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Begehrter Sitz im Verwaltungsrat

Die SCM-Generalversammlung wählte Jacques Gygax und Guido Kälin ­einstimmig in ihren Verwaltungsrat. Turbulenter wurde die Veranstaltung, als Appenzeller Käse forderte, in das Leitungsgremium zurückzukehren.

von Alimenta Import

Die Sitze im Verwaltungsrat der Switzerland Cheese Marketing AG (SCM) sind begehrt. Zwar ging die Wahl der Nachfolger von Anton Schmutz, Fromarte, und Dominik Büchel, Emmi, an der Generalversammlung der SCM vom 5. Juni diskussionslos über die Bühne. Der designierte Fromarte-Direktor Jacques Gygax und Emmi-Vertreter Guido Kälin wurden einstimmig gewählt.

Appenzeller Käse will zurückkehren

An der Versammlung stellte aber die Sortenorganisation Appenzeller Käse den Antrag, in den SCM-Verwaltungsrat zurückkehren zu können und dafür ihren Direktor Christoph Kempter aufzunehmen. Begründet wurde der Antrag damit, dass der Appenzeller Käse zu den vier Grossen der Schweiz zähle und die Sortenorganisation mit einem Beitrag von jährlich rund 3 Mio. Franken zu den bedeutendsten Unterstützern der Marketingorga­nisation gehöre. Um eine Kampfwahl zu verhindern, schlug SCM-Präsident Guy Emmenegger vor, dass der Verwaltungsrat bis zur nächsten Generalversammlung eine Lösung präsentieren soll, wie die Sortenorganisation integriert werden kann; sei es, indem eine kleinere Sortenorganisation bis dahin frei­willig aus dem Vorstand austritt, oder indem der Verwaltungsrat von heute je vier Sitzen um je einen der Sortenorganisationen und des Handels erweitert würde. Die Appenzeller lehnten eine Erweiterung des Vorstandes ab: Er würde dadurch nicht besser, hiess es. Mit einem Ersatz nach der Demission eines bis­herigen Vorstandsmitgliedes erklärten sie sich hingegen einverstanden.

Exportzahlen stabilisiert
Neben den Wahlen waren die Käseexportzahlen ein Thema an der Generalversammlung. Präsident Guy Emmenegger sieht einen Lichtstreifen am Horizont. Denn die Käseexporte haben sich im Monat April im Vergleich zum Vorjahresmonat mit einer Zunahme von 10 Prozent auf total knapp 5000 Tonnen leicht verbessert. Bereits im Monat März wurde ein Exportwachstum von gegen 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ausgewiesen.
Trotzdem blickte der Präsident nicht allzu euphorisch zurück: Gesamthaft sanken die Käseexporte in den ersten vier Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 757 Tonnen oder 3,8 Prozent. Emmenegger machte dafür unter anderem den Wegfall der Exportförderungsbeiträge des Bundes auf Ende des letzten Jahres sowie die damit verbundenen Grosseinkäufe der ausländischen Kunden in den Monaten November und Dezember 2008 verantwortlich. Diese hatten zur Folge, dass die ausländische Nachfrage im Januar und ­Februar des laufenden Jahres massiv zurückging.