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Kurzes Verschnaufen für die SCM

Die Exportzahlen sind stabil, und die finanziellen Mittel, die der Organisation zur Verfügung stehen, bewegen sich im gewohnten Rahmen. Bald schon könnte sich aber einiges ändern.

von Alimenta Import

Auf «hohem Niveau konsolidiert» habe sich der Export von Schweizer Käse, hiess es an der Generalversammlung der Switzerland Cheese Marketing AG (SCM) am letzten Freitag in L’Etivaz VD. Im Jahr 2006 wurden 56’000 Tonnen exportiert, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 0,6 Prozent entspricht.

Quellen sind am Versiegen
Obwohl die SCM nach Ansicht von Guy Emmenegger im Vergleich zu ihren Anfangsjahren demnach den «Courrant normal» erreicht hat, stehen zahlreiche Herausforderungen an. Dazu gehöre, sich künftig noch umfassender mit den Themen des Marken- beziehungsweise des Namensschutzes zu beschäftigen, sagte der SCM-Präsident. Mithilfe von mehr und besseren Kontrollen soll dies geschehen. «Um im grossen Stil vorzugehen, fehlt uns aber nach wie vor das Geld», meinte Emmenegger und fügte an: «Immerhin ist das Verständnis für den Nutzen dieser Themen in der letzten Zeit gewachsen.»

Eine weitere Herausforderung sieht der SCM-Präsident in der schwindenden finanziellen Unterstützung durch den Bund. Zwar flossen im letzten Jahr noch über 18 Mio. Franken aus der Bundeskasse zur SCM. In Zukunft werden davon aber einige Millionen fehlen, was die Firma zwingt, sich Gedanken über eine gezieltere Verteilung des Geldes zu machen.

Unsicher ist auch die Zukunft der zweiten wichtigen Geldquelle: Derzeit zahlen die Milchproduzenten 0,2 Rappen pro Kilogramm Milch in die Kasse der SCM. Wenn am 1. Mai 2009 die Milchkontingentierung definitiv der Geschichte angehört, könnte diese Geldquelle versiegen. Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) stellen sich in diesem Zusammenhang jedenfalls Fragen, die sich noch nicht abschliessend beantworten lassen. Dazu gehört, ob es weiterhin möglich sein wird, die Produzenten zur Zahlung einer Abgabe für das Basismarketing zu zwingen. Oder wie nach der Kontingentierung die effektiv abgelieferte oder verarbeitete Milchmenge – die heutige Basis für die Zahlungen – berechnet wird.

Geld für Nebenmärkte?
Von den 33,6 Mio. Franken, die SCM letztes Jahr in das Exportmarketing von Schweizer Käse investiert hat, floss rund die Hälfte in die sortenspezifische Kommunikation. Mit einem Drittel wurde die Basiskommunikation unterstützt, hauptsächlich die internationale Imagekampagne «Käse aus der Schweiz». Der Rest wurde für Verkaufsförderung, Public Relations, Marktforschung und Messen aufgewendet. In die Messen flossen knapp 6% oder gegen 2 Mio. Franken; «zu wenig», so die Meinung einiger Kenner des Käsegeschäfts.

Derweil fragt sich der SCM-Präsident Guy Emmenegger, ob seine Firma ihre Aktivitäten ausserhalb der traditionellen Märkte, beispielsweise in die Ukraine, ausdehnen soll. Eine Antwort auf diese Frage blieb er den Aktionären in L’Etivaz indes schuldig.
michael.grossenbacher@alimentaonline.ch