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KURZNEWS 15. Juli 2008

Frankreich sorgt sich um seine Austern / Backpulver hilft gegen Mehltau bei Gemüse / Kaum kritische Antibiotikarückstände in Schweizer Honig trotz verstärktem Streptomycin-Einsatz im Obstbau / Kritik am Ampelmodell bei Nährwertkennzeichnung

von Foodaktuell Importer

Regionales geniessen am “Genuss 08”-Festival

14.07.2008 – (lid) – Unter dem Titel “Genuss 08” können vom 16. August bis zu 6. September vom Berner Seeland bis in die Zentralschweiz regionale Spezialitäten genossen werden.
Das Festival mit über 160 Anlässen wird am 16. August mit Vollmond-Anlässen an verschiedenen Orten eröffnet, etwa mit einem Vollmond-Fondue auf dem Rellerli bei Schönried oder mit einem Fischessen mit Vollmondfahrt auf dem Wohlensee. Mit von der Partie sind auch Spitzenköche wie Irma Dütsch oder Daniel Lehmann vom Restaurant Moosegg. Organisatorin von “Genuss 08” ist die überregionale Marketingorganisation “Das Beste der Region”. Ein Überblick über alle Anlässe findet sich im Internet: www.regionalprodukte.ch

Mysteriöses Austernsterben in Frankreich

Ein mysteriöses Austernsterben macht den französischen Muschelzüchtern Sorgen. Vom Ärmelkanal und der Bretagne bis zur Becken von Arcachon an der Atlantikküste sind binnen weniger Tage zwischen 40 und 100 Prozent der jungen Austern abgestorben. «Seit zehn Jahren gibt es im Sommer Ausfälle. Beunruhigend sind das Ausmass des Phänomens und das gleichzeitige Auftreten in allen Regionen», sagte Forschungsdirektor André Gérard vom Meeresforschungsinstitut IFREMER dem Pariser «Figaro». Auch im Mittelmeer starben Jungaustern ab.

Ob das Massensterben von Umwelteinflüssen oder einem Erreger ausgelöst wird, ist noch unklar. Für kleinere Austernsterben seit den 90er Jahren wurde bisher die Meereserwärmung verantwortlich gemacht, doch in diesem Jahr ist die Wassertemperatur eher normal.

Vom Massentod betroffen sind vor allem ein- bis zweijährige Jungaustern, die nach der Reproduktionsphase geschwächt sind. Diese Muscheln würden normalerweise 2010 und 2011 auf den Markt kommen. Eine Gefahr für den Konsumenten besteht nicht. In Frankreich werden jährlich 130’000 Tonnen Austern produziert. Für viele der 3400 Betriebe stellt das Massensterben mittelfristig eine Gefahr dar. Die Austernzüchter fordern jetzt Hilfen vom Staat.


(Quelle: sda/news.ch / 12.7.08)

Backpulver hilft gegen Mehltau bei Gemüse

Seit Anfang Juli steht den biologischen Gemüseproduzenten in der Schweiz zur Pflege ihrer Kulturen gegen die Pilzkrankheit Echter Mehltau ein neues Mittel zur Verfügung: Backpulver. Das FiBL hat an der Entwicklung dieser Methode massgeblich mitgearbeitet. Das gleiche Mittel wirkt auch gegen Pilzkrankheiten in Obstbau.

Der Echte Mehltau ist eine wichtige Pilzkrankheit im biologischen Gemüsebau, die häufig empfindliche Enteausfälle verursacht. Seit 1. Juli 2008 ist mit Armicarb ein neues Behandlungsmittel zugelassen, das für die Gesundheit von Mensch und Umwelt unbedenklich und daher auch für den Biolandbau geeignet ist. Damit steht nun erstmals ein Bio-Behandlungsmittel gegen Echten Mehltau bei Kräutern, Zucchetti und bei Nüssler zur Verfügung.

Der Wirkstoff in Armicarb ist Kaliumbicarbonat, das in der Lebensmittelverarbeitung als Treibmittel verwendet wird (E 501), – ähnlich wie das bekanntere und chemisch verwandte Natriumbicarbonat (Backpulver). Dass Bicarbonate gegen Echten Mehltau wirken, ist schon länger bekannt. In Zusammenarbeit mit Stähler Suisse SA hat das FiBL das weiterentwickelte Produkt Armicarb in Gemüse, Obst-, und Weinbau im Labor und im Feld geprüft – in Zusammenarbeit mit Praxisbetrieben.

Stähler Suisse SA hat nun Armicarb in der Schweiz als Behandlungsmittel für den professionellen Biolandbau (FiBL-Hilfsstoffliste) registriert. Armicarb ist bewilligt gegen Echten Mehltau in Tomaten, Nüssler, Gurken, Zucchetti sowie Rosmarin und Salbei, mit der Dosierungskonzentration von 0,5 Prozent und einer Wartefrist von drei Tagen. Das Produkt muss unmittelbar nach Befallsbeginn regelmässig in wöchentlichen Abständen eingesetzt werden.

Ab 1. Juli ist Armicarb ebenfalls für den Bioapfelanbau zugelassen, wo es gegen die beiden Pilzkrankheiten Apfelschorf und Regenflecken wirkt. Weitere Informationen erteilen Martin Koller und Lucius Tamm bei Forschungsinstitut für biologischen Landbau.


(Quelle: FiBL / 11.7.2008)

Westschweizer Konsumenten testen neue Früchte- und Gemüsesorten

Auf der Suche nach dem Konsumentengeschmack bei Früchten und Gemüsen arbeitet die Forschungsanstalt Agroscope ACW mit der Westschweizer Konsumentenschutzorganisation FRC zusammen.
In Supermärkten und auf offenen Märkten der Westschweiz werden Konsumententests mit neuen Aprikosen-, Erdbeer- und Tomatensorten durchgeführt. Diese werden bei Agroscope im Hinblick auf Energieeinsparungen bei unterschiedlichen Temperaturen angebaut, wie es in einer Medienmitteilung heisst.
Die Forscher wollen so Beurteilungskriterien für die Geschmacksqualität festlegen und Daten darüber sammeln, welche Erwartungen die Konsumenten haben.


(Quelle: LID / 11.7.2008)

Schweizer Honig überschreitet Antibiotika-Toleranzwert kaum

Der Schweiz. Obstverband (SOV), der Verein Deutschschweizer und Rätoromanischer Bienenfreunde (VDRB) und die Obstbau-Fachstellen der Kantone Luzern, St. Gallen und Thurgau werten die diesjährige Feuerbrand-Bekämpfungsstrategie als Erfolg.

Der SOV, der VDRB und die drei kantonalen Obstbau-Fachstellen stellten ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen zur diesjährigen Feuerbrandbekämpfungsstrategie am 10. Juli in Neukirch-Egnach gemeinsam der Öffentlichkeit vor. Die drei Kantone sind von der gefürchteten Kernobstkrankheit Feuerbrand am stärksten betroffen: Gemeinsam produzieren die Obstbauern in den drei Kantonen laut dem SOV etwa 70 Prozent der Tafeläpfel aus der Deutschschweiz. Und dort sind auch über drei Viertel der Streptomycin-Behandlungen, die in der Schweiz durchgeführt worden sind, erfolgt.

Dies gab der Feuerbrandspezialist Eduard Holliger von der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil bekannt. Der Antibiotika-haltige Wirkstoff Streptomycin kam während dem Monat Mai 2008 erstmals in der Schweiz unter strengen Auflagen gegen den Feuerbrand zum Einsatz.

Die Kantone St Gallen und Thurgau haben die Streptomycin-Wirkung mit alternativen Präparaten verglichen. Ihr Fazit: Dank Streptomycin konnten grössere Schäden an den Obstanlagen vermieden werden. Sie stellten übereinstimmend fest, dass dort, wo Streptomycin gemäss Warndienst angewendet worden ist, grössere Schäden (Rodung, Rückschnitt, Rückriss) ausgeblieben sind, die mit dem Vorjahr vergleichbar wären. Es gab lediglich vereinzelte Blüteninfektionen.

Anders in den Anlagen, in welchen die Obstbauern keine oder alternative Präparate ausgebracht hatten. Hier traten bei hohem Befallsdruck vergleichsweise deutlich mehr Infektionen und Schäden auf. Insgesamt mussten in allen drei Kantonen bisher 8.4 Hektaren Obstanlagen gerodet werden, gegenüber 125 Hektaren Ende Saison 2007. Mit einer Ausnahme (wo bei einer hoch anfälligen Sorte nur zwei statt der empfohlenen drei Behandlungen erfolgten) sind keine dieser Bäume mit Streptomycin behandelt worden.

Bis am 8. Juli sind in den drei Kantonen insgesamt 1133 auf Streptomycin untersuchte Proben ausgewertet worden. Mit ganz wenigen Ausreissern liegen die bisher untersuchten Honigproben unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Toleranzwert von 0.02 Milligramm Streptomycin pro Kilogramm Honig.

Insgesamt liegen aus den drei Kantonen bisher acht Proben (0.7 % der Proben) über dem vom SOV und VDRB freiwillig festgelegten, noch strengeren Interventionswert von 0.01 mg pro kg. Der Honig dieser Proben wird vom SOV aufgekauft und entsorgt. Die Imker werden für den Ausfall entschädigt.

Somit darf der im Verkauf erhältliche Schweizer Honig auch in diesem Jahr als naturrein
bezeichnet werden. Der VDRB nimmt die vorliegenden Ergebnisse erleichtert zur Kenntnis, wäre es doch für viele Imker, trotz Entschädigung, nicht einfach, wenn ihr Honig einfach als Müll verbrannt werden müsste.

Der Schweiz. Obstverband zieht ein positives Fazit, wenngleich der Aufwand für alle Beteiligten gross ist. Er ist überzeugt, dass diese Ergebnisse das Vertrauen in Schweizer Honig und in Schweizer Äpfel und Birnen stärken. Es muss davon ausgegangen werden, dass trotz grossen internationalen Forschungs-Anstrengungen gleichwertige Alternativen zum Streptomycin auch im Jahr 2009 fehlen werden.

Um die Existenzen der betroffenen Obstbauern zu sichern, wird sich der Verband für eine Verlängerung der Bewilligung unter denselben strengen Auflagen um ein weiteres Jahr einsetzen. Damit kann sichergestellt werden, dass im Falle von kritischen Infektionsbedingungen im kommenden Frühjahr eine erneute Freigabe rechtzeitig erfolgen könnte.

Die Kernobstbäume sind vor allem in der Blütezeit sehr anfällig auf Feuerbrand. Laut Eduard
Holliger von Agroscope Changins-Wädenswil lag das Infektionsrisiko in diesem Jahr etwas tiefer als im Vorjahr, die Anzahl an möglichen Infektionsherden war jedoch deutlich grösser. Die früh blühenden Birnbäume hatten vielerorts bereits abgeblüht, als die optimalen Infektionsbedingungen (Temperatursumme gilt als ein Mass für die Bakterienvermehrung) erreicht wurden.

Laut Holliger hatten anfangs Juli rund 300 Gemeinden Feuerbrandbefall gemeldet. Vor einem Jahr sind es Mitte Juni bereits 400 Gemeinden gewesen. Neben Apfel- und Birnbäumen sind auch Quitten, Weißdorn und Ziergehölze wie Cotoneaster dammeri befallen. Ausgehend von diesen infizierten Bäume und Sträucher werden die Jungtriebe gesunder Bäume während der gesamten Vegetationsperiode gefährdet resp. befallen.

Die Bakterienkrankheit breitet sich in der Schweiz weiter aus. Im Kanton Waadt wurde Ende Juni erstmals in Obstanlagen Befall festgestellt. 20 Jahre nach dem ersten Auftreten in der Schweiz hat der Feuerbrand somit auch die Anlagen am Genfersee erreicht.

(Quelle: Schw. Obstverband / 10.7.2008))

Weniger Biobetriebe in der Schweiz

Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe hat 2007 weiter abgenommen. Gesunken ist auch die Anzahl der Biobetriebe. Dies geht aus der Landwirtschaftlichen Betriebszählung 2007 hervor, die das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag, 10. Juli veröffentlichte. Danach gab es in der Schweiz 1990 noch 92’800 Bauernbetriebe. Die Zahl ging auf knapp 61’800 (2007) zurück. Seit 2000 sind jährlich 1’250 Betriebe verschwunden, eine Abnahmerate von knapp 1,8 Prozent. Vor allem kleine Betriebe seien vom Strukturwandel betroffen, schreibt das BFS. Die Zahl der Betriebe mit einer Nutzfläche von über 25 Hektaren nahm dagegen zu.

Die Anzahl Biobetriebe nahm 2005 bis 2007 um 3,4 Prozent ab, von rund 6’400 auf 6200. Bis 2005 war ihre Zahl stetig angewachsen. Auch bei den Biobetrieben gingen vor allem die kleineren Höfe ein. Laut Bio-Suisse-Geschäftsführer Markus Arbenz zeichnete sich der Trend schon 2004/2005 ab. Auch die Bio-Landwirtschaft sei vom Strukturwandel nicht verschont. Es gab weniger Betriebe mit grösserer Anbaufläche. Insgesamt wuchs die Fläche für Bio-Landwirtschaft.

Bei den Tierbeständen stagnierte die Zahl der Rinder bei rund 1,57 Mio. Auch hier ging die Zahl der Betriebe mit Rindviehhaltung seit 2000 zurück, die Herdengrösse pro Betrieb nahm von 31 auf 36 Tiere zu. Bei den Kühen geht der Anteil der reinen Milchkühe zurück, jener der Mutter- und Ammenkühe hat sich dagegen seit 2000 gut verdoppelt.

Seit längerem werde in der Tierhaltung eine Diversifizierung beobachtet, stellt die Landwirtschaftliche Betriebszählung fest. So wuchsen die Bestände an Ziegen und Pferden um 27 respektive 20 Prozent. Fast verdoppelt haben sich seit 2000 die Betriebe, die “exotische” Tierarten wie Bisons, Hirsche, Lamas und Alpakas halten. Die Flächen für Ackerland, Getreide und Kartoffelanbau schrumpften 2005 bis 2007 um 2,3 respektive 6 und 6,1 Prozent. Ausgedehnt wurden dagegen die Anbauflächen für Zuckerrüben (seit 2000 um 17 Prozent) und für Raps gar um 42 Prozent.

(Quelle: LID / 10.7.2007)

Dank Streptomycin weniger Feuerbrandbefall

Im Sommer 2008 sind bisher in der ganzen Schweiz weniger als 10 Hektaren Obstbaumflächen wegen Feuerbrandbefalls gerodet worden. 2007 waren es über 125 Hektaren gewesen, erklärten Vertreter des Schweizerischen Obstbauverbandes (SOV) am 10. Juli vor den Medien in Neunkirch TG. Der starke Rückgang sei auf den erstmals erlaubten Einsatz des Antibiotikums Streptomycin zurückzuführen. Der SOV werde deshalb beantragen, dass dieses auch 2009 angewendet werden dürfe.

Insgesamt hatten 2008 gut 700 Obstbaubetriebe in der ganzen Schweiz die Erlaubnis, Streptomycin anzuwenden. Das waren 45 Prozent aller Betriebe. 552 Betriebe haben das Antibiotikum auch tatsächlich angewendet, dabei wurden 453 Kilo des Mittels verbraucht. 75 Prozent der Einsaätze erfolgten im Thurgau, in St. Gallen und in Luzern.

Streptomycin durfte 2008 in zehn Deutschschweizer Kantonen angewendet werden. Dieses Jahr ist der Feuerbrand erstmals auch in der Waadt aufgetreten. Ansonsten sind vor allem Bio-Betriebe und Baumschulen betroffen, die Strepromycin nicht anwenden durften. Im Thurgau sind auch wieder Hochstammobstbäume stark betroffen. Bei diesen wird Feuerbrand vornehmlich durch den Rückriss der befallenen Baumteile bekämpft.


(Quelle: LID / 10.07.2008)

Nährwertkennzeichnung – Schweden kritisiert Ampelmodell

(aid) – Welches Lebensmittel ist gesünder? Diese Frage lässt sich so leicht nicht beantworten – zumindest nicht, wenn man vor dem Supermarktregal steht und die Verpackung studiert. Manchmal stehen Nährwerte drauf, manchmal Prozente, manchmal gar nichts. Im Moment gibt es nur ein großes Durcheinander. Die Frage, welche Art und Weise der Nährwertkennzeichnung sinnvoll und verständlich ist, erhitzt seit Monaten die Gemüter. Die Verbraucherverbände befürworten die Ampelkennzeichnung. Nach ihrem Wunsch werden die vier wichtigsten Nährstoffe und der Energiegehalt mit Ampelfarben bewertet. Rot für einen hohen Nährstoffgehalt, gelb für einen mittleren und grün für einen geringen.

Zu wenig verbraucherfreundlich, findet das Dr. Anita Laser Reuterswärd von der schwedischen Gesundheitsbehörde NFA. Die Schweden haben schon 1989 das grüne Schlüsselloch eingeführt. Es kennzeichnet Lebensmittel, die fettarm, zuckerarm, salzarm und ballaststoffreich sind. “Für den Verbraucher ist es schwierig, sich schnell für die gesündeste Variante zu entscheiden, wenn ein Produkt aus mehreren grünen, gelben und roten Punkten besteht”, meint Reuterswärd.

Auch die Niederländer setzen auf ein Positiv-Logo. Dort hat sich eine Allianz aus Unternehmen, Behörden und Wissenschaftlern gebildet und Kriterien für besonders gesunde Produkte entwickelt. Mehr als 100 niederländische Unternehmen werben inzwischen auf ihren Produkten mit dem kleinen runden Button “Ik Kies Bewust”. Im Unterschied zum schwedischen Modell darf allerdings auch Junkfood das Logo tragen, wenn es denn besser ist als anderes Junkfood. Die Vertreter des Dachverbandes der Lebensmittelindustrie BLL wiederum, favorisieren das GDA-Modell (Guideline Daily Amounts).

Es wertet nicht, es zeigt lediglich an, wie viel Prozent vom Tagesbedarf eine Portion abdeckt. Aber auch dieses Modell hat Tücken, denn wer beherrscht schon Prozentrechnung und wer bestimmt, was eine Portion ist? Sicher ist nur: Wenn es keine Einigung gibt, für wen die Kennzeichnung gedacht ist und welches Modell verwendet wird, dann wird das Durcheinander nicht kleiner sondern größer.


(Quelle: aid-Verbraucherinfo-Portal / 9. Juli 2008)

Fachleute für Ernährung mit niedriger glykämischer Last

Die «International Diabetes Federation» (IDF) hat in ihren neuesten Leitlinien postprandial stark erhöhte Blutzuckerkonzentrationen als unabhängigen Risikofaktor für das akute Koronarsyndrom ausgewiesen. Das ist immer noch die häufigste Todesursache in der westlichen Welt. Als primäre Therapie empfehlen sie noch vor den modernen Medikamenten eine Ernährung mit niedriger «glykämischer Last».

Unter dem Begriff Akutes Koronarsyndrom (ACS) werden in der klinischen Praxis jene Phasen der koronaren Herzkrankheit (KHK) zusammengefasst, die unmittelbar lebens-bedrohlich sind. Dies sind die instabile Angina, der akute Myokardinfarkt und der plötzliche Herztod. Die Übergänge dieser Erkrankungsformen sind dabei fliessend. Als Risikofaktoren werden herkömmlich Rauchen, Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Adipositas, Bewegungsarmut, Dysstress und psychische Faktoren genannt.

Zahlreiche Studien haben in der jüngeren Vergangenheit aber vermehrt darauf hingewiesen, dass erhöhter Blutzucker auch schon im nicht-diabetischen Bereich ein eigenständiger Risikofaktor ist. Die American Heart Association (AHA) hat kürzlich auch in einem Statement diese postprandiale Hyperglykämie (ppHG) als eigenständigen Risikofaktor bestätigt, das mangelnde Wissen um die Relevanz bemängelt und die Notwendigkeit einer Therapie hervorgehoben.

Die IDF listet die ppHG im Einzelnen als unabhängiger Risikofaktor für folgende Krankheitsbilder auf:

– Makrovaskuläre Erkrankungen (Erkrankungen der grossen Gefässe) mit der höchsten Evidenzstufe 1+

– Retinopathie (verschiedene Erkrankungen der Netzhaut des Auges) mit Evidenzstufe 2+

– Verdickung der Intima Media mit Evidenzstufe 2+

– Oxidativer Stress, Entzündungen, und endotheliale Dysfunktion mit Evidenzstufe 2+

– Reduziertes Blutvolumen und reduzierter Blutfluss im Herzen mit Evidenzstufe 2+

– Krebserkrankungen mit Evidenzstufe 2+

– Herabgesetzte Gedächtnisleistung bei älteren Menschen mit Typ-2 Diabetes mit Evidenzstufe 2+

Der postprandiale Anstieg des Blutzuckers ist von vielen verschiedenen Einflüssen abhängig: Insbesondere das Ausmass der Insulinresistenz und die Kapazität der Bauchspeicheldrüse, Insulin zu produzieren. Ebenso beeinflussen die Menge und Qualität der Kohlenhydratzufuhr die Blutzuckerkonzentration nach dem Essen in entscheidender Weise. Mit „Qualität“ ist in diesem Zusammenhang üblicherweise die standardisierte Blutzuckerwirkung gemeint. Sie wird durch den glykämischen Index (GI) definiert.

(Quelle: Schw. Milchproduzenten / 9. Juli 2008)

MARKTPLATZ

Das Vollkorn-Biscuit DAR-VIDA wird 70-jährig

Zum Jubiläum hat die Firma HUG die Rezepturen sämtlicher DAR-VIDA überarbeitet und verwendet nun für alle neun Varietäten ausschliesslich hochwertiges Rapsöl aus der Schweiz. Seit 70 Jahren gibt es DAR-VIDA, also bereits zur Zeit unserer Ur-Grosseltern. Woher der Name DAR-VIDA stammt, und was er eigentlich bedeutet, wissen aber nur die
Wenigsten. Der Begriff stammt vom «Erfinder» des Produkts, dem Berner
Biscuitsfabrikanten Ernst Grieb.

Als weitgereister Unternehmer traf er diese Art Gebäck erstmals in den dreissiger Jahren bei der Bäckerei Daren in Dartford, im Süden Englands an. Sofort erkannte er damals die Vorzüge des Produkts und entwickelte ein neues Vollkorn-Gebäck für die Schweiz, welchem er den Namen DAR-VITA geben wollte. Den Bestandteil DAR hat Herr Grieb von Daren abgeleitet und VITA bedeutet «Leben» auf Latein. Bereits damals war dies aus markenrechtlichen Gründen jedoch nicht möglich und aus DAR-VITA wurde DAR-VIDA.