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An der Süffa Geschäftsideen gewinnen

Metzger sind heutzutage in vielen Lebenslagen die gesuchte kulinarische Rettung. Ob im Event-Catering, beim Partyservice oder Take-away im Laden - ihr Einsatz ist gefragt. Für viele Betriebe sind die Zusatzaufträge im Ausser-Haus-Bereich zum zweiten Standbein geworden. Auch der mobile Verkauf kommt bei den Metzgern immer mehr in Gang. An der Süffa gewinnt man Ideen und den Überblick über Trends.

von Foodaktuell Importer




Fahrzeuge für Lieferdienste und modernste Kühltechnik werden
den Fachbesuchern an der SÜFFA 2009 in Stuttgart präsentiert.

Vollcaterer aus dem Metzgerhandwerk liefern vom Aperitif bis zum Dessert, vom Geschirr bis zur Dekoration alles, was der Kunde wünscht. Wer sich weiter in diese Richtung spezialisieren möchte, lässt sich während der diesjährigen SÜFFA vom 18. bis 20 Oktober in Stuttgart von den Profis der verschiedenen Anbieter beraten. Praxisnahe Tipps gibt es auch bei den Veranstaltungen im SÜFFA-Rahmenprogramm. Etwa beim Fingerfood-Wettbewerb des Fleischerverbandes, den Schülerwettbewerben oder einer Show mit neuesten Rezeptideen und Präsentationsmöglichkeiten am Buffet.

Es geht eben auch anders. Manchmal ganz anders. Die SÜFFA ermuntert die Branche, das Neue zu wagen. Wie wäre es zum Beispiel mit Kaffee in der Metzgerei? „Das war nie ein Thema für uns, bis wir die Kaffeeversorgung von Nestlé Professional ausprobiert haben. Seit dem sind unsere Kunden begeistert und wir wollen nicht mehr auf diesen monatlichen Zusatzgewinn verzichten“, sagt Michael Herkommer von der Metzgerei Müller-Herkommer in Freiburg. Eine Möglichkeit, die bislang wenige Metzgereien nutzten. Dabei hat die Konkurrenz im traditionellen Thekenverkauf in den vergangenen Jahren stark zugelegt.

Mobiler Verkauf

Auch der mobile Verkauf kommt bei den Metzgern immer mehr in Gang. Borco-Höhns, Hersteller von Imbiss- und Verkaufsfahrzeugen, führt den Fachbesuchern vor, wie Metzger mit einem mobilen Frühstücksservice Erfolge einfahren. Metzger mit Lieferfahrzeugen und mobilen Verkaufstheken sind gezielt dort unterwegs, wo ein lohnendes Geschäft auf sie wartet. Denn mittlerweile gibt es viele Dörfer ohne stationären Einkaufsmöglichkeiten. Die Verschlechterung der Nahversorgung betrifft besonders den steigenden Anteil an über 50-Jährigen. Sie nutzen den mobilen Verkauf sehr intensiv, da sie guten Service zu schätzen wissen und bereit sind, ihn zu bezahlen.


Vor dem Kauf eines Kühlfahrzeugs zur Direktbelieferung oder als Verkaufsmobil sollte sich der Metzger gut überlegen, wie er das Fahrzeug nutzen will: Besser einen grossen Transporter wählen oder sich doch eher für zwei kleinere Kastenwagen entscheiden, weil man dadurch mit mehreren Filialen flexibler bleibt? Auf der Metzgerfachmesse SÜFFA in den Hallen der Neuen Messe Stuttgart (fünf Gehminuten vom Flughafen) gehen die Experten führender Fahrzeughersteller auf die individuellen Bedürfnisse der Metzgerbetriebe ein, stellen aktuelle Modelle vor und präsentieren die neuesten Entwicklungen, um die Lebensmittelsicherheit zu verbessern und Energie zu sparen.

Kastenwagen sind beliebte Partygänger

„Am häufigsten sind Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen gefragt, die jeder mit dem Führerschein B fahren kann“, sagt Oliver Braun, Geschäftsführer von Wükaro in Ditzingen-Heimerdingen. Der Hersteller ist in der Lage, alle gängigen europäischen Transporter nach Kundenwunsch zu Kühlfahrzeugen umzubauen. Das gilt auch für die Ausstattung von Kühlkoffern, die von einem Basisfahrzeug getragen werden. Der Vorteil: Ist der Lastenträger nach ein paar Jahren am Ende, zieht der Kühlkoffer, der in der Regel weniger verschleisst, auf einen neuen fahrbaren Untersatz um.

Auf der SÜFFA wird Wükaro einen Kühlkoffer mit aussenliegendem Verdampfer ohne Platzverlust im Laderaum vorstellen. „Trotzdem werden gerade für den Partyservice Kastenwagen bevorzugt, weil sie flotter aussehen und jede Menge Fläche für Eigenwerbung bieten“, sagt Braun. Ein Renner sei momentan der VW Caddy Maxi. Er ist 40 Zentimeter länger als das Standardmodell.

Als Alleskönner schickt Kiesling Fahrzeugbau aus Dornstadt-Tomerdingen verschieden grosse Flitzer-Aufbauten auf einem Mercedes-Benz Sprinter-Chassis ins Rennen. „Die Fahrzeuge sind morgens für die Belieferung der Metzgereien und abends für den Partyservice einsatzbereit“, sagt Eva Kiesling. Alle Kiesling-Aufbauten verlassen die Fertigung serienmässig mit LED-Innenleuchten, flüssigkeitsdichter Bodenwanne und einem HACCP-Prüfsiegel des TÜV. Ein interessantes Extra ist die Trennwand Vario Lite. Sie soll mit 50 Kilogramm halb so viel wie herkömmliche Trennwände wiegen und ermöglicht es, Produkte mit verschiedenen Temperaturen zu transportieren.

Ausserdem lässt sich die Wand in die Waagerechte drehen. Auf diesem mit 800 Kilogramm belastbaren Zwischenboden ist Platz für Platten, Kisten und Körbe. Ein rutschfester Belag sorgt dafür, dass alles an der richtigen Stelle bleibt. Wird die Wand nicht gebraucht, lässt sie sich herausnehmen. Neben Kühlaufbauten bietet Kiesling neuerdings isolierte Kastenwagen auf Basis eines Mercedes-Benz Sprinter oder Vito sowie VW Crafter oder T5 an. Verwendet werden Kühlaggregate von Thermo King oder Carrier.

Verkaufsmobile: Ultracool und appetitlich unterwegs

Winter Kühlfahrzeuge aus Eichenzell führt für alle serienmässigen Kastenwagen entsprechende Ausbausysteme im Programm. „Anlässlich der SÜFFA 2009 werden wir mit Fiat drei Sondermodelle ,Frischdienst’ auf der Basis von Doblo-, Scudo- und Ducato-Kastenwagen präsentieren, die wir exklusiv für Fiat umrüsten und bundesweit bei jedem Fiat-Händler zu Sonderkonditionen bestellbar sind“, sagt Vertriebsleiter Christian Wenig. Diese Fahrzeuge eignen sich individuell für den Kurz- oder Langstreckentransport, Filialbelieferung oder Cateringbereich. Mehrkammersysteme „gekühlt-ungekühlt“ oder „Tiefkühlung-beheizbare Zone“ sind ebenso erhältlich wie Regale oder andere Sondereinbauten. Dafür stehen den Kunden bundesweit Aussendienstmitarbeiter zur Seite.

Die Ansprüche an die mobilen Verkaufsfahrzeuge sind in den vergangenen Jahren gestiegen. In den rollenden Läden steckt viel technische Raffinesse, sie verbrauchen weniger Energie und erfüllen die neuesten Hygieneanforderungen. Das 4,5 Meter lange 3,5 Tonnen Wochenmarktmobil von Borco-Höhns in Leichtbauweise ermöglicht hohe Zuladungen. Ein zusätzliches Plus an Hygiene verspricht die Kontakt-Umlufttheke „Maxima”. Das System komme ohne Verdampfer aus, der bei vielen Umluftkonzepten nicht leicht zu reinigen sei und ein Hort für Bakterien und Keime sein könne, erklärt der Hersteller.

Das Forschungs- und Entwicklungsteam der Firma Georg Fischer Fahrzeugwerk aus Günzburg hat mit dem Hochleistungskühlsystem „Ultracool“ ein auf den Bedarf mobiler Verkaufsfahrzeuge nach HACCP Anforderungen passendes neues Verkaufstheken–Kühlsystem entwickelt.

Dieses Kältesystem besteht aus drei miteinander vernetzten Komponenten: Fahrkühlung, Marktkühlung und netzunabhängige Standkühlung. „In Verbindung mit der Multitopkühltheke mit integriertem Hygienelift hat der Kunde eines der besten Kühlsysteme, die man auf dem Markt bekommen kann”, versichert Wendelin Reitenauer von Fischer. Sauberkeit ist oberste Pflicht, aber die Optik des Wagens spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Die Ausstattung soll praktisch sein und zum Kauf animieren.

Ein interessantes Detail ist neben produktspezifischer Beleuchtung eine seitliche Festverglasung, damit der Kunde schon während der Wartezeit die Waren in der Panoramatheke begutachten kann. Auf Wunsch fertigen die Günzburger die gesamte Ausstattung nach individuellen Vorstellungen des Kunden. Neben Kühlthekenverkaufsfahrzeugen stellt das Unternehmen Verkaufsanhänger von 3,60 bis 7,20 Meter Aufbaulänge her, die sich auf Knopfdruck in die richtige Standposition rangieren lassen.
(Mitteilung Messe Stuttgart)

SÜFFA in Stuttgart
18. bis 20. Oktober 2009
www.sueffa.de