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Volg hat gut gearbeitet

Die 809 Verkaufsstellen konnten den Umsatz um 6,8 Prozent auf 1226 Millionen Franken steigern.

von Alimenta Import

Das stetige Wachstum der auf Kleinflächen spezialisierten Detailhandelsgruppe
erfordert einen Ausbau der Infrastrukturen. Die Volg-Dorfläden sind
auch 2009 auf Kurs und konnten in den ersten drei Monaten um vier Prozent
zulegen.
„Studien und Umfragen zeigen mit schöner Regelmässigkeit, dass beim Einkauf der
täglichen Güter die Nähe und die bequeme Erreichbarkeit des Ladens die wichtigsten
Entscheidungskriterien sind“, sagte Werner Beyer, Verwaltungsratspräsident der
Volg Konsumwaren AG, an der Medienkonferenz. Ein guter Standort allein genüge
allerdings noch nicht. Ob eine Kundin oder ein Kunde wieder kommt, hänge einerseits
vom Angebot, anderseits vom Personal ab. Gerade bei kleinen Verkaufsstellen
spiele das Personal ein grosse Rolle: „Der persönliche Kontakt unserer Mitarbeitenden
zu den Kunden ist ein Mehrwert, der zwar nicht in Zahlen ausgedrückt werden
kann, aber für die Dorfläden eine bedeutende Stärke ist“.
Dass die Nähe bewusst gepflegt wird, zeigen zwei Neuerungen des vergangenen
Jahres: Im Juni lancierte Volg das Kindermagazin „Hey“ und seit Herbst verstärkt der
Dorfladen-Spezialist in der Kommunikation die Nähe zu schweizerischen Lieferanten.
Der Anteil Schweizer Produkte im Volg-Sortiment sei überdurchschnittlich, meinte der
Vorsitzende der Geschäftsleitung, Ferdinand Hirsig, doch wissen das die Kunden?
Mit „Typisch Schweiz – Typisch Volg“ kennzeichnet Volg nun einheimische Produkte,
die von kleinen bis mittelgrossen Schweizer Betrieben hergestellt werden.
Wachstum in allen Verkaufskanälen
Die konsequente Nischenpolitik wirkte sich auch in den Zahlen aus. Das Umsatzwachstum
von 6,8 Prozent wurde mit 809 Verkaufsstellen (Vorjahr 812) erzielt. Mit
1038 Millionen Franken sind die 557 Volg-Läden der wichtigste Umsatzträger. Die
Zahl der Volg-Läden reduzierte sich um 16 Einheiten. Den 10 neuen Standorten
standen auch 10 Schliessungen gegenüber. 16 Volg-Läden, die das Volg-Konzept

nicht strikte umsetzen konnten, übernahmen den „frisch-nah-günstig“-Auftritt. In 78
Volg-Läden gehört auch das Post-Modul zum Angebot.
Der durchschnittliche Volg-Laden ist 169 Quadratmeter gross, erzielt einen Umsatz
von 1,86 Millionen Franken und konnte im letzten Jahr den Umsatz um 7,7 Prozent
steigern. Die Gesamtfläche der Volg-Läden verringerte sich um 3000 Quadratmeter.
Diese Zahlen ergeben eine erfreuliche Entwicklung in der Flächenproduktivität, stieg
doch der durchschnittliche Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche auf 11020
Franken.

Der Umsatz im Verkaufskanal der Freien Detaillisten ist um 12,3 Prozent auf 83,7
Millionen Franken gewachsen. Von den belieferten 205 Freien Detaillisten haben
sich 159 für das „frisch-nah-günstig“-Partnerkonzept entschieden. Für viele Detaillisten,
so Hirsig, bietet „frisch-nah-günstig“ einen idealen Mix von gemeinsamem Marketing
und individueller Unabhängigkeit.
Ende Jahr öffneten im Wallis die ersten Visavis-Läden. „Visavis“ entspricht dem
„frisch-nah-günstig“-Partnerkonzept für Detaillisten in der Westschweiz und im Oberwallis.
Die Volg Konsumwaren AG liefert das Trockensortiment und die Getränke,
während die Frischprodukte von lokalen Partnern stammen. Die Belieferung der Verkaufsstellen
erfolgt von der Logistikplattform der Valcrème in Sierre. Bis Ende März
haben sich in der Westschweiz 20 Detaillisten für das Visavis-Konzept entschieden.
Die von der Volg Konsumwaren AG belieferten und betreuten Tankstellen-Shops
übertrafen mit einem Umsatz von 105 Millionen Franken erstmals die 100-Millionen
Franken. 45 Tankstellen-Shops sind in Agrola-Tankstellen integriert.
Zwei neue Lehrlingsläden geplant
Seit August 2006 gibt es in Uster einen Volg-Laden, der von Lernenden geführt wird.
Die Lernenden des dritten Lehrjahrs übernehmen die Filialleitung, wobei sie von zwei
erfahrenen Coachs betreut werden. Aufgrund der guten Erfahrungen in Uster und
nachdem nun die definitive Bewilligung für dieses Ausbildungskonzept erteilt worden
ist, plant Volg in Möhlin (AG) und Horn (TG) zwei weitere Lehrlingsläden, in denen
dieses von den Lernenden und Ausbildnern positiv bewertete Ausbildungskonzept
umgesetzt wird.

Ausbau der Infrastrukturen
Der Umsatz der Grossistin und Marketing-Organisation Volg Konsumwaren AG stieg
im letzten Jahr um 9 Prozent auf 706 Millionen Franken. Diverse Massnahmen waren
nötig, um das Mehrvolumen in der Lager- und Verteillogistik sowie in der Ablauforganisation
zu bewältigen. Im Frischdienst Suhr haben die Bewirtschaftung des Lagers
für Früchte und Gemüse durch eigene Mitarbeitende und die Verteilung durch die
Schwestergesellschaft Traveco die erhofften Synergien gebracht. Da Emmi den
Standort Suhr zukünftig verstärkt für die Produktion und weniger für den Detailhandel
nutzen will, wird die seit 2001 bestehende Partnerschaft am Standort Suhr auf Ende
2010 auslaufen. Die Volg Konsumwaren AG wird deshalb für die Belieferung des
westlichen Wirtschaftsgebietes mit Frischprodukten einen eigenen Frischdienst realisieren.
Das stetige Wachstum der letzten Jahre erfordert auch einen Ausbau der
Infrastrukturen in der Verteilzentrale Winterthur.
Auch unter dem Strich arbeitete die Volg Konsumwaren AG erfolgreich: Der Cashflow
stieg um 9,0 Prozent auf 7,96 Millionen Franken und der Jahresgewinn auf 3,79
Millionen Franken (Vorjahr 3,18 Mio.Fr.).
Guter Start ins 2009
Die Volg-Gruppe ist gut in das Jahr 2009 gestartet. Die Umsätze liegen vier Prozent
über dem Vorjahr. Auch für die nächsten Monate zeigte sich Werner Beyer – trotz
des Markteintritts von Lidl – zuversichtlich, weil Volg in den letzten drei Jahren, also
seit dem Markteintritt von Aldi, dank der konsequenten Nischenpolitik erfolgreich
gearbeitet habe. pd