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Schweizer Schokolade an der ISM

Rund 30 Schokoladeunternehmen aus der Schweiz repräsentierten ein Schweizer Vorzeigeprodukt.

von Alimenta Import

Die Internationale Süsswarenmesse ist letzten Mittwoch in Köln zusammen mit der parallel durchgeführten ProSweets zu Ende gegangen. Es war ruhiger, jedoch nicht nur wegen der wirtschaftlichen Zukunftsangst.Auch Wetterkapriolen an wichtigen europäischen Flughäfen hinderte Einkäufer vom Besuch in Köln. Der Veranstalter zählte denoch über 32 500 Besucher aus 150 Ländern, also ungefähr in gleichem Rahmen wie im Vorjahr.

Bildergalerie der Aussteller

Zwei Grosse der Süsswarenindustrie haben an dieser Ausgabe der Internationalen Süsswarenmesse (ISM) gefehlt. Der Gummibärchenhersteller Haribo und Kaugummi-Multi Wrighley sind nicht nach Köln gereist. Auch andere Schokoladeriesen wie Nestlé, Lindt oder Kraft Foods sind schon seit längerem nicht an der ISM vertreten gewesen. Haribo war mit seiner Markenkraft wenigstens auf allen Kölner-Taxis präsent.

Schokolade im Tablettenpack und mit Absinth gefüllte
Doch für andere stellt die ISM ein Muss im jährlichen Messeplan dar. So für den Schokoladeriesen Barry Callebaut aber auch für 30 Schweizer Unternehmen. Die Camille Bloch war beispielsweise das erste Mal an einem eigenen Stand vertreten. Monica Müller von Chocolat Bernrain, Kreuzlingen betont die Wichtigkeit der Fachmesse. Bernrain liefert zu 80% für Private Label-Kunden, wie beispielsweise für einen englischen, der die Schokoladetafeln als Medikamentenschachteln verkauft. So ist beispielsweise 70% Schokolade mit dem Titel «No weight gain», oder in Anlehnung an eine Botox-Spritze, «Bochox» und oral pleasure, betitelt. Die Beschle Chocolate Suisse, präsentiert eine Drink Schokolade, ebenso die Chocolat Villars, die eine neue Trinkschokolade im 1-Liter Tetra Pak-Karton vorstellt. Aber auch Absinth-gefüllte Schokolade zeigen die Westschweizer. Demgegenüber ist die Schokolade bei der zum erstenmal an der ISM teilnehmenden Bonbon-Hersteller F. Hunziker & Co AG, Dietlikon, im Bonbon eingefüllt, erklärt Verkaufsleiter Patrick Flöscher. Die Entwicklungsabteilung mit 15 Leuten produziert auch für Private-Label-Kunden wie den eben durch Abwesenheit glänzende Wrighley. Ein anderer Bonbonhersteller aus der Schweiz, die Ricola AG in Laufen, präsentiert dieses Jahr keine Neuheiten, gemäss Bernhard Christen, soll nun aber der Markt ausserhalb Deutschlands weiter ausgebaut werden.

Asiens Lust auf die Marke
Der Branchenleader, Frey AG, hat sich gemäss Gérard Membrez aus dem Markengeschäft in den USA zurückgezogen. Selbstverständlich würden aber weiterhin Private Label-Kunden beliefert. Gross werden soll aber die Marke Frey in Asien. Die asiatischen Kunden hätten eine Affinität zu europäischen Marken. Ausserdem ist in Asien der Markt sehr fragmentiert, was die Reichweite für Retailermarken stark einschränkt. Frey hat letztes Jahr das erste Mal über 400 Mio. Franken erwirtschaftet. Aufgrund der Wirtschaftslage will der Schokoladeproduzent das Geschäft dieses Jahr stabilisieren.
Auch auf den asiatischen Markt will die Haco AG, Gümligen. Gabor Szalai sagt, dass das Unternehmen mit einem Getreideriegel unter Eigenmarke «Süisse», einen Testmarkt in Singapur aufbauen wollen. Der Markt für Getreidereigel sei in Asien am Wachsen. Zum ersten Mal nicht mehr unter Valora-Dach ist der Schokowaffelnproduzent, Kägi Söhne AG., Lichtensteig, sondern am Osec-Gemeinschaftsauftritt. Der Schweizer Botschafter Christian Blickenstorfer gab den Schweizer Ausstellern mit seiner Delegation die Ehre. hps