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Wer hat’s erfunden? – Die Schweizer!

Am ersten Swiss FoodTec Day, der Fach- und Innovationskonferenz der Schweizer Lebensmittelindustrie, trafen sich 130 Personen aus Forschung und Industrie. Innovationen und deren Realisation waren das Hauptthema.

von Alimenta Import

Das Ziel des ersten Swiss FoodTec Days war, Forschung und Industrie anzunähern oder, wie Erich Windhab, Professor an der ETH, sagt, «Forschung und Innovation in Industrie und Akademie zusammenzubringen». Ziel dieses Tages war es auch, der Industrie zu zeigen, dass sie ihre innovativen Ideen nicht allein verwirklichen muss, ­sondern dass sie in den Forschungsanstalten geis­tige und bei KTI (Förderagentur für Innovation des Bundes), der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) und anderen Fonds finanzielle Unterstützung finden kann. Die Swiss Food Research dient als Plattform zwischen Industrie, Forschung und Fördergeldern. Die Tagung war ein voller Erfolg; bei Swiss Food Research gingen nach Aussage von Hans-Peter Bachmann zahlreiche Anfragen ein, die jetzt bearbeitet werden.

Unkomplizierte Unterstützung durch das KTI
«Der Foodsektor der Schweiz ist sehr inno­vativ. Man muss sich nur trauen, diese innovativen Ideen zu verwirklichen.» So lautet die Aussage von Beda M. Stadler, der als Vertreter von KTI Life Science den ersten Swiss FoodTec Day eröffnete. «Wir wollen helfen», sagt er weiter, «und zwar möchten wir unkompliziert und schnell innovative Ideen fördern.» Ein Gesuch, das bei der KTI eingegeben wird, wird im Durchschnitt in weniger als sechs Wochen bearbeitet.

Von der Grundlagenforschung zum Produkt

«Grundlagenforschung und angewandte Grund­lagenforschung werden in den Forschungs­instituten und Universitäten betrieben», sagt Erich Windhab, «für die angewandte Forschung hingegen ist die Industrie zuständig» (siehe Abbildung). Nach Windhabs Erfahrungen braucht die Entwicklung eines neuen Produkts oder die Entwicklung eines neuen Prozesses in Zusammenarbeit mit der Industrie rund sieben bis acht Jahre. Die Kosten sind nicht unbedenklich, können aber, wie bereits erwähnt, zu einem Teil über Nationalfonds oder KTI abgedeckt werden.

Zu jeder Forschung gehören Patente
Viele kleinere und mittlere Unternehmen scheuen nicht allein den Aufwand für eine Neuentwicklung, die Frage der Patente kann eine weitere Hürde sein. Neue Verfahren oder ein neues Produkt müssen durch ein Patent geschützt werden. Wie dieses Patent zu erstellen ist und dann auch wie dieses Patent geschützt werden kann, das sind Fragen, die an der Tagung von mehreren Vertretern der Industrie intensiv diskutiert wurde, denn viele haben schlechte Erfahrungen gemacht und scheuen die hohen Kosten. Hans-Peter Bachmann, Swiss Food Research, sagt dazu: «Vor dem Start eines KTI-Projektes werden diese Fragen vertraglich geregelt. Die KTI hat da grosse Erfahrungen, viele Musterverträge und kann kompetent beraten. Swiss Food Research nimmt dieses Know-how bei Bedarf in Anspruch.»

62 Poster belegen Forschungstätigkeit
Die verschiedenen Forschungsanstalten stellten auf insgesamt 62 Postern Arbeiten zu den Themen Produktinnovation, Prozessinnovation, Konsumenten und ICT Service vor. Darunter zum Beispiel eine von der KTI unterstützte Arbeit von Muriel Graber, ETH Zürich. Es handelt sich um die Entwicklung einer Doppelemulsion durch einen Rotationsmembran-Emulsionsprozess. Ziel dieser Erfindung ist, eine optimale Doppelemulsion herzustellen, die als Basis für die Verkapselung von funktionellen Komponenten dient.
Der erste Swiss FoodTec Day hat das grosse Potenzial und die Vielfalt der Schweizer Lebensmittelforschung aufgezeigt. Jetzt liegt es an der Industrie, dieses Potenzial zu nutzen.