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Chinas Milchindustrie bittet nach Melamin-Skandal um Staatshilfe

Nach dem Skandal um verseuchtes Milchpulver in China bittet die angeschlagene Milchindustrie des Landes um Finanzhilfen der Regierung.

von Alimenta Import

Die Firmen haben rund 250’000 Tonnen Milchpulver auf Lager, das sie trotz sinkender Preise nicht verkaufen können, meldet die Nachrichtenagentur SDA unter Berufung auf staatliche chinesische Medien. Als Gründe wurden Sicherheitsbedenken der Konsumenten und der allgemeine wirtschaftliche Abschwung genannt. Der Verband der Hersteller von Milchprodukten habe sich deshalb mit der Bitte um Staatshilfen an die Regierung gewandt, berichtete die Zeitung “China Daily”.

Die Unternehmen möchten, dass der Staat ihnen ein Drittel des überschüssigen Milchpulvers abkauft. Es könne dann an Opfer von Naturkatastrophen, Waisenhäuser und Altenheime verteilt werden.

Der Skandal um Melamin-verseuchtes Milchpulver hatte im vergangenen September für Empörung gesorgt. Mindestens sechs Babys starben durch die mit der Industrie-Chemikalie versetzte Milch, fast 300’000 Kinder erkrankten. Die frühere Chefin des hauptverantwortlichen Sanlu-Konzerns wurde im Januar zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

lid/sda