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KURZNEWS 1. September 2009

Bauernaufstand in Sempach / Truthähne mit Schweinegrippe / Lidl hält, was er verspricht / Einkaufswagen: Bakterienschleuder Nr. 1 / Gesunder Meerrettich-Extrakt

von Foodaktuell Importer

Emotionsreicher Bauernaufstand in Sempach

Gegen 10’000 Bauern haben sich am 29. August in Sempach versammelt und ihren Anliegen gemeinsam Luft gemacht: Sie forderten von der Regierung eine verbindliche Mengenregulierung der Milch und den Abbruch der Verhandlungen mit der EU über ein Agrarfreihandelsabkommen. “Wir produzieren eure Nahrung. Respektiert unsere Arbeit und erlaubt uns, davon zu leben!” Dies und ähnliches war auf den Spruchbändern der demonstrierenden Bauern zu lesen. Die Situation in der Landwirtschaft sei so angespannt wie seit langem nicht mehr, schreibt der Schweizerische Bauernverband in einer Medienmitteilung vom 29. August. Dies liege nicht zuletzt an diversen, nicht aufeinander abgestimmten Baustellen, die der Bundesrat und Verwaltung angerissen hätten.

Die Verhandlungen für ein umfassendes Freihandelsabkommen müssten abgebrochen und der bilaterale Weg beibehalten werden. Den Bauern fehle ein Instrument, um die Milchproduktion dem tatsächlichen Absatz anzupassen, kritisierte Martin Haab, Co-Präsident der Bäuerlichen Interessengruppe für Marktkampf (Big-M) in Sempach. Auch Peter Gfeller, Präsident der Schweizer Milchproduzenten forderte in seiner Rede ein verbindliches Mengenmanagement. (LID 31. August 2009)

Migros senkt Preise von Speck und Käse

Ab 7. September reduziert die Migros die Preise von über 50 Koch- und Rohspeck-Artikeln aus Schweizer Schweinefleischproduktion. Ab 1. September sollen auch mehr als 90 Käse-Artikel günstiger werden.Grund für die Preissenkung seien die tieferen Rohstoffpreise, schreibt die Migros in einer Medienmitteilung vom 31. August. So würden die Preise auf diversen Käsesorten gesenkt, weil im Januar und Juli 2009 die Milchpreise gefallen sind. Die Preise von Mozzarella, Raclette, Streichkäse und Halbhartkäse will die Migros stetig senken. Importkäse solle ebenfalls billiger werden. Bereits am 10 Augst hat die Migros Preissenkungen für Koch- und Rohschinken gemacht. (LID 31. August 2009)

Chilenische Truthähne von Schweinegrippe befallen

Die Entdeckung von Schweinegrippe bei Vögeln in Chile führt laut den Vereinten Nationen zu einer ersten Sorge über die Ausbreitung des Virus. Vergangene Woche wurde H1N1 bei den Truthähnen einer chilenischen Farm nachgewiesen. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) http://www.fao.org warnt jetzt, dass Geflügelfarmen auf der ganzen Welt ebenfalls betroffen sein könnten. Wissenschaftler sind besorgt, dass sich das Virus theoretisch auch mit gefährlicheren Stämmen vermischen könnte. Bisher ist es bereits vom Schwein auf den Menschen übergesprungen. Die Erkrankungen sind derzeit allerdings in den meisten Fällen nicht schwerer als bei einer normalen Grippe.

In Chile sind zwei Farmen nahe dem Hafen von der Schweinegrippe betroffen. UN-Experte Juan Lubroth erklärt, dass, nachdem sich die kranken Tiere erholt haben, die Produktion und Verarbeitung normal weitergehen könne. Sie würden keine Gefahr für die Nahrungskette bedeuten. Die chilenischen Behörden haben eine zeitlich eingeschränkte Quarantäne verfügt und entschieden, dass die infizierten Tiere nicht geschlachtet werden dürfen. Es wird angenommen, dass das Virus von infizierten Mitarbeitern der Farmen auf die Truthähne übertragen worden ist.

Kanada, Argentinien und Australien haben bisher die Ausbreitung von H1N1 von Landarbeitern auf Schweine gemeldet. Das Auftreten eines gefährlicheren Stammes des Virus bleibt als theoretisches Risiko bestehen. Verschiedene Stämme können sich in einem genetischen Reassortment zu einem neuen kombinieren. Lubroth erklärte, dass das H5N1-Virus, also die Vogelgrippe, in Südostasien beim Geflügel ziemlich weit verbreitet sei. Sollte H1N1 dort auftreten, wäre dass ein ernsthafter Grund zur Besorgnis. (pte 28.8.2009)

claro fair trade legt in der Schweiz beachtlich zu

Die claro fair trade AG wächst im Schweizer Markt signifikant um
6,2 Prozent auf CHF 10,9 Mio. Der Reingewinn wurde auf CHF 117’332
verdoppelt trotz erheblichem Umsatzeinbruch im Exportgeschäft. Die im Fairen Handel von Lebensmittel und Handwerk tätige claro
fair trade AG verzeichnete im per 30. Juni 2009 abgeschlossenen
Geschäftsjahr 2008/09 in der Schweiz eine Umsatzsteigerung von 6,2
Prozent auf nunmehr CHF 10,9 Mio.

“Mit diesem Ergebnis haben wir das
Ziel, mindestens so stark zu wachsen wie der konventionelle
Detailhandel, klar übertroffen”, meint Beat Schumacher, Vorsitzender
der Geschäftsleitung. Das Wachstum wird auf eine verbesserte
Sortimentsstrategie, die erfolgreiche Einführung neuer Produkte sowie
eine verbesserte Verfügbarkeit zurückgeführt. Alle von claro
bearbeiteten Absatzkanäle entwickelten sich positiv, allen voran die
grossen claro Läden.

Im Exportgeschäft erlitt claro fair trade einen regelrechten
Umsatzeinbruch (-34,8 %). Der primär mit Fair Trade Schokolade in
Bioqualität erwirtschaftete Umsatz belief sich auf CHF 11,0 Mio. “Der
Rückgang ist auf den preisbedingten Verlust eines grossen Kunden, die
Finanz- und Wirtschaftskrise sowie den starken Schweizer Franken
zurückzuführen”, erläutert Beat Schumacher.Aus dem Umsatz von CHF
21,9 Mio. resultierte ein Bruttogewinn von CHF 4,7 Mio. (-6,3 %). Der
Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) von CHF 565’000
liegt 17,1 Prozent hinter dem Rekordjahr 2007/08 (CHF 682’000). Das
Unternehmen schloss das Geschäftsjahr mit einem Reingewinn von CHF
117’332 (Vorjahr CHF 55’207) ab.

Die claro fair trade AG handelt mit qualitativ hoch stehenden
Spezialitäten und Handwerkserzeugnissen aus nachhaltiger Produktion.
Die Partner von claro sind in erster Linie Produzentinnen und
Produzenten aus den Randregionen des Südens sowie Europas, denen
claro Zugang auf die Märkte im Norden verschafft. In der Schweiz sind claro Produkte in 136 claro Vertragsläden
erhältlich sowie im ausgewählten Fachhandel und in Gastrobetrieben.
Über internationale Handelsorganisationen werden claro Produkte zudem
rund um die Welt vertrieben. (claro fair trade AG 28.8.2009)

GfK-Umfrage: Lidl hält, was er verspricht

Lidl ist seit gut fünf Monaten in der Schweiz
tätig und will bis 2010 das Verkaufsstellennetz auf 220 Läden
ausbauen. In den ersten zehn Wochen nach der Eröffnung kauften
bereits rund 250’000 Privathaushalte in der Schweiz mindestens einmal
bei Lidl ein. Im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung in der
Deutschschweiz hat GfK Switzerland erforscht, aus welchen Gründen
Herr und Frau Schweizer bei Lidl einkaufen und wie ihre zukünftige
Kaufabsicht aussieht.

Treiber für einen Einkauf bei Lidl sind die Neugierde sowie das
schweizweit angekündigte attraktive Preis-Leistungsverhältnis.
Während die Neugierde bei den Frauen überwiegt, kauften Männer
häufiger aufgrund des guten Preis-Leistungsverhältnisses bei Lidl
ein. Weitere Argumente für den Einkauf bei Lidl sind das
Parkplatzangebot, welches von Lidl speziell portiert wird. Und das
ist nicht unwesentlich, denn 86% der Lidl-Kunden benutzen für den
Einkauf bei Lidl ein Auto. Nur gerade 2% besuchen die Lidl-Filiale
per Pedes.

Zwei Drittel der Befragten haben demgegenüber zum
Befragungszeitpunkt noch nie bei Lidl Schweiz eingekauft. Die
fehlende Nähe der Filiale – für Konsumenten der zentrale Treiber für
die Wahl eines Einkaufsladens – ist der Hauptgrund dafür. Dies ist
auch nicht weiter verwunderlich, steht Lidl in der Schweiz mit heute
20 Filialen erst am Anfang.

Für fast 50 Prozent der Nicht-Besucher von Lidl ist die
Bevorzugung eines Schweizer Anbieters das wesentliche Argument, nicht
beim “Ausländer” Lidl einzukaufen. Viele Schweizer finden Lidl
unsympathisch und können sich mit dem Billig-Image nicht
identifizieren. Die noch geringe Akzeptanz von Lidl in der Schweiz
wird durch die kürzlich publizierten Ergebnisse des
Reputationsbarometers GfK BusinessReflector 2009 untermauert: Während
die Grossverteiler Migros und Coop Spitzenplätze einnehmen, gehört
Lidl noch zu den Schlusslichtern.

Dennoch will rund ein Drittel der befragten Konsumenten in Zukunft
regelmässig oder gelegentlich bei Lidl einkaufen. Die Studie zeigt,
dass insbesondere Besucher, welche sich einen guten Deal erhoffen,
voll auf ihre Rechnung kommen – ganz getreu dem Lidl-Slogan “Lidl
lohnt sich”. Diejenigen, welche Lidl nur aus Neugierde besuchen,
geben sich mit dem einmaligen Besuch vorläufig zufrieden. (GfK Switzerland AG 26.8.2009)

Einkaufswagen: Bakterienschleuder Nr. 1

Die Haltestangen der Einkaufswagen sind nachgewiesenermassen der
gefährlichste Übertragungspunkt für Bakterien. Computermäuse,
WC-Griffe, Haltestangen in Bussen haben weit niedrigere KbE Zahlen.
Ob die Schweinegrippe zur Pandemie wird, hängt auch vom
entsprechenden hygienischen Umgang ab. Es sollten daher alle
möglichen Vorkehrungen zum Schutz vor Viren und Bakterien getroffen
werden. “agero-antivir” leistet einen effektiven Beitrag zum Schutz
der Bevölkerung genau dort, wo viele Menschen mit der Schweinegrippe
in Berührung kommen: beim Einkaufen.

Täglich werden diese Stangen von vielen Kunden festgehalten und
berührt – mit gewaschenen und ungewaschenen Händen. Einkaufsstress
führt zu vermehrter Schweissabsonderung, was die bakterielle
Problematik noch verschärft. Diese Kontaktstellen lassen sich nun
optimal, einfach und unkompliziert mit dem Einweg-Kunststoffüberzug
agero-antivir schützen.

Der Kunde kauft diese Hülle preisgünstig in
seinem Laden, streift sie über die Haltestange des Einkaufswagens und
entfernt sie nach dem Gebrauch zum Recycling. Sollte der Vorgänger
den Schutz nicht entfernt haben, kann die Hülle mit der angebrachten
Zugschnur abgezogen werden, damit Berührungspunkte vermieden werden.
Werden Kleinkinder im Sitz mitgeführt, muss unbedingt die Mitte der
Stange geschützt werden. Zusätzlich schützt regelmässiges Händewaschen
nach wie vor am besten vor Viren und Bakterien. (Agero 26.8.2009)

Meerrettich-Extrakt gegen Herzinfarkt, Schlaganfall und Gedächtsnisschwund

Meerrettich-Extrakt, kombiniert mit Lachsöl, schützt nicht nur das Herz, er beugt auch Schlaganfällen und altersbedingten Gedächtnisverlusten vor. Der Hamburger Biochemiker Dr. Ulrich Fritsche: Das in Lachsöl-Meerrettich-Kapseln (Apotheken) enthaltene pflanzliche Allyl-Senföl und die Omega 3-Fettsäuren aus Meeresfischen wirken – wahrscheinlich gegenseitig verstärkt – der Ablagerung von Blutfetten an den Innenwänden von Blutgefässen entgegen, bereits verengte Adern werden wieder passierbar gemacht.

Die durchblutungsfördernde, gefässerweiternde Wirksamkeit von Meerrettichextrakten wurde von britischen Labormedizinern nachgewiesen: die Extrakte verbessern den Blutfluss, verringern damit das Risiko lebensbedrohender Verschlüsse in den Herzkranzgefässen (Infarkt) und im Gehirn (Schlaganfall). Die intakte Gehirndurchblutung kann zugleich vor im zunehmenden Alter drohendem Gedächtnisschwund schützen, die Merk- und Konzentrationsfähigkeit verbessern. (pts 26.8.2009)

Neue Herkunftsbezeichnungen aus Italien, Spanien und Portugal

Die bereits rund 850 Spezialitäten umfassende EU-Familie der geografischen Angaben hat erneut Zuwachs erhalten: Ab sofort ist die Liste der geschützten Produkte um eine italienische Salami, eine spanische Brotsorte und eine portugiesische Süsskartoffel reicher.
Alle drei Produkte werden künftig als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) geführt, berichtet Agra Europe. Die “Ciauscolo”-Salami besteht aus Schweinefleisch, das mit Salz, Pfeffer, Wein und Knoblauch gewürzt wird. Die Wurst stammt aus der mittelitalienischen Region Le Marche; als ausschliessliches Herkunftsgebiet wurden lediglich einige Gemeinden definiert. Das wichtigste Merkmal ist die Streichfähigkeit; der Ciauscolo ähnelt von der Konsistenz her einer deutschen Mettwurst.

Das spanische „Pan de Cruz de Ciudad Real“ erhält seinen Namen von zwei senkrechten Einschnitten, die ein Kreuz bilden. Das unter normalen Lagerbedingungen sechs bis sieben Tage lang haltbare Weizenbrot wird handwerklich in der spanischen Provinz Ciudad Real südlich von Madrid hergestellt. Sein Ursprung lässt sich laut Angaben der zuständigen spanischen Behörden bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Der Anbau der Süsskartoffel “Batata doce de Aljezur” ist auf den Kreis Aljezur am südlichen Zipfel der portugiesischen Atlantikküste sowie einige weitere Gemeinden beschränkt. Die Batata hat eine längliche Birnenform mit einer purpurfarbenen bis rötlich-braunen Schale. sie ist im Innern gelb, schwach faserig und verfügt über einen süsslichen Geschmack. (LID 25. August 2009)