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Schokolade statt Aspirin?

Wer regelmässig dunkle Schokolade isst, kann sein Herzinfarkt-Risiko deutlich senken dank dem Gehalt an antioxidativen Katechinen.

von Foodaktuell Importer


“Wer regelmässig Schokolade isst, kann sein Herzinfarkt-Risiko deutlich senken – allerdings gilt dies nur für dunkle Sorten, denn nur diese enthalten grössere Mengen an antioxidativen Katechinen, den entscheidenden Wirkstoffen, welche offenbar ähnliche Wirkungen wie Aspirin entwickeln. “Wenn wir etwas seriös publizieren, interessiert das kaum jemanden, wenn wir aber über die heilsamen Wirkungen von dunkler Schokolade berichten, wird das sofort aufgenommen”, so Prof. Dr. med. Thomas F. Lüscher, Leiter der Abteilung Kardiovaskuläre Forschung am Institut für Physiologie an der Universität Zürich anlässlich des diesjährigen Bodenseekongresses.

Lifestyle, d.h. Bewegung und Ernährung, neben Schokolade zum Beispiel auch die ausreichende Versorgung mit sogenannten Omega-3-Fetten, wie diese im Fischöl enthalten sind, spielten bezüglich der Prävention von Herzkreislauferkrankungen eine grosse Rolle, so Lüscher. 80% der Ärzte würden es aber versäumen, ihre Patienten auf eine entsprechende Lebensweise hinzuweisen. Viel mehr würde meist nach dem Motto “a pill a day keeps the doctor away” vorgegangen.

Auch Früchte und Gemüse enthalten Antioxidantien. «An apple a day keeps the doctor away» heisst die Volksweisheit im Original, aber Ärzte verdienen an Ernährungstipps kaum etwas und können keine Rezepte für Früchte ausstellen. Handkehrum gäbe es viele Patienten, die den Arzt wechseln, wenn sie nicht die gewünschten Pillenrezepte erhalten.

Der Tagespräsident der Schweizerischen Anti Aging-Gesellschaft (SSAAMP), Dr. med. Roland Ballier, wies in seinem Eingangsstatement ebenfalls auf den Bedeutung des Lebensstils und damit die Prävention im Zusammenhang mit Zivilisationserkrankungen hin. “Der Arzt darf sich nicht darauf beschränken, Krankheiten zu heilen, viel wichtiger wäre es, alles daran zu setzen, um diese zu verhindern.”

Prof. Dr. med. Thomas D. Szucs vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich untermauerte diese These auch bezüglich der wirtschaftlichen Auswirkungen. “Prävention ist mindestens so wirtschaftlich wie die Therapie”, so sein Zitat. Leider gäbe die Schweiz nur zwei bis drei Prozent des Gesundheitsbudgets zur Verhinderung und Früherkennung von Krankheiten aus und belegt somit einen der letzten Plätze im internationalen Vergleich.

Der Fachkongress auf dem Wolfsberg in Ermatingen war mit über 270 Teilnehmern der grösste Anti Aging-Event der Schweiz. Im kommenden Jahr findet dieser Anlass im “The Dolder Grand” in Zürich statt, da die Räumlichkeiten im Thurgau wohl dem zunehmenden Ansturm von Ärzten und Apothekern nicht mehr genügen. Weitere Informationen unter http://www.ssaamp.ch. (Quelle: Swiss Society for Anti Aging Medicine und Prevention SSAAMP)

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