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KURZNEWS 7. April 2009

Lidl korrigiert Falschaussagen / Ständerat für Deklaration bei Importkaninchen / Hochdorf-Gruppe: Rekord-Umsatz fast ohne Gewinn / Jacques Gygax wird Direktor von Fromarte / Weko mahnt Coop ab

von Foodaktuell Importer

Lidl korrigiert “Suisse Garantie”-Werbung

Im Streit um die korrekte Deklaration von Lebensmitteln haben sich die Stiftung Konsumentenschutz (SKS) und Discounter Lidl geeinigt.

Lidl wolle auf täuschende Aussagen in seiner Werbung verzichten, die SKS ziehe daher ihre Anzeige gegen den Discounter zurück, teilte die Konsumentenorganisation am 6. April mit. Die SKS hatte kritisiert, dass Lidl bezüglich Produktionsmethoden von Früchten und Gemüsen mit falschen Aussagen werbe. So habe der deutsche Discounter behauptet, dass Produkte mit dem “Suisse Garantie”-Herkunftszeichen ohne Chemie hergestellt würden.

Lidl verzichtet der SKS zufolge nun auf die irreführende Aussage und löschte diese von der Webseite. Die gedruckte Broschüre mit dieser Aussage wird Lidl ab Juni nicht mehr verwenden. Die SKS zog daher die Klage zurück.

Der Discounter werde auch die Werbeaussagen zu seiner Deklaration “Besonders Tierfreundliche Stallhaltung (BTS)” überarbeiten und das Logo abändern, das bisher Tiere vor dem Stall zeigte, schreibt die Nachrichtenagentur SDA. Über die Gestaltung des Logos verhandle die SKS zurzeit noch mit Lidl.

(Quelle: LID / 06.04.2009)

Christian Hofer wird Vizedirektor im Bundesamt für Landwirtschaft

Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) hat Christian Hofer zum Vizedirektor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) ernannt. Er wird als Nachfolger von Christoph Böbner den Direktionsbereich Direktzahlungen und Ländliche Entwicklung leiten und Einsitz in die Geschäftsleitung des BLW nehmen.

Christian Hofer, geboren 1972 von Bannwil (BE), ist Agronom ETH, Fachrichtung Pflanzenbau, und Executive MBA in Integrated Management. Er ist heute Verkaufsleiter Schweiz der Firma DeLaval in Sursee und Mitglied der Geschäftsleitung. Davor leitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus (AGFF) das Projekt Profi-Lait. Hofer wird sein Amt am 1. August 2009 antreten.


(Quelle: BLW / 03.04.2009)

Ständeratskommission sagt Ja zur Deklarationspflicht für Käfig-Kaninchen

Heute hat die ständerätliche Kommission WAK (Wirtschaft und Abgaben-Kommission) der Motion «Deklarationspflicht für Käfig-Kaninchenfleisch» zugestimmt, – einstimmig! – freut sich KAGfreiland. «Die Deklarationspflicht beseitigt die ungleich langen Spiesse für die Schweizer Produzenten und schafft Transparenz für die Konsumentinnen und Konsumenten beim Fleischeinkauf.»

Zuvor haben bereits der Bundesrat und der Nationalrat Ja gesagt. Wenn nun auch der Gesamt-Ständerat in der Sommersession zustimmt, dann muss importiertes Käfig-Kaninchenfleisch in Zukunft mit «aus in der Schweiz nicht zugelassener Käfighaltung» deklariert werden. Jährlich wird über 1 Million kg Käfig-Kaninchenfleisch in die Schweiz importiert.

Gemäss Art. 4 der Landwirtschaftlichen Deklarationsverordnung müssen Batterieeier mit «aus in der Schweiz nicht zugelassener Käfighaltung» deklariert werden. Diese Deklaration funktioniert seit vielen Jahren und ist praktikabel. Bei Kaninchenfleisch wäre sie ebenfalls möglich, weil Kaninchenfleisch ein klar abgrenzbares Produkt ist. Die Deklaration wird in einer Motion von Nationalrätin Tiana Angelina Moser gefordert. Sie wurde von 50 Parlamentsmitgliedern aller Parteien unterschrieben.

Im Jahr 2008 wurde rund 1 Mio kg Kaninchenfleisch aus engster Käfighaltung in die Schweiz importiert. Die Tiere haben nur 1 A4-Seite Platz, stehen auf Drahtgitter, haben weder Einstreu noch Beschäftigung, verfügen über keine Rückzugsorte und können sich kaum bewegen, nicht ausgestreckt liegen oder sich aufrichten. Eine solche Haltung ist in der Schweiz verboten. In der EU, woher das allermeiste Käfigfleisch stammt, gibt es keine Gesetze für die Haltung von Kaninchen.

Ohne Deklaration verfügen die Schweizer Produzenten, für die strenge Haltungsvorschriften gelten, nicht über gleich lange Spiesse. Sie werden in ihren Marktchancen auf unfaire Weise benachteiligt. Das ist eine Marktverzerrung. Nur mit einer Deklaration haben die Konsumenten/-innen die freie Wahl, sich für tiergerecht oder tierquälerisch produziertes Fleisch zu entscheiden.

(Quelle: KAGfreiland / 3.4.2009)

Rekordumsatz und Gewinneinbruch bei Hochdorf

Die Nahrungsmittelgruppe Hochdorf weist für 2008 einen Rekordumsatz aus. Der Gewinn jedoch brach ein: Er beträgt noch 14 Prozent des letztjährigen Gewinnes.

Den Rekordumsatz von 2007 konnte die Hochdorf-Gruppe laut Medienmitteilung vom 2. April noch einmal um 19,7 Prozent auf 392,5 Millionen Franken erhöhen. Die verarbeitete Milchmenge erhöhte sich um um 21,8 Prozent auf 359,4 Mio. Kilogramm. Das produzierte Volumen stieg gar um 28 Prozent auf 78,5 Mio. Kilogramm.

Das Unternehmensergebnis hingegen hielt mit diesem Wachstum nicht Schritt und brach ein. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird mit 3,8 (Vorjar: 6,6) Mio. Franken ausgewiesen. Beim Cash flow resultiert gar ein Verlust von 22,5 (+9,3) Mio. Franken. Der Gewinn schrumpfte auf 1,6 (11,3) Mio. Franken.

Im ersten Semester waren die Ertragszahlen noch gestiegen. Im zweiten Halbjahr brach das Ergebnis laut Mitteilung aufgrund externer Kostenfaktoren ein. Dazu zählen “die erpresste, marktfremde Milchpreiserhöhung”, höhere Energiekosten, Währungsverluste, Beratungskosten und Wertberichtigungen auf Exportlagerbeständen (durch Preiszerfall beim Milchpulver).

Die Aussichten für 2009 beurteilt Hochdorf “vorsichtig optimistisch”. Das Unternehmen rechnet mit einem weiteren Wachstum. Die Ertragslage soll mit diversen Projekten zur Erhöhung der Kosteneffizienz verbessert werden.

Negative Auswirkungen befürchtet Hochdorf von der Wirtschaftskrise. Eine Inflation könnte sich auch auf den Konsum von Nahrungsmitteln auswirken. Als grosse Gefahr erachtet die Gruppe zudem mögliche Währungsschwankungen, die den Export beeinträchtigen könnten.

(Quelle: LID / 03.04.2009)

Thurella: Trotz Markterfolgen ein Jahr mit Verlusten

Auch im 2008 konnte die Thurella Gruppe in ihrem Kerngeschäft Getränke wieder markant zulegen und das Geschäftsjahr mit einer Umsatzsteigerung von 10.7% auf CHF 113.5 Mio. abschliessen. Der Bruttoumsatz der gesamten Gruppe liegt bei CHF 196.2 Mio. Dies bedeutet ein Rückgang von 2.4% im Vergleich zum Vorjahr, als erstmals ein Umsatz von über CHF 200 Mio. erzielt werden konnte.

Die weltweite Nachfrage nach Bio-Produkten wächst kontinuierlich und wirkt sich auch auf den Markenumsatz von Biotta aus, welcher um 2.75% auf CHF 22.4 Mio. gewachsen ist. In den Exportmärkten (ohne USA) betrug das Wachstum im 2008 gar 5.9%. Unter Berücksichtigung des amerikanischen Marktes ergibt sich ein Plus von 9.0%.

Mit der Gründung der Thurella Tochtergesellschaft Biotta Inc. in Carmel, Indianapolis im vergangenen Mai will Thurella ihre Exportaktivitäten auch in den USA weiter steigern. Eine verstärkte Marktbearbeitung wird zudem auf den Exportmärkten Europas und Asiens angestrebt.

Den erfreulichen Entwicklungen im Getränkegeschäft insgesamt (+ 10.7%) und im Segment der biologischen Getränke im Besonderen steht leider eine Umsatzeinbusse im Grundstoffgeschäft von 13.1 % gegenüber.

Hier haben die Währungsverluste und die markant gestiegenen Weltzuckermarktpreise empfindlich zu Buche geschlagen. Des Weiteren hat sich zusätzlicher Betriebsaufwand in der Höhe von CHF 5.5 Mio. negativ auf das Betriebsergebnis 2008 ausgewirkt.

Dazu gehören Faktoren wie ungeplante Unterhaltsarbeiten an Maschinen, gestiegene Öl- und Gaspreise oder der Abtransport von Abwasser in andere ARA’s der Region. Zudem führten der ausserordentliche operative Aufwand im Zusammenhang mit dem neuen Hochregallager (CHF 1.8 Mio.) sowie Sonderabschreibungen und Wertberichtigungen (CHF 4.7 Mio.) dazu, dass die Thurella Gruppe für das Geschäftsjahr 2008 erstmals einen Verlust von CHF 11.0 Mio. ausweisen muss.

Für das Geschäftsjahr 2009 hegen sowohl der Verwaltungsrat als auch die Geschäftsleitung der Thurella Gruppe zuversichtliche Erwartungen. Die Umsätze im ersten Quartal 2009 liegen auf Vorjahreshöhe und entwickeln sich somit plangemäss.

Auf Seiten des Betriebsaufwandes sind Massnahmen zu dessen Senkung bereits in die Wege geleitet worden. Mit der Inbetriebnahme des neuen Hochregallagers in Eglisau und der Prozesswasser-Reinigungsanlagen im zweiten Halbjahr 2009 werden weitere bedeutende Kostensenkungen erzielt werden können.

Mit Marco Vettiger als neuem Finanzchef (Eintritt: 1. Februar 2009) und Benedikt Scheideck als neuem CEO und Geschäftsführer der Thurella Getränke AG und der Biotta AG (Eintritt: 1. Mai 2009) konnte die Geschäftsleitung um zwei qualifizierte Personen verstärkt werden.
Kontakt für Medien


(Quelle: Medienstelle Thurella AG, Büro 10, Winterthur / 2.3.2009)

Jacques Gygax wird neuer Direktor von Fromarte

Jacques Gygax ist vom Zentralvorstand der FROMARTE zum neuen Direktor gewählt worden. Jacques Gygax folgt auf Anton Schmutz, der ab Mitte Jahr die Direktion GastroSuisse übernimmt.

Jacques Gygax, geb. 1961, stammt aus einer Käserfamilie in Courtételle. Seine Grundausbildung absolvierte er im Bankwesen. Seit über 25 Jahren ist Jacques Gygax in verschiedenen Funktionen in der Schweizer Milchwirtschaft tätig. Er beherrscht sowohl die deutsche als auch die französische Sprache. Der neue Direktor ist verheiratet und Vater dreier Kinder.

Jacques Gygax arbeitet seit 15 Jahren in leitender Stellung in milchwirtschaftlichen Unternehmen, zuletzt als Geschäftsführer der MIBA, Basel. Als Präsident der Interprofession Tête de Moine ist Jacques Gygax eng vertraut mit den Herausforderungen des internationalen Käsemarktes.

«Mit seiner marktorientierten Einstellung und seinen integrativen Fähigkeiten bringt Jacques Gygax die Fähigkeiten mit, die Schweizer Käsewirtschaft im offenen europäischen Markt vorwärts zu bringen», erklärt Fromarte-Präsident René Kolly im Namen des Zentralvorstandes.

Jacques Gygax wird seine neue Funktion nach den Sommerferien antreten. Der Zentralvorstand der Fromarte freut sich, mit Jacques Gygax in seiner neuen Funktion die Olympiade der Bergkäse im Oktober 2009 im Ursprungsgebiet des Tête de Moine durchführen zu können.

(Quelle: Fromarte / 2.4.2009)

Weko mahnt Coop ab

Die Wettbewerbskommission (Weko) konnte nicht abschliessend klären, ob Coop bei Lieferanten, die die Belieferung von Lidl in Erwägung zogen, Druck gemacht hat.

Der deutsche Discounter Lidl hatte sich anfangs Dezember 2008 an das Weko-Sekretariat gewandt, weil er zum Teil Mühe hatte, Lieferanten zu finden. Das Sekretariat sei in einer umfangreichen Abklärung zum Schluss gekommen, dass Coop im Vertrieb von Markenartikeln zwar marktbeherrschend sei, erklärte Weko-Präsident Walter Stoffel vor den Medien. Ob Druck ausgeübt worden sei, könne nicht gesagt werden.

Die Weko habe Coop abgemahnt und angekündigt, eine Untersuchung zu eröffnen, falls solche Druckversuche zur Nichtbelieferung von Konkurrenten führten.

(Quelle: LID / 02.04.2009)

Gentechnisch veränderte Soja mit gesünderer Fettsäurezusammensetzung
vor der Markteinführung.

“Wir werden dieses Jahr das erste gentechnisch veränderte Produkt mit einem Gesundheitsnutzen für Menschen einführen”, kündigte Jim Borel,
DuPont-Vizepräsident für Landwirtschaft am 17. März auf einer Tagung in
Chicago an. Diese Ankündigung liess aufhorchen.

Was steckt dahinter? Die meisten der heutzutage angebauten gentechnisch veränderten Nutzpflanzen bieten in erster Linie dem Landwirt Vorteile: schädlingsresistente und herbizidtolerante Sorten vereinfachen den Anbau, sparen Pflanzenschutzmittel ein und verbessern den Ertrag.

Jetzt nähert sich die erste Gentech-Pflanze der Markteinführung, die unmittelbare Gesundheitsvorteile für die Konsumenten aufweist: eine Sojasorte mit veränderter Fettsäurezusammensetzung.

Sojabohnen sind weltweit eine der wichtigsten Pflanzenöl-Quellen. Sojaöl ist
ein wertvolles Speiseöl, und hat einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten
Fettsäuren wie der Linolensäure. Bei der Lagerung wird herkömmliches
Sojaöl daher allerdings rasch ranzig, damit hergestellte Lebensmittel ungeniessbar.
Bisher wurde Sojaöl oft chemisch gehärtet, um die Haltbarkeit zu
verbessern.

Dabei entstehen jedoch gesundheitlich bedenkliche trans-
Fettsäuren, welche die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen.
Saatzuchtunternehmen streben daher schon seit einiger Zeit danach,
Sojasorten mit einer verbesserten, gesünderen Fettsäurezusammensetzung
anzubieten.

Bereits vor einigen Jahren wurden mittels klassischer Züchtung
Sorten mit einem reduzierten Gehalt an Linolensäure entwickelt (siehe
POINT 59 – September 2006), andere Fettsäuren waren in diesen Sorten
nur wenig verändert.

Nun haben Forscher der DuPont-Tochterfirma Pioneer
mit Hilfe der Gentechnik eine neue Sojasorte entwickelt, bei welcher die
gesamte Fettsäure-Zusammensetzung verbessert wurde.

Durch den Einbau von zusätzlichen kleinen Fragmenten eines Soja-Gens,
welches eine Rolle im Fettstoffwechsel spielt (FAD2-1 ), konnten sie dessen
Funktion in der Pflanze abschalten. Hierdurch wurde die Umwandlung der einfach ungesättigten Ölsäure in mehrfach ungesättigte Fettsäuren blockiert.

Als Resultat enthält das aus den transgenen Pflanzen gewonnene
Sojaöl weniger als die Hälfte der Linolensäure herkömmlicher Sorten, und
muss daher nicht mehr chemisch gehärtet werden. Zugleich steigt der
Gehalt an Ölsäure um mehr als das Dreifache auf über 75% – diese Fettsäure
ist hoch erhitzbar ohne zu verbrennen, das Öl ist daher besonders
zum Braten und Fritieren geeignet.

Gesundheitlich problematische gesättigte Fettsäuren gehen um ein Viertel zurück. Insgesamt ähnelt das neue Sojaöl in der Zusammensetzung weitgehend dem Olivenöl.

Die in einem mehrjährigen Forschungsprogramm entwickelte, gentechnisch
veränderte Sojasorte DP-305423 wurde im Januar 2009 in den USA als
Lebensmittel zugelassen, das Genehmigungsverfahren für einen grossflächigen
Anbau ist noch nicht ganz abgeschlossen.

Das Sojaöl mit der verbesserten Fettsäurezusammensetzung soll unter dem Namen “TREUS High Oleic Soybean Oil” vertreiben werden. Gegenwärtig laufen Anwendungsversuche bei einer Reihe von Lebensmittel-Herstellern, für den Herbst 2009 ist eine beschränkte Markteinführung des Produkts auf regionalen Testmärkten vorgesehen. Das Interesse der Lebensmittel-Hersteller ist offenbar gross.

In der Schweiz und der EU wurde bereits 2007 ein Antrag zur Bewilligung
der neuen Sojasorte als Lebens- und Futtermittel eingereicht, dieser wird
gegenwärtig von den zuständigen Behörden – dem Schweiz. Bundesamt für
Gesundheit BAG und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit
EFSA – geprüft. Wird die Sorte zugelassen, müssten daraus hergestellte
Produkte in Europa als GVO-Produkt gekennzeichnet werden.

Da viele Lebensmittelhändler allerdings davor zurückschrecken, zugelassene und korrekt gekennzeichnete GVO-Produkte in das Sortiment aufzunehmen,
bleibt die Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten in Europa
eingeschränkt – auch gesundheitsfördernde Innovationen bleiben ihnen so
vorenthalten.

(Quelle: Internutrition / 18.3.2008)