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Wer soll das bezahlen?

von Alimenta Import

Laut Artikel 150 der neuen Tierschutzverordnung wer­den die gewerblichen Tiertrans­porteure einer obligatorischen Aus- und Fortbildungspflicht unterstellt. Absatz 2 des besagten Artikels hält fest, dass die Transportunternehmungen für die Aus- und Fortbildungen der Mitarbeitenden verantwortlich sind. Gleiche Anforderungen haben die Schlachtbetriebe zu erfüllen.
Um es vorab zu nennen:
Der Viehhandel, die Tiertransporteure und die Schlachtbetriebe in der Schweiz sind stolz auf den erreichten und sehr hohen Qualitätslevel. Ebenso ist klar, dass man dieses Niveau nur mit gut aus­gebildeten Leuten halten kann.
Diese neuen gesetzlichen Pflichten zeigen jedoch die Tendenz des Bundes auf, für fast alle gewerblichen Tätigkeiten mehr und mehr Ausweise, Bestätigungen, Zertifikate usw. zu verlangen, die auch immer mit entsprechenden obligatorischen Schu­lungen, Aus- und Weiterbildun­gen im Zusammenhang stehen. Ein Viehhändler, der seine Tiere selber transportiert, muss aufgrund von mindestens vier Verordnungen Aus- und Fortbildungskurse besuchen. Die Umsetzung und vor allem die ­Finanzierung dieser Kurse und deren Administration haben dabei die zuständigen Branchenverbände sowie deren Mitglieder, sprich Unternehmen, zu bezahlen. Der Schweizerische Viehhändler Verband (SVV) und der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG haben – auch wieder aufgrund der neuen gesetzlichen Bestimmungen – eine Bewilligung des Bundes als anerkannte Aus- und Fortbildungsstätte erhalten. Dabei erfährt man, wie ­alleine man bei der Umsetzung dieser gesetzlichen Vorschriften ist, wie mühsam es ist, die verschiedenen Anforderungen unter einen Hut zu bringen – dies auch aufgrund der Situation, dass der Voll­zug solcher Bestimmungen bei den Kantonen liegt und folglich 26 verschiedene Ansichten herrschen – und wie gross administra­tive und finanzielle Belastung sind.
Mit dieser Art der Gesetzesgestaltung werden primär die KMU übermässig belastet, und diese will ja der Bund bekanntlich fördern und stärken und von der Bürokratie entlasten. In der Wirklichkeit passiert genau das Gegenteil. Neben den massiven Kosten ist dem SVV ein weiterer Dorn im Auge, dass etwa ein Landwirt, der seine eigenen Tiere zum Schlachthof transportiert und von all ­diesen Aus- und Fortbildungspflichten befreit ist, das gute Image gefährden kann.