Datum:

Verbandsspitze lobt Lösungsansätze

An der SMP-Delegiertenversammlung rief Präsident Peter Gfeller zu mehr Einigkeit unter den verschiedenen Produzenten­organisationen auf, um in den Verhandlungen «gestärkt» auftreten zu können.

von Alimenta Import

Die Delegierten des Dachverbandes Schweizer Milchproduzenten (SMP) blickten an ihrer Versammlung vom 15. April auf ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr zurück. Inzwischen drücken aber Überproduktion und der Rückgang des Milchpreises arg auf die Stimmung. Mit der temporären Fettstützung, der Segmentierung der Basismilchmenge, der institutionellen Bün­delung des Angebots und der Bildung einer Branchenorganisation habe der Verband jedoch valable Lösungen auf den Tisch gebracht, meinte Präsident Peter Gfeller. Diese Massnahmen hätten das viel zitierte Chaos auf dem Milchmarkt verhindert und würden dies auch in den nächsten Monaten tun, gab sich Direktor Albert Rösti überzeugt.
Dass die derzeitige Überproduktion von
5 Prozent den Milchmarkt aus dem Gleich­gewicht gebracht hat, daran besteht auch bei den SMP kein Zweifel. Daraus sollen nun aber die Verarbeitungsbetriebe und allen voran die Milcheinkäufer kein Kapital schlagen. An ihre Adresse sagte Gfeller: «Ist Ihnen eigentlich bewusst, wie widersprüchlich Ihre Handlungsweise wahrgenommen wird? Sie erwarten Schweizer Qualität, beziehen einen Schweizer Lohn und wollen mit tiefen Einstandspreisen Ihrer Firma zu mehr Investitionskraft verhelfen.» Dieses Vorgehen höhle die Substanz ­tausender Milchwirtschaftsbetriebe aus.
Als Mittel dagegen plädierte er einmal mehr für die Bündelung des Milchangebots. Die Milchproduzenten seien unverändert in zu viele Organisationen zersplittert, was ihre Verhandlungsposition massiv schwäche. Nur durch Solidarität und Einigkeit könnten bessere Preise erzielt werden.
Nun, da an allen Fronten Verhandlungen über die künftigen Ausgestaltungen des Milchmarktes laufen, kam der Antrag der Thurgauer Milchproduzenten, die Strukturen des Dachverbandes zu überprüfen, dem SMP-Vorstand sehr ungelegen. Die Thurgauer wollten zur Diskussion stellen, ob die Aufgabe des Ver­bandes künftig eine gewerkschaftliche Vertretung der Milchproduzenten beinhalte oder eher in Richtung Dienstleistungszentrum gehe. Auch wollten sie klären, ob es sinnvoll ist, sämtliche Milchproduzenten unter einem Dach zu vereinigen. «Eine Strategieüberprüfung würde höchstens die Gegner stärken», sagte Peter Gfeller dazu und empfahl, den ­Antrag abzulehnen, was die Delegierten denn auch taten.
Noch keine Gedanken haben sich die SMP über einen Antrag für die Unterstützung des Milchsektors im dritten Konjunkturpaket des Bundes gemacht. Nationalrat Andreas Aebi regte an, dies rasch zu tun; er habe aus dem Volkswirtschaftsdepartement Signale erhalten, wonach ein entsprechendes Begehren nicht zum Vornherein abgelehnt werden würde.