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Fromalp übergibt Affinage an Mifroma

Fromalp zieht sich aus der Gruyère-AOC-Affinage zurück. Das Unter­nehmen hat den Bereich Anfang September an die Migros-Tochter Mifroma übergeben.

von Alimenta Import

In den Reifungskellern von Vuisternens-en-Ogoz hat From­alp jährlich rund 1700 Tonnen Gruyère AOC ­affiniert. Damit ist nun Schluss: Das zur deutschen Hochland-Gruppe gehörende Unternehmen verkaufte den Geschäftsbereich per Anfang September an Mifroma. From­alp ­begründet diesen Schritt mit einer verstärk-ten Konzentration auf die Kernkompetenzen. Die­se liegen in der Herstellung und Vermarktung von heissen Käsegerichten, Rac­lette Suis­se sowie von Produkten für die indus­trielle Verarbeitung.

Mehr direkt einkaufen
Die zu den Migros-Industrien gehörende ­Mi­froma ihrerseits erhofft sich aus der Übernahme des Geschäfts, mehr Gruyère AOC ­direkt einkaufen zu können. «In der Vergangenheit kauften wird, mehr als die Hälfte des durch Fromalp affinierten Gruyère AOC», sagt Gilles Oberson, Direktor von Mi­froma und Elsa. Durch die Übernahme soll dieser Anteil gesteigert werden. «Neben dem Ausschalten einer Zwischenstufe erlaubt sie uns, die Käselaibe früher zu begutachten und dadurch Selektion und Reifung besser unseren Bedürfnissen anzupassen.» Auf das Volumen des Gruyère-Absatzes von Mifroma soll sie indes keinen Einfluss haben. Das Unternehmen will weiterhin jährlich rund 7200 Tonnen verkaufen, was fast einem Viertel des gesamten Gruyère-AOC-Absatzes entspricht.
Vor der Übernahme der Fromalp-Affi­na­­ge hat Mifroma bereits 4000 Tonnen Gruyère AOC direkt bei 23 Käsern eingekauft und affiniert. Nun kommen die neun Käsereien Grand­villard, Le Châtelard, Fravagny-le-Grand, ­Rossens, Bouloz-Porsel, Sâles, Vuisternens-en-Ogoz, Pont-la-Ville und ­Montricher hinzu – zumindest vorläufig.
­«Mi­froma hat sich bereit erklärt, die laufenden Käsekaufverträge zu übernehmen, sofern dies die Käsereien wünschen», sagt From­alp-Chef André Straub. Die Verträge laufen Ende Jahr aus. Mifro­ma will den Käsern in den nächsten ­Tagen eine Offerte für das kommende Jahr zukommen lassen, die sie bis Ende Oktober prüfen können.

Zufrieden mit Fromalp
Einer, der gespannt auf die Offerte wartet, ist Pierre-Alain Uldry aus Pont-la-Ville. Seit 1935 wurde der Gruyère aus der Käserei, die er seit 1996 führt, an Fromalp verkauft. Ein Wechsel sei für ihn nie zur Diskussion gestanden, sagt er. «Wir waren mit den Konditionen immer zufrieden, und der Umstand, dass es nur ­wenige Lieferanten gab, die mit Fromalp zusammenarbeiteten, machte das Geschäft sehr persönlich.» Umso mehr überraschte ihn die Nachricht der Übernahme. «Immerhin: Es steht es uns frei, an Mifroma zu liefern.»
Zumindest mittelfristig will Mifroma auch den von Fromalp übernommenen Reifungskeller in Vuisternens-en-Ogoz mit 20?000 Plätzen weiter betreiben. Denn obwohl die Migros-Tochter in Ursy noch in diesem Herbst mit dem Ausbau der Keller auf 35?000 Plätze beginnen will, reiche die Kapazität für die zusätzlichen Käselaibe nicht, sagt Oberson.
Nach dem Verkauf der Gruyère-Affinage reift fortan Emmentaler AOC als einziger ­Sortenkäse in den Lagern von Fromalp. Das soll so bleiben, sagt André Straub: «Mit einem Marktanteil von 14??Prozent ist Fromalp ein bedeutender Affineur und Vermarkter von Emmentaler AOC.» Ob die Übergabe der Gruyère-Reifung mit einer engeren Zusammenarbeit mit Mifroma in anderen Geschäftsbereichen in Zusammenhang steht, will Straub hingegen nicht kommentieren.