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Rekord-Käseexport kaschiert Absatzprobleme

16'191 Tonnen Käse hat die Schweiz im letzten Jahr exportiert. Das sind zwar ein neuer Rekord und eine Steigerung um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch die Aussichten sind düster.

von Alimenta Import

Zustande kam das Ergebnis, weil im Dezember noch viel Käse zu alten Preisen verkauft wurde, bevor ab Januar 2009 Exportbeihilfen für den Verkauf in aussereuropäische Länder wegfiele

Die Situation habe sich stark verschlechtert, schreibt Switzerland Cheese Marketing in einer Medienmitteilung. Die Wirtschaftskrise und die Rezession in verschiedenen Ländern hätten in den letzten Monaten zu deutlichen Verkaufsrückgängen geführt. Auch die stark gefallenen Euro- und Pfundkurse machten den Schweizer Käsehändlern Mühe.

Gesteigert wurden im Jahr 2008 insbesondere die Exporte beim Gruyère AOC, beim Raclette, beim Tilsiter, beim Tête de Moine und beim Vacherin Fribourgeois. So schreibt die Interprofession Gruyère:

Mit Ausnahme von Italien und Spanien haben im Ausland alle Regionen positive Ergebnisse gezeitigt. Auch wenn die Zunahme ausserhalb der Europäischen Union teilweise auf den Exportbeitrag des Bundes (40 Rp./kg) zurückzuführen ist, der auf den 31. Dezember 2008 aufgehoben wurde, darf die allgemeine Entwicklung doch als ermutigend bezeichnet werden. Erfreulich sind die Zahlen insbesondere auch im Verhältnis zu unseren unmittelbaren Nachbarn Deutschland und Frankreich. Die Analyse der Exporte nach England ergibt ein ähnliches Ergebnis; dort liegt ein Potenzial von ungefähr Tausend Tonnen nicht mehr ausser Reichweite.

Rückgänge mussten der Emmentaler AOC, Switzerland Swiss, der Appenzeller und der Sbrinz hinnehmen.
schlechte Marktlage für Emmentaler

Stark zu nahmen im 2008 die Importe, sie stiegen um 10 Prozent auf 41’080 Tonnen. Importiert wurde vor allem Frischkäse, Weichkäse und Halbhartkäse, die in Gastronomie und Verarbeitung gehen.lid