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Ein gutes Jahr für Rivella

2008 steigerte der Getränkehersteller Rivella den Umsatz um 9,4 und den Absatz um 7,6 Prozent.

von Alimenta Import

Die Rivella AG im aargauischen Rothrist ist mit dem Geschäftsjahr 2008 zufrieden, vermochte sie sich doch in allen Bereichen zu steigern. Der Getränkeabsatz stieg um knapp 8 Millionen auf 111,4 Millionen Liter, der Nettoverkaufserlös um 13,3 Millionen auf 154,1 Millionen Franken. Der Pro-Kopf-Konsum nahm in der Schweiz im letzten Jahr um einen Liter auf elf Liter zu. Insgesamt stieg der wertmässige Marktanteil von Rivella bei den Erfrischungsgetränken in der Schweiz im letzten Jahr um 1,8 Prozentpunkte auf 20,1 %.

Starke Marke
Mit zum guten Ergebnis trug bei, dass die Migros Anfang 2008 die Exklusivmarke Mivella aus den Gestellen nahm und durch Rivella ersetzte. Rivella-CEO Franz Rieder führt dies auf die umfassende und konsequente Markenpflege der Rivella AG zurück: «Die Leute kennen Rivella und sie wollen auch in der Migros keine Kopie, sondern das Original.» Am meisten Aufmerksamkeit erhielt Rivella nach der Lancierung von Rivella gelb im Herbst 2008. Das neue Getränk auf pflanzlicher Basis sei erfolgreich gestartet, sagt Rieder, was angesichts der breiten Kampagne allerdings keine Überraschung sei. Das erfreuliche Plus von 7,6 Prozent im Gesamtabsatz zeigt laut Rieder deutlich, dass Rivella gelb die anderen Rivellas nicht konkurrenziert, sondern im Gegenteil der gesamten Marke viel Schwung verliehen habe. «Inzwischen ist die Dynamik der Lancierung abgeebt und wir sehen das Potential für Verbesserungen. Rivella gelb wir uns noch einige Freude bereiten». 2008 wurde Rivella ins Inventar des kulinarischen Erbes der Schweiz aufgenommen, und die Platzierung in der Schweizer Markenrangliste in den Top 20 wurde im Mai 2009 ein weiteres Mal bestätigt.
Der nationalen Bedeutung der Rivella AG entspricht auch der neue Hauptsitz in Rothrist, eingeweiht am 15. Januar 2009. Er absorbierte den Grossteil der gesamten Investitionen von 19,2 Millionen Franken.

Emil Steinberger in der Rikscha
In Holland, dem mit Abstand wichtigsten Auslandmarkt, wuchs der Absatz um 1 Prozent, in Deutschland gar um 20 Prozent, was das Unternehmen unter anderem auf die Kampagne mit Emil Steinberger als Rivella- Botschafter zurückführt. Die Präsenz in den süddeutschen Ballungszentren München und Stuttgart greift, Rivella ist bereits in über 500 Gaststätten erhältlich – und in den sechs Rivella-Rikschas, die im Sommer 2009 Fahrgäste durch München befördern und mit gratis Rivella erfrischen. Für Aufregung sorgte Rivella- Botschafter Emil Steinberger als Rikscha-Fahrgast: «Da stand eine Mutter, sah meine Rikscha und sagte zu ihren Kindern: Schaut, auf der Rikscha dort ist Emil abgebildet. Dann ein kleiner Schrei: Ach, da sitzt er ja selber drin! Das gibt’s ja nicht!» Mit Michel Power Coffeeberry™ brachte Rivella Anfang 2008 einen eigenen Energydrink auf den Markt. Die fruchtige Neuheit mit dem Extrakt der roten Kaffeekirsche kommt ohne künstliche Aromen und Farbstoffe aus und spricht Konsumenten an, denen die konventionellen Energydrinks zu industriell schmecken. Derneue Michel Drink lief angesichts der vergleichsweise ruhigen Lancierung gut an. Dank der Umstellung auf Orangen aus Fair Trade Produktion erwirtschaftete Michel im letzten Jahr für die südamerikanischen Produzenten
von Max-Havelaar-Orangen 70’000 Franken.

Die weiteren Aussichten
2009 formt sich in der ganzen Wirtschaft zu einem schwierigen Jahr. Rivella erwartet einen eher noch verschärften Preisdruck auf Markenartikeln. Auf die Preiserhöhung, die auf Anfang 2009 vorgesehen worden war, hat Rivella aus Rücksicht auf die schwierige Wirtschaftslage verzichtet. CEO Franz Rieder bezeichnet die Konsumentenstimmung als trüb: «Vor allem die Gastronomie muss Absatzrückgänge hinnehmen, was auch die Getränkelieferanten zu spüren bekommen». Rivella will auf die Krise so reagieren, wie das Unternehmen in seiner bald 60-jährigen Geschichte immer reagiert habe: «Konsequente und aktive Markenpflege. » Um das gute Ergebnis von 2008 zu erreichen, seien im Sommer und Herbst zwei Dinge nötig, nämlich viel Sonne am Himmel und kräftige Aufhellungen bei der Konsumentenstimmung.