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Plattform öffnet Tür zu Europa

Bundesrätin Doris Leuthard und Vertreter aus Europa begrüssten die Lancierung der nationalen Technologieplattform «Food for Life Switzerland». Am 18. Juni wurde die strategische Forschungsagenda bekannt gegeben.

von Alimenta Import

Der 18. Juni 2009 wird bei Swiss Food Research in die Annalen eingehen. Über 150 Personen aus Lebensmittelindustrie und -forschung interessierten sich für die Lancierung der Technologieplattform «Food for Life Switzerland» und die Vorstellung der damit verbundenen Forschungsagenda. «Als wir Daniele Rossi, den Koordinator für nationale Plattformen, anfragten, ob für die Schweiz eine Möglichkeit bestünde, auch eine Plattform zu gründen, wurden wir mit offenen Armen empfangen», sagt Jean-Claude Villettaz von Swiss Food Research.

Wirtschaft und Wissenschaft koordiniert
Der Wirtschaftsrat und der Wissenschaftliche Rat von Swiss Food Research haben unter der operativen Leitung von Jean-Claude Villettaz, Hans-Peter Bachmann und Silvie Cuperus eine strategische Forschungsagenda basierend auf fünf Hauptachsen erstellt (siehe Kasten). Aufgabe der Plattform wird sein, die Antragsteller für Forschungen zu unterstützen und Anträge oder Calls zu formulieren, die dann zum Beispiel als Forschungsprojekt vom EU-Rahmen-Forschungsprogramm FP??7 unterstützt werden. «Bisher wurden alle von den Plattfor­men formulierten Calls angenommen, was ­deren gute Arbeit beweist», sagt Uta Faure, verantwortlich für Forschungsprogramme zu Ernährung, Gesundheit und Lebensqualität der EU-Kommission.

Die Vision 2020

Die strategische Forschungsagenda basiert auf einer Vision für das Jahr 2020: «Die schweizerische Nahrungsmittel-Wertschöpfungskette ist kompetitiv und erzielt im Export ein kontinuierliches und nachhaltiges Wachstum, das grösser ist als ein allfälliger Verlust an Marktanteilen im Inland. Nahrungsmittel aus der Schweiz geniessen im In- und Ausland das grösste Vertrauen von Verteilern und Kon­sumenten.» Diese Vision, unterstützt von Vertretern aus internationalen Firmen wie Nestlé, Grossbetrieben wie Migros, KMU wie Reitzel und dem Konsumentenforum entspricht auch der Vorstellung von Bundesrätin Doris Leut­hard. Sie begrüsst die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung und findet ein F+E-Konsortium (Forschung und Entwicklung) durchaus erfolgsversprechend. «Die Schweiz hat in der EU im Jahr 2008 bei den Innova­tionsanzeigen den ersten Platz geholt. Sie soll und darf aber jetzt nicht stehen ­bleiben», sagt sie.

Innovationen werden bereits gelebt

Wie wichtig Innovationen sind, betonten Rolf Schweiger, Präsident der Plattform, aber auch die Industrievertreter vom multinationalen Konzern bis zum KMU. Insbesondere Philippe Michiels von Reitzel zeigte auf, wie wichtig innovative Ideen und deren Verwirklichung sind und wie schwierig es manchmal ist, den Erfolg einer neuen Produktlancierung vorauszusehen. «Eine einfache Änderung der Verpackung kann grossen Erfolg bringen, während die langwierige und kostspielige Entwicklung eines neuen Produkts ein Flop werden kann», ist seine Erfahrung.

Positive Erwartungshaltung

Die Stimmung an diesem Gründungstag könn­te mit «positiver Erwartungshaltung» beschrieben werden. Die Vertreter der verschiedenen nationalen Forschungsinstitute freuen sich auf eine engere und konkrete ­Zusammenarbeit mit der Industrie. Die In­dustrievertreter begrüssen die finanzielle und technologische Unterstützung, die sie anfordern können. Denn «eine innovative Schweiz ist wichtig, um neue Geschäftsideen zu ent­wickeln», sagt Doris Leuthard.