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Projektarbeit nützt Betrieben direkt

In Projektarbeiten bieten die Schüler des BBZN Milchwirtschaft in Sursee milchwirtschaftlichen Betrieben fachliche Unterstützung in technischen und betriebswirtschaftlichen Fragen. Zwei Beispiele.

von Alimenta Import

Das Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung (BBZN) Milchwirtschaft in Sursee unterstützt die ­Unternehmen der Branche bei Projekten, die beispielsweise Produkteentwicklung, Investitionen, Qualitätsoptimierung oder -management beinhalten. Im Modul Projektmanagement bearbeiten die Schüler in Kleingruppen Themen aus der Praxis. Dabei stiessen folgende Arbeiten auf spezielles Interesse:

Joghurt mit CLA-Zusatz
Durch die Aufnahme von CLA (mehrfach ungesättigte Linolsäure) soll es dem Konsumen­ten möglich werden, bei genügender sportlicher Aktivität Körperfett abzubauen, ohne Muskelmasse zu verlieren. Wird die em­pfoh­lene Tagesdosis in einem Becher Joghurt ­untergebracht, so tritt bei vielen Aromen ein deutlicher Abgeschmack nach Karton auf.
In der Projektarbeit wurde gezeigt, dass die Intensität des Abgeschmacks sowohl durch den Grundstoff wie auch durch die Art des Süssstoffs deutlich beeinflusst werden kann. Die besten Ergebnisse wurden in gerührtem Joghurt mit Fruchtgrundstoffen aus Beeren in Kombination mit Sucralose erzielt.

Erfolgsfaktor Kundenkontakt
Die aktuelle Situation einer Schweizer Kleinmolkerei wurde mit Hilfe einer umfassenden Marketinganalyse untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass der Betrieb durch den engen Kundenkontakt, die Regionalität, die kurzen Transportwege sowie dem hohen Mass an ­Flexibilität und Zuverlässigkeit Erfolg hat. Der hohe Umsatzanteil eines einzelnen Kunden sowie der hohe Anteil an austauschbaren Produkten wurden als kritisch beurteilt.
Um die für die Entwicklung des Unternehmens benötigten Mittel zu erwirtschaften, schlägt die Projektgruppe eine Anpassung der Strategie vor. Das Produktesortiment muss
in Richtung Spezialitäten und Labelprodukte (Regio, Bio) verschoben werden. Im Ver­packungsbereich soll nach finanzierbaren Convenience-Verbesserungen gesucht werden. Um die Austauschbarkeit zu reduzieren, sollte der eigene Markenauftritt vereinheitlicht und verstärkt werden. Weiter muss die laufende Pflege des bestehenden Kundenkontaktes mit der Akquisition eines neuen, umsatzstarken Abnehmers zu einer Erhöhung des Markt­anteils führen. Zudem sollen durch eine laufende Bereinigung des Produktesortiments und ­einen höheren Technisierungsgrad im Abfüll- und Verpackungsbereich die Personalkosten reduziert werden.
*Philipp Ruckli ist Prorektor und Thomas Küttel Fachschullehrer am BBZN Milchwirtschaft in Sursee.