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Fleisch-Herkunft analytisch nachweisen

Die einzige, für die Herkunftsdeklaration momentan verwendete Grundlage sind Zoll-Begleitpapiere. In Ergänzung dazu dürften sich neue Methoden für die Authentizitätssicherung als hilfreich erweisen. Mit der analytischen Bestimmung der Herkunft direkt am Produkt sollen sowohl Konsumenten als auch Handelsfirmen besser vor falschen Deklarationen geschützt werden. Die eidg. Forschunganstalt Agroscope Liebefeld-Posieux präsentierte kürzlich Forschungsergebnisse dazu.

von Foodaktuell Importer

Nach den Lebensmittelskandalen der letzten Jahre gewinnt die Herkunftsbezeichnung sowohl für die Konsumentinnen und Konsumenten als auch für die Schweizer Fleischbranche immer mehr an Bedeutung. Konsumenten fragen sich, ob das verkaufte Geflügel- bzw. Trockenfleisch tatsächlich aus den deklarierten Ländern stammt.

Die einzige, für die Herkunftsdeklaration momentan verwendete Grundlage sind Zoll-Begleitpapiere. In Ergänzung dazu dürften sich neue Methoden für die Authentizitätssicherung als hilfreich erweisen. Mit der analytischen Bestimmung der Herkunft direkt am Produkt sollen sowohl Konsumenten als auch Handelsfirmen besser vor falschen Deklarationen geschützt werden.

Im Rahmen einer gemeinsam durchgeführten und nun abgeschlossenen Doktorarbeit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ), dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), der Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP sowie weiterer Partner untersuchte Dr. Bettina Ballestrem-Franke (Bild) 78 Pouletbrust- und 74 Rindstrockenfleisch-Proben aus je fünf Ländern mit analytischen Methoden. Dabei testete sie in einer ersten Phase eine Vielzahl von chemischen und physikalischen Analysemethoden zum direkten Nachweis der geographischen Herkunft. Die erfolgversprechenden Methoden überprüfte sie in einer zweiten Phase mit einer grösseren Anzahl Proben.


Am 13. März 2009 präsentierte Ballestrem-Franke die wichtigsten Ergebnisse ihrer umfangreichen Dissertation an einem Kolloquium an der ALP: Für die Herkunftsanalyse eigenen sich Methoden auf Basis von Sauerstoff-Isotopen-Bestimmung, Nahinfrarot-Spektroskopie sowie Nuklearmagnetresonanzspektroskopie. Ebenfalls geprüft aber verworfen wurden Farbmessung, Nährstoffgehalte, Aromastoffe und Fluoreszenz.
Derzeit kann man allerdings nicht bei allen Provenienzen von Poulet- und Rindstrockenfleisch Überprüfungen vornehmen.

Beim Geflügel-Brustfilets lassen sich anhand des Sauerstoff-Isotopenverhältnisses drei Herkunftsgruppen bilden: Brasilien / Frankreich, Deutschland / Ungarn und die Schweiz. Mit Elementanalysen kann zudem brasilianisches und französisches Geflügelfleisch unterschieden werden sowie deutsches, ungarisches und schweizerisches.


Beim Rindstrockenfleisch kann kanadisches und österreichisches von den anderen getrennt werden, ebenso das teilweise aus brasilianischem Fleisch hergestellte Bündnerfleisch. Trockenfleisch vom Wallis und Graubünden aus Schweizer Fleisch ist nicht unterscheidbar aber Walliser Trockenfleisch von Bündnerfleisch mit brasilianischem Rohmaterial. Die Resultate bieten demzufolge ein zusätzliches Instrument zu Herkunftszertifikaten.

Weitere Infos: Ruedi Hadorn, ruedi.hadorn@alp.admin.ch, Tel.: 031/323 89 48 (Text: basierend auf Infos von der eidg. Forschunganstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP)