350 Erwerbs-Obstbauern haben im Thurgau die Bewilligung für den Einsatz des Antibtiotikums Streptomycin gegen die Obstbaumkrankheit Feuerbrand erhalten.Damit könnte das Mittel auf etwa 75 Prozent der Niederstamm-Anbaufläche gespritzt werden. Es sei aber noch nicht klar, wieviele der Berechtigten das Mittel auch wirklich bezögen, zitiert die Nachrichtenagentur SDA Hermann Brenner, Leiter der Thurgauer Fachstelle für Pflanzenschutz.

Nach dem derzeitigen Wintereinbruch rechnet er damit, dass der Frühling anschliessend mit Wärme einsetzen wird. Sobald die Obstblüten zu 20 bis 50 Prozent offen sind und die Temperaturen im Durchschnitt über 15,6 Grad liegen, ist laut Brenner mit dem Auftreten von Feuerbrandbakterien zu rechnen.

Nachdem der Feuerbrandbefall 2007 so stark war, “dass die Obstwirtschaft so ein Jahr nicht noch einmal überstehen würde”, seien Bäume vorhanden, auf denen das Feuerbrandbakterium den Winter überlebt habe. Im Labor der Forschungsanstalt Agroscope in Wädenswil seien bereits solche Bakterien nachgewiesen worden. Wegen des starken Feuerbrandbefalls im letzten Jahr sind im Thurgau können Besitzer von Niederstammkulturen in allen Gemeinden Bezugsscheine für den Antibiotika-Einsatz beziehen. In 18 der 80 Gemeinden wurden aber keine entsprechenden Anträge gestellt.

Jene, die das Antibiotikum einsetzen wollen, dürfen dies nur nach schweizweit einheitlichen strengen Regeln: Das Mittel darf maximal dreimal während der Obstbaumblüte versprüht werden. Das allerdings nur, wenn für den entsprechenden Tag eine Feuerbrand-Warnung vorliegt. Die Gefahrenmeldung geht den Bauern direkt von der Pflanzenschutzstelle zu. Imker und Bauern können sie aber auch per Telefon abrufen oder im Internet nachsehen. Zudem muss der Einsatz gemeldet werden. Dabei dürfen 600 Gramm Streptomycin in mindestens 750 Liter Wasser pro Hektar Niederstamm-Obstanlage gesprüht werden. Laut Beat Lehner, Präsident der Thurgauer Niederstammproduzenten, kostet das die Bauern 145 Franken pro Hektar.
(Quelle: LID / 26.3.2008)

Grenznahe Einkäufe weniger attraktiv als auch schon

Dies ist das Fazit einer Erhebung des Marktforschungsinstituts IHA-GfK in über 2’000 Schweizer Privathaushalten in der West- und Deutschschweiz. Die Auslandeinkäufe für Güter des täglichen Bedarfs nahmen demzufolge im letzten Jahr im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent ab. Überdurchschnittliche Abnahmen seien auf Einkäufe in Deutschland zu verzeichnen, schreibt das Marktforschungsinstitut.

Die Gründe würden einerseits im ungünstigen Wechselkurs liegen. Andererseits würde der Markteintritt von Aldi, zunehmend attraktivere Einkaufsmöglichkeiten hierzulande und deutliche Preiserhöhungen im Ausland viele davon abhalten, im Ausland einzukaufen. Dazu komme, dass die Preise in der Schweiz im Moment stagnieren oder sogar sinken würden. Am liebsten fahren die Schweizer immer noch nach Deutschland zum Einkaufen, heisst es weiter. Gemüse- und Essigkonserven und Margarine gehören zu den beliebtesten Produkten beim Einkauf ennet der Grenze.

(Quelle: LID / 26.3.2008)

Fachhochschule bietet Masterstudiengang in Life Sciences an

Das Masterstudium ist von Bundesrätin Doris Leuthard bewilligt worden, wie die Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft (SHL) in einer Mitteilung vom Dienstag, 25. März schreibt. Die SHL bietet ab September 2008 einen Masterstudiengang in angewandter Land- und Forstwirtschaft an.

Der Master-Studiengang in angewandter Land- und Forstwirtschaft ist Teil eines gesamtschweizerisch koordinierten Masters in Life Sciences, der mit unterschiedlichen Fachgebieten durch die vier Fachhochschulen SHL, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fachhochschule Nordwestschweiz und Haute école spécialisée Suisse occidentale angeboten wird.

Während der Bachelor der erste akademische Abschluss ist, bildet der Master die darauf aufbauende zweite akademische Stufe. Der Studiengang erweitert und vertieft das Wissen in einem Spezialgebiet. Er dauert mindestens eineinhalb Jahre und wird mit einer praxisorientierten Forschungsarbeit abgeschlossen.
(Quelle: LID / 26.3.2008)

Gemüse schützt wirksam vor Allergien

Kinder, die in den ersten Lebensjahren viel Gemüse essen, erkranken später deutlich seltener an allergischem Asthma. Nach einem Bericht der Gesundheitszeitschrift VITAL (Ausgabe 4/2008, EVT 26.03.2008) haben Wissenschaftler der Universität Kreta in einer Studie mit 460 Kindern herausgefunden, dass bereits 40 Gramm Tomaten, Auberginen, Gurken, grüne Bohnen oder Zucchini täglich für einen wirksamen Schutz ausreichen. Allergien haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer wahren Epidemie entwickelt. In Deutschland ist bereits jedes zweite Kind erkrankt.

Allergisches Asthma ist besonders gefährlich – und wird oftmals durch den übertriebenen Einsatz von Reinigungsmitteln, Lufterfrischern oder auch Möbelpolituren hervorgerufen. Rund 15 Prozent der Erkrankungen gehen laut VITAL auf Raum- und Reinigungssprays zurück.

Auch Erwachsene sind immer häufiger von Allergien betroffen. “Wir müssen davon ausgehen, dass bei uns im Jahr 2010 jeder zweite Erwachsene an einer Allergie leidet”, warnt der Allergologe Professor Torsten Zuberbier in VITAL. Der Mediziner ist Sprecher des Allergiezentrums an der Berliner Charité und Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung. Zuberbiers Prognose wird durch langjährige Studien bestätigt. Danach haben schon heute bis zu 35 Prozent der Deutschen eine Atemwegsallergie.

Die Auslöser der Erkrankung sind häufig nur schwierig zu orten, insbesondere wenn es sich um so genannte Kreuzallergien handelt. So läuft etwa bei immer mehr Birkenpollen-Allergikern die Nase auch ausserhalb der Birkenblüte, was die behandelnden Ärzte bislang vor ein Rätsel stellte. Nun wurde herausgefunden, dass ein Soja-Eiweiss dem Birkenpollenallergen ähnelt. Die Betroffenen sollten darum Soja-Produkte wie Tofu strikt meiden. Ähnliche Kreuzallergien gibt es häufig auch durch Erd- und Haselnüsse, Äpfel, Sellerie und Hülsenfrüchte.

(Quelle: ots)

Neue robuste Erdbeersorten mit möglichst viel Aroma

Forscher des Julius Kühn-Instituts stellen auf DGQ-Tagung aktuelle Ergebnisse zur Vielfalt der Aromamuster in Kultur- und Wildtypen vor. Auf der Grundlage dieser Daten lassen sich die Vererbungsgesetzmässigkeiten für einige Schlüsselverbindungen und damit das schwache Aroma handelsüblicher Sorten erklären.

Erdbeeraroma ist eine komplexe Angelegenheit, denn anders als für das Aroma der Kirsche wo lediglich zwei, drei Substanzen ausschlaggebend sind, lassen sich in der Erdbeere 360 geschmacksrelevante Substanzen nachweisen. Doch neben dem ansprechenden Aroma muss so ein Früchtchen heutzutage auch widerstandfähig gegen Krankheiten und transportabel sein. Die Züchtungsforscher des Julius Kühn-Instituts (JKI) versuchen den Spagat, neue robuste Sorten mit möglichst viel Aroma zu züchten.

Auf dem Weg dahin sind sie einen entscheidenden Schritt voran gekommen. Mit eigens entwickelten Methoden wurden in Kultur- und Wildformen der Erdbeere 200 flüchtige Inhaltsstoffe gemessen. Auf der Grundlage dieser Daten lassen sich die Vererbungsgesetzmässigkeiten für einige Schlüsselverbindungen und damit das schwache Aroma handelsüblicher Sorten erklären.

Die Ergebnisse sind jetzt auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Qualitätsforschung (DGQ) am 17./18. März vorgestellt worden. Ein Schwerpunkt der Tagung waren Qualitäts-Aspekte, die mit dem Verlust an Arten- und Sortenvielfalt bei Kulturpflanzen einhergehen. “Wir beobachten bei der Erdbeersortenzüchtung eine so genannte genetische Erosion zum Beispiel des Methylanthranilats”, erklärt Dr. Detlef Ulrich vom Institut für ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz. So ist der Gehalt dieser Schlüsselsubstanz, die für die blumig-fruchtige, walderdbeerartige Note zuständig ist, in den vermessenen alten Sorten, wie beispielsweise der “Mieze Schindler”, enthalten.

In Hochleistungssorten, die heute auf dem Markt sind, ist sie jedoch nicht mehr nachweisbar. Die Schlüsselsubstanz verliert sich offensichtlich sehr schnell im Glücksspiel der Erbanlagen, das die Züchter betreiben. “Bei dem Bestreben die Erdbeeren haltbarer und weniger anfällig für Krankheiten zu machen, ist der Geschmack etwas vernachlässigt worden”, so Ulrichs Einschätzung. In dem laufenden Züchtungsprojekt des JKI versuchen die Forscher nun aus dem Aromareservoir alter Sorten und Wildarten zu schöpfen und in neuen Sorten alle geforderten Eigenschaften zusammenzuführen.

Bei ihrer Arbeit bedienen sie sich modernster technischer Hilfsmittel, so wird bei der Ermittlung der Aromamuster die Headspace-SPME-Gaschromatographie eingesetzt. Ein Blick auf die Ausdrucke von Aromaprofilen zeigt: Bei der “Elsanta”, einer der häufigsten Handelssorten, fehlen fast alle aromarelevanten Substanzen. Bei der heimischen Walderdbeere Fragaria vesca hingegen stehen zahlreiche hohe Wirkstoffsäulen nebeneinander.

“Wilderdbeeren haben generell reichere Aromaprofile als die hochgezüchteten Handelssorten”, fasst Dr. Ulrich sein Ergebnis zusammen. Die Erdebeerzüchtungen bei denen z.B. “Mieze Schindler” (aromatisch top aber leider nicht transportabel) mit der robusten “Elsanta” gekreuzt wird, laufen auf vollen Touren. “Im vergangenen Jahr haben die Kollegen in Pillnitz tausende Sämlinge selektiert, um Linien mit gutem Geschmack und gleichzeitig verbesserter Fruchtfestigkeit zu finden”, sagt Ulrich. Und der Geschmack einiger neuer Kreuzungen sei sehr erfreulich gewesen.

Schliesslich sei “Mieze Schindler” nur einer von vielen Kreuzungspartnern, die in der Genbank in Dresden lagern. Nachdem nun die Aromamuster der Wildformen bekannt sind, lassen sich auch unter ihnen geeignete Partner finden, die den Geschmack der Erdbeeren aufpeppen helfen. (Dipl.-Biol. Stefanie Hahn, Pressestelle Julius Kühn-Institut)