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Milchquoten: EU-Kommissarin bleibt hart

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel hat deutsche Forderungen nach Kürzung der Milchquoten abgelehnt.

von Alimenta Import

Auch kurz- und mittelfristig sei ein Kappen der Quote nicht das richtige Rezept, sagte sie am 1. September in Brüssel bei einer Sitzung des Agrarausschusses im Europäischen Parlament. Die Milchquote setzt EU-weit die Obergrenze für die Milchproduktion fest. Bis 2013 soll die Quote jährlich um ein Prozent erhöht und 2015 aufgehoben werden. Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) plädiert gegen eine weitere Erhöhung der Milchquote. Derzeit gibt es jedoch in der EU keine Mehrheit dafür. «Wenn wir jetzt eine Kehrtwende machen, wird das zu totaler Verwirrung führen – schädlicher Verwirrung! Die Milchbauern brauchen Vorhersagbarkeit», betonte Fischer Boel, wie agrarheute.de schreibt.

Die EU-Minister hatten die schrittweise Ausweitung der Quote und ihr Auslaufen 2015 vergangenen Herbst gegen den Widerstand Aigners beschlossen. Fischer Boel argumentierte stets, dass die Quote ohnehin nur zu 95 Prozent ausgeschöpft werde und damit die Aufstockung nicht für den Preisverfall verantwortlich sei.
Ende Juli beschloss der zuständige EU-Ausschuss, Sonderhilfen der EU für die Milchbauern bis mindestens Ende November zu verlängern. Die EU kauft Butter und Magermilch auf, sobald die Preise unter ein gewisses Niveau fallen. Anfang August forderte Landwirtschaftsministerin Aigner in einem gemeinsamen Brief mit Amtskollegen aus sieben EU-Ländern von der EU-Kommission mehr Hilfe für die Milchbauern. lid