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Milchpreiszerfall in Neuseeland

Die neuseeländische Molkereigenossenschaft Fonterra hat ihren Vorauszahlungspreis für das Milchwirtschaftsjahr 2008/09 erneut reduziert.

von Alimenta Import

Mit umgerechnet rund 17,0 Eurocent pro Kilogramm Milch liegt der Produzentenpreis um 15 Prozent unter dem Niveau von November 2008. Zum Saisonauftakt im Mai 2008 hatte Fonterra seinen Milchlieferanten sogar noch rund 27 Prozent höhere Erlöse in Aussicht gestellt.

Aufsichtsratschef Henry van der Heyden begründete den tiefen Einschnitt mit den rückläufigen Preisen für Molkereibasisprodukte auf dem internationalen Markt, der anhaltenden globalen Wirtschaftskrise und Wechselkursschwankungen. Fonterra rechnet inzwischen damit, dass die Schwäche am Weltmilchmarkt weitere zwölf bis 18 Monate andauert. Als zusätzliche Sparmassnahme verzögert die Genossenschaft einen Teil ihrer Milchgeldzahlung. Davon betroffen ist die sogenannte Mehrwertprämie, die etwa 9 Prozent des Milchpreises ausmacht.

Fonterra-Vorstandschef Andrew Ferrier machte die Wiedereinführung von Exporterstattungen für Milchprodukte durch die Europäische Union mitverantwortlich für die angespannte Lage. Regionale Subventionen und Interventionen könnten den Markt verzerren und die Erholung auf ein nachhaltigeres Preisniveau verzögern, meinte Ferrier laut AIZ.

Der Fonterra-Genossenschaftsrat als Interessenvertretung der Milchproduzeten äusserte sich enttäuscht. Nach den Worten des Ratsvorsitzenden Blue Read kam die Preiskürzung in dieser Höhe unerwartet. Der Präsident des neuseeländischen Bauernverbandes, Lachlan McKenzie, bezeichnete die Senkung ebenfalls als enttäuschend. Er sagte zugleich, für gut geführte Milchviehbetriebe sei die Entscheidung hart, aber zu bewältigen. Die revidierte Vorauszahlung sei noch immer die dritthöchste in den vergangenen zehn Jahren. Kritik äusserte McKenzie an der verzögerten Auszahlung. Das verschlechtere die Liquidität der Betriebe. Einige Farmer würden gezwungen, ihre Kreditlinie auszuweiten. lid