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Schokolade-Verpackungsfolien im Vergleich

von Foodaktuell Importer


Bei der Primärverpackung von Schokoladetafeln gibt es nebst den wichtigen Schutzfunktionen auch Marketingüberlegungen. Alufolie ist im Gegensatz zu Kunststoff-Folie mit oder ohne Metallisierung die am häufigsten verwendete. «Der Knistereffekt ist ein Vorteil», so Schön. Gewerbliche Confiserien, die immer mehr eigene Tafeln giessen und als Hausschokolade verkaufen, verwenden oft transparente OPP-Folien, dies ebenfalls aus Marketinggründen. «Sie präsentieren das Produkt sichtbar und deuten Frische an», sagt Schön.

Lichtschutz bieten sie allerdings nicht, so dass die lichtempfindliche weisse Schokolade innert wenigen Tagen einen oxidativen Lichtgeschmack annehmen kann. Aber Confiserien streben nur eine Haltbarkeit von zwei bis sechs Wochen an gemäss Caderas, die industriellen Hersteller dagegen bis zu zwölf Monaten, oder im Export sogar noch mehr.

Die Folie hat heute durchaus mehr Marketingbedeutung als früher. Ernst Widtmann, unabhängiger Verpackungsberater in Schaffhausen, nennt als Beispiel Goldfolien und geprägte Folien. Und viele Tafeln des Premiumsegments sind heute statt in einem Papierwickel in einem edlen Kartonetui sekundärverpackt – nicht nur die bruchanfälligen gefüllten. Flowpacks dagegen, für Tafeln eigentlich ideal, werden hierzulande selten verwendet. «Die entsprechenden Maschinen lohnen sich nicht», vermutet Widtmann.

Die übliche Alufolie für Tafeln ist lackiert, damit man sie heiss oder kalt siegeln kann. OPP-Folien dagegen, wie von Chocolat Frey verwendet, sind verschweisst. Beim Siegeln verschmilzt nur der Lack, beim Schweissen dagegen das gesamte Material. Alufolie besteht aus einer sehr dünn gewalzten Aluschicht und enthält nahezu 100% Aluminium. Eine moderne Alternative wäre die metallisierte Kunststofffolie, auf welcher das Metall nur zu wenigen Prozenten aufgedampft wird. Solche bewähren sich seit langem bei Chips und Snacks.

Die Schutzfunktion würde für Schokolade ausreichen, aber es gibt verpackungstechnische Hindernisse: «Das so genannte Totfalzverhalten der Alufolie ist ein Muss für die Maschinengängigkeit», so Widtmann. Der Falz einer metallisierten Folie besitzt dagegen eine störende Rückstellkraft.

Tafel in transparenter Folie aus der Zuger Confiserie Speck

Vor- und Nachteile von Schokolade-Primärverpackungsfolien

Vorteile der Alufolie

Einfacher zu öffnen
Wiederverschliessbar
sehr gute Barriereeigenschaften (Licht, Fremdgerüche)
Edlere Anmutung
Guter Insektenschutz

Nachteile der Alufolie

Geringe Reissfestigkeit auf der Verpackungsmaschine
Hohes spezifisches Gewicht (Transportkosten der Rollen!)
Hohe Wärmeleitfähigkeit

Vorteile der OPP-Folie

Günstiger
Umweltschonendes Image
Geringeres Durchstich-Risiko bei Tafeln mit stückigen Zusätzen wie grossen Nüssen

Nachteile der OPP-Folie

Schwierigere Erstöffnung
Schlechtere Wiederverschliessbarkeit
Erdölabhängiger Preis

Quellen: Chocolats Frey, Nestlé, Ernst Widtmann

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