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Milchpreis auch in Österreich auf Talfahrt

Der Produzentenpreis für Milch ist im April in Österreich weiter gesunken. Im Schnitt lag er gemäss Berechnungen der Agrarmarkt Austria netto bei 29,8 Cent.

von Alimenta Import

Im Vormonat März lag der Landesdurchschnitt noch bei netto 31,7 Cent. Im Mai habe sich die Preisspirale weiter nach unten gedreht. Namhafte Molkereien hätten ihre Auszahlungspreise aufgrund der anhaltend kritischen Marktsituation weiter deutlich reduziert, für Juni zeichne sich eine ähnliche Tendenz ab, berichtet der Agrarpressedienst AIZ.

Die grösste Molkerei Österreichs, Berglandmilch, will den Rohmilchpreis auf Anfang Juni um 4,24 Cent pro Kilogramm senken. In Oberösterreich erhalten die Lieferanten der Berglandmilch daher ab kommender Woche noch 27,35 Cent. Der Vorstand des Unternehmens begründet den Schritt mit der besonders schwierigen Lage auf den internationalen Milchmärkten. Die Berglandmilch hat in einem Schreiben an die Lieferanten zu einer freiwilligen Verringerung der eingelieferten Milch und einer Einhaltung der zugeteilten Milchquoten aufgerufen. Dieser Aufruf blieb praktisch ohne Wirkung, da die Mengen immer noch über den Vorjahresanlieferungen liegen. Der Vorstand hat daher entschlossen, ein Modell einzuführen, das die saisonale Anlieferungskurve glättet und die Einhaltung der Referenzmengen einfordert.

Mit einer saisonal sehr stark schwankenden Milchanlieferung kämpft auch die Tirol Milch. Der Vorstand hat sich dennoch entschlossen, weiterhin das bestehende Modell mit stark schwankendem Milchpreis auf Monatsbasis zu verfolgen. Im Zusammenhang mit der aktuellen Mengenproblematik wird der Basisauszahlungspreis im Mai und Juni 2009 um zwei Cent gegenüber April abgesenkt.

Die Tirol Milch geht jedoch davon aus, dass mit den nun festgelegten Produzentenpreisen für den Monat Juni der Tiefpunkt im laufenden Jahr erreicht sein. Die Milchpreiskurve zeige für die Herbstmonate wieder steigende Tendenz, heisst es weiter. lid