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«Im Markt ist Zuversicht vorhanden»

Das themenbasierte Ausstellen soll an der nächsten Igeho weiter in den Mittelpunkt rücken, sagt Matthias Lagger. Er ist Leiter der Fachmessen Igeho und Mefa, die im November parallel in Basel stattfinden.

von Alimenta Import

Alimenta: Herr Lagger, was erwarten Sie von Igeho und Mefa 2009?
Matthias Lagger: In Zahlen ausgedrückt 80?000 Besucher und 800 Aussteller. Das sind dieselben Zahlen, die wir während der letzten Messe im Jahr 2007 erreicht haben.

Demnach streben Sie eine Stagnation an?
Nein, ganz und gar nicht. Wir wollen uns jedoch in erster Linie qualitativ verbessern. Dazu gehört, dass ein grösserer Anteil Fachbesucher nach Basel reisen soll. Wir wollen aber auch den Ausstellern mehr bieten als den herkömmlichen Stand. Möglich sind Sonderpräsentationen oder Sponsoring, Lösungen, nach denen wir individuell mit unseren Kunden suchen.

In welche Richtung haben sich die Ansprüche der Aussteller im Vergleich zur Igeho von 2007 verschoben?
Das Interesse unserer Aussteller widerspiegelt die sich verändernden Konsumgewohnheiten der Gesellschaft. Der Markt ist in den letzten zwei Jahren noch heterogener geworden. Dadurch ist der effektive Kunde schwieriger einzugrenzen, wir sind in einem breiteren Markt tätig.

Und weiter?
Zudem setzt sich der Trend hin zur Konzentration fort; Unternehmen schliessen sich zusammen und wachsen. Gleichzeitig gibt es eine Gegenbewegung zu regional tätigen KMU. Es gibt entweder klein und fein oder gross und stark.

Was geschieht bei den Produkten?
Im Lebensmittelbereich zeigt sich, dass der Convenience-Gedanke weiter vorangetrieben wird. Gleichzeitig ist alles angesagt, das in Richtung Gesundheit und Regionalität geht. Wichtig ist, eine Geschichte zum Produkt erzählen zu können.

Ist die Finanz- und Wirtschaftskrise spürbar?
Nein, zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Anlass zur Sorge. Für die Zulieferer unserer traditionellen Bereiche Gastronomie und Hotellerie steht die Teilnahme an der Igeho nicht zur Diskussion. Wir stellen höchstens fest, dass die Aussteller versuchen, ihren Auftritt zu optimieren. Drei Viertel der angestrebten 800 Aussteller haben aber bereits zugesagt. Dies entspricht voll und ganz unserer Planung.

Überrascht?
Ja, durchaus. Es ist bemerkenswert, welche Zuversicht im Markt vorhanden ist – trotz den schwierigen Zeiten.

Wird das Konzept der Sonderpräsentationen von den Ausstellern akzeptiert?
Sie können in zwei Gruppen aufgeteilt werden: einerseits diejenigen, die produktfokussiert sind, ihren Brand in den Vordergrund stellen und unabhängig sein wollen. Andererseits diejenigen, die sich in einer emotionalen Themenwelt präsentieren möchten. Ihr Anteil ist steigend. Dieser Trend ist auch für uns sehr spannend: Wir sehen die Messe als Lieferanten von Ideen und Inhalten und nicht als Ansammlung von Produkten.

Was tun Sie, damit mehr Fachbesucher nach Basel kommen?
Wir bieten attraktive Sonderschauen. Wir haben aber auch die Eintrittspreise erhöht und Degustationsbeiträge für Privatbesucher eingeführt. Ziel dieser Massnahmen ist, dass den Entscheidungsträgern und Fachleuten Platz bleibt für das Geschäft – deswegen sind sie schliesslich gekommen.

Gibt es neue Zielgruppen, die sie an der diesjährigen Messe anpeilen?
Ja, beispielsweise den gesamten Pflegebereich. Potenzial gibt es auch noch im Facility-Management-Bereich oder im Lebensmittelgewerbe, sei es bei den Bäckern, den Metzgern oder bei den Tankstellenshops. Geografisch sehen wir im Publikum aus der Romandie und aus dem angrenzenden Ausland noch Möglichkeiten.

Wie hat sich das Zusammengehen der Igeho mit der Mefa, der Fachmesse für die Fleischwirtschaft, bewährt?
Sehr gut, das haben Kundenbefragungen ergeben. Die parallel stattfindenden Messen sind ein Teil unserer Strategie. Sie besagt, dass Basel jedes zweite Jahr zum Branchentreffpunkt der gesamten professionellen Verpflegung und Beherbergung werden soll.

Womit?
Es gibt noch eine ganze Reihe von Veranstaltungen in diesem Bereich. Unser Ziel ist, in diesem Markt noch umfassendere Leistungen anbieten zu können.

Heisst das, dass Sie künftig auch eine Fromage oder eine Fachmesse für Bäckerei-, Konditorei- und Confiseriebedarf (FBK), die beide in Bern stattfinden, im Rahmen der Igeho veranstalten möchten?
Entspricht dies den Ansprüchen der Kunden, sind wir selbstverständlich daran interessiert, uns als zentrale Plattform der Verpflegungs- und Beherbergungsbranche anzubieten. Wir sind daran, entsprechende Gespräche mit den Veranstaltern zu führen.

Weshalb sollen Entscheidungsträger von lebensmittelverarbeitenden Unternehmen die Igeho besuchen?
Die Igeho ist die grösste Plattform mit dem breitesten Angebot im Bereich von Lebensmitteln in der Schweiz. Die Messe ist der Treffpunkt der Schweizer Branche, für berufliche Kontakte und Networking ist sie unerlässlich. Und viele Anbieter präsentieren dort ihre Neuheiten. Im Vergleich zu einigen ausländischen Veranstaltungen ist unser Angebot breit und tief, jedoch noch überblickbar.