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Rosinen vom Goûts & Terroirs-Kuchen

Die 9. Schweizer Gastromesse für einheimische Spezialitäten «Goûts & Terroirs G+T» in Bulle FR (29.10. bis 2.11.08) verzeichnete einen Besucherrekord. Wie immer war die Backwaren- und Confiseriebranche gut vertreten und dieses Jahr führte der Westschweizer Bäckermeisterverband wieder die Jurierung für die Swiss Bakery Trophy 2008 durch. «foodaktuell.ch» präsentiert einige Rosinen von der Messe und berichtet über den Wettbewerb.

von Foodaktuell Importer


Für die Freibruger ist die «Goûts & Terroirs» ein Heimspiel: «Au Bricelet d’Or» demonstrierte die handwerkliche Herstellung der Freiburger Bricelets aus Mehl, Zucker, Doppelrahm, Weisswein und Kirsch. Einzel gebacken im Brezeleisen und handgerollt.




Die G+T fördert Deutschschweizer Produkte. Bereits Erfahrung hat die Bäckerei «Am Schaubmarkt» aus Stein am Rhein: Franz Marty gibt seine Hildegard Klosterguetzli mit einer Spezialzange mit schonend weicher Spitze zum Probieren. Die Hildegard-Biscuits enthalten Zutaten wie vor Tausend Jahren: Vollkorn-Urdinkel, Honig, Butter, Mandeln, Eier, Gewürze. Hildegard von Bingen war eine heilkundige Äbtissin des 12. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt ihrer Ernährungslehre stand der Dinkel. Später wurde sie heilig gesprochen, und heute ist sie die Gallionsfigur der IG Dinkel.


Gemeinschaftsstand der Züri-Becken: Die Bäckerei Voland aus Bauma offeriert Baumer Lebkuchen mit Haselnussfüllung nach «einem Rezept wie vor 108 Jahren», betont Bäckereichef René Schweizer. «Die Gewürzmischung ist Top Secret». Er stellt 3500 Stück pro Woche davon her. Weitere Spezialitäten: Glutenfreie Produkte und Orange-Tonkabohnen-Guetsli.




Bäckerei Guillaume in Sugiez: der traditionelle Vully-Kuchen der Murtenseeregion, die dieses Jahr Gastregion war. Weggliteigfladen mit süssem oder würzigen Aufstrich.


Die Gstaader Confiserie Charlys, die notabene dem SKCV-Präsidenten Stefan Romang gehört, war das erste Mal an der Messe. Spezialität: Chalet Suisse, gefüllte Schokoladen-Carrés hell und dunkel – in Bulle und Gstaad ein Bestseller im Tourismusgeschäft.


Bäckerei Böhli aus Appenzell: Die traditionellen «Chrempfli» aus Chräbeliteig ohne Anis mit Haselnussfüllung. Früher waren sie ein Souvenir der Landsgemeinde, das die degentragenden Männer ihren nicht stimmberechtigten Frauen brachten.




Wie jedes Jahr demonstrierte die Confiserie Le Bèkô de la Gruyère aus Bulle die Caramelbonbon-Herstellung mit Greyerzerrahm.


Jacques Perrenoud von der gleichnamigen Confiserie in Fleurier NE stellt weiss und dünn überzogene Pralinés mit dunkler Absinthcanache her (durch Trempieren von Hand) und gewann an der letzten Swiss Bakery Trophy damit eine Silbermedaille.




Das Schweizer Bäcker-Nationalteam demonstrierte Teig-, Dekor- und Backkunst, beantwortete Fragen, gab Tipps und motivierte damit sicher einige Schüler, sich für eine Bäcker-Konditor-Lehre zu bewerben.


Die dritte Ausgabe der Swiss Bakery Trophy, welche an der «Goûts & Terroirs» stattfand, kann eine schöne Bilanz präsentieren: 285 gewerbliche Bäckereien, Konditoreien und Confiserien aus allen Kantonen nahmen teil. 1405 Produkte (200 mehr als letztes Mal) kamen unter die Lupe einer Jury von 180 Fachleuten und 120 Konsumenten. Sie beurteilten codierte Proben mit einer Skala von 1 bis 10 (10 Punkte bedeutete tadellos).




Das Publikum durfte mit gebührendem Abstand die prämierten Kunstwerke bestaunen, degustieren oder kaufen. Hinter den Präsentationstischen konnte es die Juroren an der Arbeit beobachten – für die Kinder ein besonderes Erlebnis und eine Erfahrung, wie wertvoll Handwerkskunst sein kann.




Erstmals wurden dieses Jahr die 7000 Jury-Fragebogen mit dem Scanner und direktem Draht zum Computer ausgewertet – eine wohltuende Rationalisierung. Für die Berechnung der Gesamtnote pro Produkt wurden jeweils die schlechteste und die beste gestrichen, um den Einfluss von einzelnen Ausreissernoten zu eliminieren. Die Namen der Medailliengewinner und die prämierten Produkte werden ab 10. November 2008 auf der Webseite www.lepain.ch veröffentlicht.

Jeden Tag wurde ein Spezialpreis «Coup de Coeur» verliehen für ein Produkt, welches in Originalität, Aussehen, Geschmack und Präsentation überzeugte.

Mittwoch 29. Oktober 2008:
Bäckerei-Konditorei Steiner von Küttigen (AG) für „Carottes au chocolat“.

Donnerstag 30. Oktober 2008
Ehliger Bäckerei-Konditorei-Confiserie von Hochdorf (LU) für „Grand Cru Schokoblume“.

Freitag 31.Oktober 2008
Boulangerie-pâtisserie D. et G. Charlet von Gryon (VD) für «Pain des Alpes».

Samstag, 1. November 2008
Boulangerie-pâtisserie Eric Emery Sàrl von Genf für «Tourte sans gluten».

Sonntag, 2. November 2008
Au Pain Doré, Jean-Louis Mauron von Sâles (FR) für «Pain Sâlois».

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