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Allianzen kompen­sieren geringe Grösse

Die LRG-Gruppe hat ein schwieriges Jahr hinter sich, das von einem Umsatzrückgang geprägt war. Mitverantwortlich dafür ist die Übernahme von Carrefour durch Coop.

von Alimenta Import

Dadurch reduzierte sich das Handelsvolumen des Tochterunternehmens Ottiger, das Carre­four mit einer breiten Käsepalette belieferte. Zudem verlor die LRG-Tochter Nutri­frais den Auftrag von Danone, Fruchtjoghurt für den Schweizer Markt zu produzieren. Im Zuge der Marktöffnung wird dieser fortan von Danone-eigenen Werken aus der EU beliefert. Der Vertrieb der Danone-Produkte wird aber weiterhin über die LRG-Logistik-Plattform in Bannwil BE abgewickelt.
«Wir haben die Grösse einer KMU», sagt Direktor Frédy Currat. Verschiedene Vorteile wiegen den Nachteil der geringen Grösse
auf. Dazu gehört, dass die LRG-Gruppe als Holding organisiert ist, die Unternehmen im Frischprodukte- und Markenartikelbereich unter ihrem Dach vereint. Ein weiterer sind die Allianzen. So ist der französische Käsehersteller Bongrain zu 33 Prozent an der LRG-Tochter Val d’Arve beteiligt. Dem Produzenten von Charcuterie Del Maître ge­hören 50 Prozent von Brönnimann. Mit ­einer weiteren Marktöffnung ist zudem nicht ausgeschlossen, dass ein Teil von Nutrifrais ver­äussert wird. Die Anlagen zur Herstellung von Joghurt sind zwar auf dem neusten Stand der Technik, doch es fehlt an Auf­trägen, um sie gewinnbringend auszulasten. Dies, obwohl der Produktionsstart mit ­Yoplait sehr gut verlaufen ist: Die Umsatzzahlen liegen über den Erwartungen, wobei die «Perle de lait»-Linie sehr gut läuft.
Frédy Currat ist sich nicht sicher, ob es sinnvoll war, die Milchkontingentierung
in der Schweiz vor der EU aufzuheben. Da sich die LRG-Milchlieferanten nicht im Pool ­engagieren wollen und LRG bei der Gründung des Vereins Schweizer Milch nicht angefragt wurde, beobachtet die LRG-Gruppe aus ­ihrer «Outsider-Position», wie sich die ­Situation entwickelt.