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Deklarationsstreit bei «kagfreiland» und Globus

Die schweizerische Nutztierschutz-Organisation «kagfreiland» kritisiert, dass Globus-Delicatessa falsche Angaben über die Produktion des Kaninchenfleisches macht. Globus wehrt sich.

von Foodaktuell Importer

Medienmitteilung kagfreiland: Bei Recherchen zu Käfig-Kaninchenfleisch bei Globus musste KAGfreiland, die schweiz. Nutztierschutz-Organisation, feststellen, dass ihr laufend Unwahrheiten aufgetischt werden. Sowohl der Globus-Hauptsitz in Spreitenbach, als auch zwei Globus-Lieferanten, und sogar das Verkaufspersonal in den delicatessa-Läden haben zum Teil krasse Unwahrheiten erzählt. Mit diesem Verhalten verstösst Globus gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb Art. 3b.

KAGfreiland hat einen neuen Film veröffentlicht (auf http://www.kagfreiland.ch), in dem gezeigt wird, in welch tierquälerischer Käfighaltung für Globus Schweiz Kaninchenfleisch produziert wird. Im Laufe der Recherchen hat Globus gegenüber KAGfreiland jedoch schriftlich mitgeteilt, dass die Tiere aus artgerechter Tierhaltung stammen. (Falschaussage!) Die Schweizer Handelsfirma, die Globus Bern und Lausanne mit Kaninchenfleisch beliefert, hat schriftlich bestätigt, dass die ausländischen Kaninchen sogar mehr Platz haben als gemäss CH Tierschutzgesetz vorgeschrieben wäre. (Falschaussage!)

Bei direkten Nachfragen durch KonsumentInnen in den Globus-delicatessa-Läden Bern und Lausanne, die beide Käfigfleisch verkaufen, wurde erzählt, das Kaninchenfleisch stamme nicht aus Käfighaltung. (Falschaussage!) In Genf wurde gesagt, es handle sich um eine bäuerliche Haltung, in Zürich hiess es, die Tiere hätten freien Auslauf. (Falschaussagen!)

Die Warenhauskette Globus gehört dem Migroskonzern. In der Schweiz gibt es 12 Globus-Warenhäuser, wovon 9 eine delicatessa-Abteilung führen. Migros-Konzernchef Bolliger schreibt (www.migros.ch unter Nachhaltigkeit – Grundsätze), dass die Migros Wert auf tierfreundliche Produktion lege. Bei gewissem Kaninchenfleisch, das in einzelnen Globusfilialen verkauft wird, entspricht diese Aussage nicht der Realität. (Medienmitteilung kagfreiland)

Globus überprüft Lieferanten von Kaninchenfleisch

Medienmitteilung Globus: Die durch KAGfreiland bezüglich
Kaninchenfleisch erhobenen Vorwürfe, “Globus täusche Konsumenten”
(KAG Medienmitteilung) weist Globus entschieden zurück und schreibt: Wir haben von sämtlichen Lieferanten schriftliche Bestätigungen
bezüglich der Haltung der Tiere eingefordert. Unsere Lieferanten für
Kaninchenfleisch haben uns eine artgerechte Haltung der Kaninchen
zugesichert.

Die Angaben bezüglich der italienischen Ware war nicht genügend
eindeutig, weshalb wir bis zur Überprüfung Kaninchenfleisch aus
Italien sofort aus dem Verkauf genommen haben. Auch bei
Kaninchenfleisch aus Frankreich sind weitere Abklärungen nötig,
weshalb wir vorderhand auch auf den Verkauf französischer Kaninchen
verzichten. Mit KAGfreiland haben wir den Dialog aufgenommen, werden die
Gespräche weiterführen um die Situation zu bereinigen. Unser Ziel:
Angebote aus Tiergerechter Produktion. (Medienmitteilung Globus)