Datum:

Highlights vom Bio Marché 2009

Von Bioglace bis Biokaffee. Und Biogipfel im doppelten Sinn.

von Foodaktuell Importer


Der 10. Bio Marché hat wie jedes Jahr den historischen Stadtkern von Zofingen in ein Bio-Paradies verwandelt und war ein Erfolg.




Zum zehnjährigen Jubiläum war die grösste Schweizer Bio-Messe ein «Festival der Sinne»: Von Freitag bis Sonntag wurde geschlemmt, degustiert, getanzt, gestaunt und gefeiert.

Der 10. Bio Marché vom 19.-21. Juni 2009 war ein grosser Erfolg für die Aussteller und verzeichnete vermutlich einen Besucherrekord. Auf dem Verkaufsmarkt boten über 150 Aussteller ihre Bio-Produkte an, viele mit Degustationen oder sogar Show-Handwerk. Diese Fülle an Bio-Spezialitäten an einem Ort ist einzigartig. Ein kleiner Nutztierzoo mit neugierigen Ziegen und einem imposanten Wasserbüffel auf dem romantischen Chorplatz war spannend für Gross und Klein. Mehrere Festwirtschaften verwöhnten die Besucher bio-kulinarisch.

Zum zehnten Mal dabei war auch Hauptsponsorin Migros, die sich seit Beginn für den Bio Marché engagiert und jeweils mit ihren Bio-Lieferanten und Eigenbetrieben wie Micarna, Mifroma und Jowa den Kirchplatz zum Migrosdorf macht. Zum Festival gehörten auch Gaukler und Strassenkünstler. Zudem sorgten rund vierzig Live-Konzerte – von Pop und Rock bis Volks- und Blasmusik -während den drei Tagen für Feststimmung. Biogipfel gab es nicht nur an Bäckereiständen sondern auch als Begleitveranstaltung mit Vorträgen zur Frage: Wie ist solidarisches und faires Handeln möglich?




Bäckerei Leutwyler: Hans Leutwyler präsentiert seine Bestseller, Bio-Olivenbrot und Bio-Feigenbrot. Für ihn ist der Bio Marché ein Heimspiel: seine Backstube liegt an der Vorderen Hauptgasse von Zofingen und somit in Mitten des Marktes – Nachschub ist à la minute möglich.




Christen Bio-Gemüse: Purple Eyes-Karotten, vermarktet als Blue Rabbit. Diese Ursorte ist nicht nur attraktiv im Aussehen sondern schmeckt auch süsser als die neuen Züchtungen. Die violette Farbe ist aber nicht kochfest: beim Kochen verfärbt sich das Kochwasser und das ganze Rüebli. Die sinnvolle Verwendung ist daher Salat oder Dipstengel. Notabene: Biorüebli schmecken nachweislich intensiver. Siehe: Die besten Rüebli




Sennerei Andeer: Käseaffineur Martin Bienerth mit seinem Schmuggler-Biohalbhartkäse aus Rohmilch, wenn möglich von nicht enthornten Kühen.

Der Schmuggler-Biohalbhartkäse, ein Produkt mit Anekdote: Am 5. Februar 2002 erschien folgende Meldung in verschiedenen Tageszeitungen: „Beamte des deutschen Autobahnzollamtes Weil am Rhein haben einen aussergewöhnlichen Fund gemacht. Der Lenker eines Personenwagens (Martin Bienerth) versuchte, 22 Laibe Bündner Bergkäse über die Grenze nach Deutschland zu schmuggeln……“. Einige Tage später flatterte eine Strafanzeige ins Haus – ohne Erfolg, denn die Beamten wussten noch nicht, dass Käse aus Graubünden zu diesem Zeitpunkt schon zollfrei war. So entstand der Andeerer Schmuggler, der sogar bei der Käseolympiade in Appenzell im Jahre 2004 die Bronzemedaille im Halbhartkäsewettbewerb holte. (sennerei-andeer.ch)




Schafmilch-Spezialist Gauch: Schafnidelchäsli, ein Rohmilch-Weichkäse. Im 2007 wurden Gauch’s Rahmglace aus Schafmilch und Schafmilchjogurt Mango prämiert von Bio Suisse.




Meyer-Beck: Meinrad Meyer’s charmante Töchter (von links: Lucia und Angela) haben den weiten Weg von Sta. Maria im Müstertal nach Zofingen geschafft und präsentieren ihre Bioproduktelinie: Bündner Nusstorte, Früchtebrot und die prämierten Schaibietta-Biscuits, die nun Eingang finden in die Coop-Promontagnalinie. Auch bei Coop in der Slow Food-Linie: das Roggenbrot. Neu: glutenfreie Backwaren für Zöliakie-Diätetiker.




Ober-Emmentaler Käserei Hohgant: cremiger Büffel-Biomozzarella aus der fettreichen Milch der Wasserbüffelherde von Hans Bieri in Schangnau. Neu: ebenfalls cremiger Schaf-Biomozzarella. Wasserbüffel stammen ursprünglich aus Italien und dem Balkan.




Gelateria Luna Llena: Sorbet Johannisbeer mit Sonderauszeichnug von Bio Suisse 2007 – schon Samstag Mitte Nachmittag ausverkauft.

Die Besucherzahl zu schätzen ist schwierig, da der Bio Marché keinen Eintritt verlangt und es acht Stadteingänge gibt. «Die letzten Jahre waren es jeweils rund 35’000 Besucher», gibt Bianca Braun von der Bio Marché AG an. «Dieses Jahr waren es dank Rekord-Samstag sicher mehr, aber wir können keine verbindlichen Zahlen angeben. Der einzig messbare «Besucherwert»: Die Anzahl Kinder, die mit dem Karussell fuhren, hat um 30% zugenommen gegenüber dem Vorjahr, ebenso die benötigten Besucherparkplätze am Sonntag».

Am ersten Tag war das Wetter regnerisch, «somit kamen weniger Besucher als üblich, aber gemäss Ausstellerrückmeldungen stimmte die Qualität der Besucher dennoch, so dass für viele der Umsatz mit anderen Freitagen in den Vorjahren mithalten konnte». Am Samstag herrschte perfektes Wetter: teilweise sonnig aber nicht zu heiss und sehr angenehm für Besucher, Aussteller und Produkte. «Dies war in Sachen Besucherzahlen der wohl stärkste Samstag, seit es den Bio Marché gibt. Der Sonntag war ähnlich wie der Samstag und verzeichnete auch sehr viele Besucher; nur ganz am Schluss bekam Zofingen eine Ladung Nass vom Himmel», sagt Braun.

Das nicht zu heisse Wetter wirkte ausgleichend auf die Besucherfrequenzen: «Es kamen den ganzen Tag konstant viele Besucher», so Braun, «das Hitze-Loch, das es in heissen Bio-Marché-Jahren jeweils um die Mittagszeit gab, fiel dieses Jahr weg. Viele Aussteller sagten, dass sie deswegen kaum Zeit zum Mittagessen hatten». Von den über 150 Ausstellern erhielt das OK begeisterte Reaktionen: «Zum Teil waren die Waren schon vor Messeschluss ausverkauft, und dies auch bei Ausstellern, die seit Jahren kommen und Erfahrungswerte zu den notwendigen Mengen haben».




Fritz Bertschi AG: nicht nur bio- sondern auch Max Havelaar-zertifizierter Kaffee – am Bio Marché vor Kundenaugen im Tischröster geröstet. Von links: René Vesti, CEO der Grossrösterei Rosca caffè und Jürg Reber, Geschäftsleiter der Fritz Bertschi. Vesti lobt die Qualität der rohen Kaffeebohnen von Bertschi.




Chaya: Bioeistee mit Agavensirup gesüsst, ohne Aromenzusatz.




Mosterei Möhl: Bioapfelsaft aus 60% Apfel und 40% Hochstamm-Birne, Direktsaft, unfiltriert.

Auch Thurella verarbeitet reinen Hochstamm-Apfelsaft. Dazu Infos von Coop: Der traditionelle Anbau von Äpfeln auf Hochstammbäumen im Thurgau hat durchaus eine Chance. Denn nur auf Hochstammbäumen kommen noch die alten, geschmackvollen Sorten vor, die dem Most seinen charakteristischen, herben Gout verleihen. Voraussetzung ist aber, dass sich das Engagement der Landwirte für die blühende Landschaft auch finanziell wieder lohnt.

HOCHSTAMM SUISSE setzt sich dafür ein, dass Produkte aus dem Hochstammanbau einen höheren Preis erzielen. Ein Preis, der all das abdeckt, was im Produkt steckt: die blühende Landschaft, die Vielfalt an Tieren, die alten Sorten, das Schneiden und Ernten auf langen Leitern. Dazu vergibt HOCHSTAMM SUISSE ein Label, das beim Kauf garantiert, dass das Produkt zu 100% aus Schweizer Hochstammbäumen und damit aus einer wertvollen Landschaft stammt.




Fleischtrocknerei Churwalden: Bio-Bündnerfleisch, vor Kundenaugen frisch geschnitten mit einer präsentablen Schneidmaschine im Nostalgiedesign

Weiterlesen: Erste Biosuisse-Prämierung von Gourmet-Bioprodukten