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Die Auftragsbücher sind voll

Trotz der sich abzeichnenden Rezession sind die Umsätze der Industriegüter­industrie, die die Lebensmittelbranche beliefert, bisher kaum eingebrochen. Wenn überhaupt, werden Bestellrückgänge für hochpreisige Produkte erwartet.

von Alimenta Import

Der Schweizer Aussenhandel verliert wegen der allgemeinen Konjunkturabkühlung an Dynamik. In den ersten neun Monaten stiegen die Exporte nominal noch um 7,4 Prozent, die Importe um 4,8 Prozent. Die Nahrungsmittelindustrie ist tradi­tionell krisenresistenter als andere Branchen.

Die Investitionsgüterindustrie für die Nahrungsmittelbranche hat im Allgemeinen noch volle Auftragsbücher. Dies bestätigt ­Corina Atzli des Technologiekonzerns Bühler in ­Uzwil. Josef Meyer von Tetrapak sieht derzeit keine Anzeichen für einen Auftragseinbruch. Ob die Krise an den Finanzmärkten ohne ­negative Effekte auf die Zulieferer der Nahrungsmittelindustrie vorbeigehe, lasse sich aber noch nicht abschätzen.

Hubert Keckeis der österreichischen Keckeis Nahrungsmitteltechnik GmbH, Höchst, stellt noch nicht fest, dass Kunden Projekte zurückstellen würden. «Die Nahrungsmittelindustrie ist nicht so schnell­lebig», sagt Keckeis. Er denkt aber, dass bei Nahrungsmitteln im höheren Preissegment bald Rückgänge zu verzeichnen sind. Doch bis sich dies auf die Investitionstätigkeit durchschlägt, ­ver­gehen meistens 4 bis 8 Monate. Keckeis ist aber überzeugt, dass die Nahrungsmittel­branche nicht einfach Bestellungen storniert.

Es wird vorsichtiger eingekauft
Dass bei Produkten im höheren Preissegement vorsichtiger operiert wird, denkt auch Hanspeter Burri der Pacovis AG. Doch momentan sei bei Verpackungen noch nichts zu spüren. Währenddem spürt Hanspeter Zimmerli der Regia High Pack in Oensingen eine gewisse Un­sicherheit bei den Kunden.

Die Bestellmengen sind im Gegensatz zu früher kleiner, denn es werde nicht mehr langfristig geplant. Das ­Unternehmen exportiert 30% seiner Ver­packun­gen. Auch durch Kunden, die Süss­waren in Regia-Packungen exportieren. Der für den Export ungünstige Euro-Kurs behindert so das Unternehmen zusätzlich.