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HUG + Wernli: erste Erfahrungen

Vor rund einem Jahr haben sich die beiden bekannten Schweizer Backwaren Unternehmen HUG AG, Malters und Wernli AG, Trimbach zusammengeschlossen. Gemeinsam erreichten sie 2008 einen Umsatz von Fr. 145 Mio. Die Zusammenführung der beiden Firmen ist abgeschlossen.

von Foodaktuell Importer




Von links: Werner Hug, Fritz Wernli (80 jährig, Enkel des Wernli-Firmengründers), Andreas Hug

Am 30. April 2008 konnten die Gebrüder Werner und Andreas Hug die bekannteste Guezli-Marke der Schweiz wieder in Schweizer Besitz übernehmen. Jahrelang gehörte die Unternehmung zum deutschen Bahlsen-Konzern und zuletzt zur von Nordeck-Gruppe. Unter der Führung der der beiden Brüder konnte die Leitung der Tochter Wernli neu aufgestellt werden. Synergien wurden vor allem im administrativen Bereich, insbesondere im Verkauf und in der Logistik, ausgemacht.

Turnaround Wernli geschafft
Das HUG-Management konnte zusammen mit der neuen Geschäftsführerin, Marianne Wüthrich Gross und dank engagierter Mithilfe der Wernli-Belegschaft bereits im ersten Jahr ein leicht positives finanzielles Resultat erzielen. Zusammen mit einem Rekord-Ergebnis bei HUG darf das Unternehmen HUG/Wernli mit dem Jahr 2008 zufrieden sein. Mit Freude konnten die HUG- und Wernli-Mitarbeitenden einen verdienten Jahres-Bonus entgegennehmen. Im Zusammenhang mit dem Kauf der Wernli AG wurde auch der Aktionärs-Kreis auf das Management und weitere befreundete Personen ausgeweitet. Die Kapital- und Stimmenmehrheit bleibt weiterhin bei den Gebrüdern Werner und Andreas Hug.

Biscuits-Mekka Trimbach
Bei Wernli in Trimbach steht die Produktion und Entwicklung im Vordergrund. Das ganze Know-how der Wernli Entwicklungs-Confiseure bleibt produktionsnah konzentriert. Die Administration vor Ort beschränkt sich neu auf ein Minimum. Die Fabrikläden in Trimbach und Winznau wurden erneuert und bieten nun auch HUGProdukte an. Die Fabrikläden in Malters und Willisau wurden im Gegenzug mit Wernli-Produkten ergänzt.

Vertrieb und Verkauf bei HUG
Bereits seit 1. Januar 2009 ist das verstärkte HUG-Verkaufsteam in Malters verantwortlich für den Vertrieb der Wernli-Produkte. Die Kunden erhalten alles aus einer Hand, in Zusammenarbeit mit der Logistik-Unternehmung Häfliger AG, Sursee. Die Wernli Biscuits stellen eine willkommene Verstärkung des HUG Export-Angebotes dar.




Ein neues Produkt, das demnächst lanciert wird: ein Darvida-Biscuit in drei Sorten: Hafer, Chocolat und Mandel-Honig. Alle mit Vollkornmehl und Rapsöl, hergestellt in der Wernli-Fabrik in Trimbach. Notabene: HUG besitzt in Malters zwei Werke, eines für Biscuits und das andere für TK-Produkte. Und in Willisau das Werk für Willisauer-Ringli. Im Herbst nimmt HUG im Biscuit-Werk eine neue Produktionsanlage für die erfolgreichen Tartelettes in Betrieb.

Neue DAR-VIDA – made by Wernli
Dank den technischen Möglichkeiten bei Wernli lanciert HUG Ende Mai neue DARVIDA Vollkornbiscuits. Mit Rapsöl, Vollkornschrot und Honig werden die zunehmend gesundheitsbewussten Geniesser angesprochen. Weitere gemeinsame Guezli-Entwicklungen sind im Gange und tragen zum Verstehen der beiden Firmen-Kulturen bei.

Me hed de Wernli eifach gernli…..
Der nach 25 Jahren immer noch bekannte Slogan „Me hed de Wernli eifach gernli“ wird zusammen mit einem Relaunch der Marke wieder aktiviert. Zum Auftakt hat der 88-jährige Senior-Chef und ehemalige Besitzer, Fritz Wernli, mit den Gebrüdern Hug in Malters eine Wernli-Ausstellung eröffnet. Fritz Wernli zeigte mit blumigen Worten, wie es zu seinen bekannten Erfindungen der Waffeln, Choco Petit-Beurre und Japonais kam.

2009 – auf Vorjahreskurs
Obwohl die Zusammenarbeit mit Wernli Anfang Jahr erfolgreich gestartet wurde, konnten die Umsatzerwartungen nicht ganz erfüllt werden. Einerseits wurde das Sortiment gestrafft und andererseits hat der Export einen Rückschlag erlitten. Vor allem der Business-Tourismus, ein wichtiges Kundensegment von HUG, ist aufgrund der weltweiten Krisenstimmung leicht eingebrochen. Für das Jahr 2009 rechnet HUG mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau.

Über HUG mit Blick in die Produktion

Die HUG AG mit Sitz in Malters/Luzern beschäftigt an den drei Standorten Malters, Willisau und Trimbach rund 400 Mitarbeitende. HUG wurde 1877 als Bäckerei in Luzern gegründet. Der Zwieback war das erste Produkt und die Erfindung des Firmengründers Joseph Hug-Meyer.




HUG stellt alle Teige im Chargenverfahren her, weil bei der grossen
Zahl der Sorten kontinulierliches Teigen nicht wirtschaftlich wäre.




Fettfreie Zitronenherzli: weich und schmackhaft trotz Abwesenheit von Fett. Bild: Einölen der Ausstechwalze mit Rapsöl, damit die Teiglinge nicht kleben bleiben.

Zur Produktepalette zählen heute Brot Cracker (unter anderem DAR-VIDA), typische Schweizer Guezli (z.B. Willisauer Ringli), Biscuits-Spezialitäten von Wernli (z.B. Choco-Petit-Beurre, Jura Waffeln, Chocoly), Tiefkühlbackwaren-Snacks (z.B. Chäschüechli) und Gastro-Backwaren (z.B. Tartelettes).




Fast endlose Durchlauf-Backöfen




Qualitätskontrolle nach dem Backen

Die HUG AG ist noch heute in Familienbesitz, und zwar in der vierten Generation. Die beiden Brüder Andreas Hug (Geschäftsleitung) und Werner Hug (Delegierter des Verwaltungsrates) führen das Unternehmen nach drei Grundsätzen:
herzlich, unternehmerisch und gewissenhaft – HUG eben.




Verpacken in Stehbeutel, die aus einer planen Folie ab Rolle geformt werden. Im Gegensatz zu den empfindlichen chocolierten Wernli-Biscuits kann man die HUG-Guetzli ohne Überzug in Beutel schütten statt sie in Blister einzulegen.

(Text: HUG)

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