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Neuer Braumeister für die Fischerstube

Anton Wälti (r.), Braumeister der Brauerei Fischerstube, Basel, geht nach 34-jährigem Brauen in Pension. Nachfolger ad interim wird Alex Stohler (l.), der seinen Meis­ter an der deutschen Brauereischule Dömenz absolviert hat. Wältis letzte Bierkreation in der 4500-Hektoliter-Brauerei war das Ueli-Bier-Spezial.

von Alimenta Import

Generationenwechsel in der Brauerei Fischerstube:
Nach 34 Jahren geht Braumeister Anton Welti in Pension
In der Brauerei Fischerstube geht Braumeister Anton Welti nach 34 Jahren in Pension. Er hat die Entwicklung der bekannten Kleinbasler Brauerei massgeblich geprägt. Die Verantwortung für die Sudpfannen und Gärkeller in der Rheingasse wird sein langjähriger Mitarbeiter Thierry Colin übernehmen. Damit ist die Qualität des Biers auch in Zukunft sichergestellt.
 
Anton Welti ist der Mann der ersten Stunde: Als der Röntgenarzt Hans Jakob Nidecker, der Gründer der Brauerei Fischerstube, im November 1974 an der Rheingasse das erste Ueli Bier zapfte, rechnete er nicht damit, dass seine gebrauten Vorräte innert Kürze leer getrunken wären. Schnell merkte er, dass er einen Brauer brauchte. Anton Welti, der damals gerade aus dem westafrikanischen Ghana zurückkehrte, wo er während mehreren Jahren als Braumeister für eine Grossbrauerei gearbeitet hatte, suchte eine Stelle. Die beiden wurden schnell einig, und Welti begann seine Arbeit Ende Januar 1975. Fast genau 34 Jahre später, feiert Welti nun Ende Februar seinen 65. Geburtstag und geht in Pension. Seine Nachfolge wird der 1978 geborene Basler Thierry Colin antreten, der seit elf Jahren in der Brauerei an der Rheingasse tätig ist.

Braumeister und Innovator

Anton Welti hat die Geschicke der Brauerei Fischerstube massgeblich mitgeprägt. Die Herstellung eines obergärigen Weizenbieres, welches als erstes in der Schweiz im Offenausschank angeboten wurde, war ein erster Höhepunkt seiner beruflichen Laufbahn. Ein weiterer war der – seither häufig kopierte – Verkauf von Bier in der 2-Liter-Karaffe quasi direkt ab Fass, was der Brauerei Fischerstube weit herum Bekanntheit verlieh. Trotz einem Trend zu kleineren Gebinden ist die Karaffe nach wie vor ein wichtiges Standbein für die Brauerei.

Neben den drei Biersorten Ueli Lager hell, Ueli Reverenz spezial und Ueli Robur dunkel wurden auch ungezählte Spezialbiere nach dem Rezept Weltis gebraut. Nicht nur die jeweils am Vogel Gryff ausgeschenkten Gryffe-, Laie- oder Wildma-Bockbiere oder die Weihnachtsbiere, sondern auch andere Spezialitäten sind erwähnenswert: Hirsebier, Maisbier, Dattelbier. Hervorzuheben ist auch das «Fähribier» zur Einweihung der neuen St. Albanfähre, hergestellt mit Lärchenastspitzen und gefiltert über Lärchenholzspäne. Ein Bier, das Anton Welti in den Schweizer Medien bekannt gemacht hat, war das TUT-ANCH-UELI, das im Jahre 2004 anlässlich der grossen Tutanchamun-Ausstellung in Basel hergestellt wurde: «Ich hatte ein altes ägyptisches Rezept ausgegraben. Dank den Angaben der Ägyptologen und Recherchen des Antikenmuseums wussten wir sehr genau, wie die alten Ägypter Bier gebraut hatten», erinnert sich Welti. Die Brauerei Fischerstube wagte es, ein Bier nach diesem alten Rezept zu brauen und hatte Erfolg. «Die langjährige Erfahrung mit der Herstellung von speziellen Biersorten war dabei unser Trumpf», fährt Welti fort und fügt an, dass gerade diese Vielfalt an Biersorten und Spezialitäten für ihn immer wieder Motivation und Befriedigung in seiner beruflichen Tätigkeiten gewesen sei.

Auch sein letztes Meisterwerk hat die Brauerei geprägt: Im Jahr 2005 wagte sich die Brauerei mit 3,3 dl Flaschen, dem Ueli Bier Spezial, auf den Markt. Ein Wagnis, das zum Erfolg wurde. Als Braumeister, der voll und ganz hinter seinen Produkten stand, ist Anton Welti auch ein guter Motivator für seine Mitarbeiter. Das ist nur möglich, weil Welti – ein gebürtiger Berner aus dem Emmental – mit Beharrlichkeit dafür gesorgt hat, dass der Kleinbetrieb immer auf der Höhe der technischen und hygienischen Entwicklung war und ist.

Interne Nachfolge
Dadurch dass Welti den Stab nun an einen seiner langjährigen Mitarbeiter weitergibt, ist die Kontinuität bei Ueli Bier garantiert. Sein Nachfolger als Braumeister ist der im Kleinbasel wohnhafte Thierry Colin, der seit elf Jahren als Brauer in der Brauerei Fischerstube arbeitet. Ausgebildet und verwurzelt in der Tradition der Brauerei Fischerstube und kulturell sowie gesellschaftlich engagiert in Fähriverein, Zunft und Fasnacht, bringt er die besten Voraussetzungen dafür mit, dass auch weiterhin feine Biere aus der Rheingasse zu geniessen sind.

«Derzeit absolviert er die Braumeisterausbildung», sagt Anita Treml, die Geschäftsführerin der Brauerei, «ab September wird er dann an unseren Sudpfannen stehen.» Es sei auch ein sehr gutes Zeichen für die Brauerei als Arbeitgeber, führt Treml weiter aus, dass Anton Welti durch einen eigenen, bestens qualifizierten Mitarbeiter ersetzt werden könne. Das sorge für Stabilität und ermögliche es der Brauerei, sich um das Kerngeschäft zu kümmern: «So können wir weiterhin bestes Basler Bier herstellen.» pd

www.uelibier.ch