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Barry Callebaut bricht Fusionsverhandlungen ab

Der Schweizer Schokoladekonzern und die spanische Natra haben die Verhandlungen über eine Fusion abgebrochen.

von Alimenta Import

Grund für den Abbruch der Verhandlungen sei «eine Differenz in der Bewertung der beiden Unternehmen», teilt Barry Callebaut am Mittwoch mit. Laut Andreas Jacobs, Präsident des Verwaltungsrats, bleibe aber die strategische Entscheidung, aus dem Verbrauchergeschäft auszusteigen, bestehen. «Wir stehen jedoch unter keinerlei zeitlichem oder finanziellem Druck. Deshalb werden wir alle strategischen Optionen sorgfältig
prüfen, um die bestmögliche Lösung zu finden.» So wird Jacobs in der Pressemeldung weiter zitiert. Barry Callebaut und Natra hatten das Vorhaben für das Verbrauchergeschäft im März angekündigt. Gemäss einer Absichtserklärung war geplant, Barry Callebauts Geschäftsbereich «Verbraucherprodukte» dem spanischen Schokoladenproduzenten zu übertragen.

In welcher Form dies geschehen und wieviel Geld dabei fliessen sollte, stand nicht fest. Barry Callebaut wollte als Minderheitsaktionär am Geschäft beteiligt bleiben und langfristig jährlich 85’000 Tonnen Flüssigschokolade an Natra liefern. Im Juni liess Barry Callebaut dann verlauten, dass sich die Fusionsverhandlungen auf gutem Weg befänden. Der durch die Transaktion geplante Schokoladenhersteller hätte mit einem Jahresumsatz von 1,2 Mrd CHF einen Marktanteil von 2% am europäischen Kakao- und Schokoladenmarkt erreichen sollen.
Im grossen Stil ins Verbrauchergeschäft eingestiegen ist Barry Callebaut erst 2002/2003. Damals kaufte das Unternehmen die deutsche Stollwerck-Gruppe, zu welcher auch die im Tessin produzierte Marke Alprose zählt. Stollwerck wurde kurze Zeit später von der Börse genommen und das Werk in Köln geschlossen.
Das Ziel, auch im Konsummarkt zum weltweit grössten Schokoladenkonzern zu werden, wurde verfehlt. Die ebenfalls in diesem Bereich tätige, 2003 gekaufte amerikanische Tochter Brach’s hat Barry Callebaut bereits 2007 wieder veräussert. hps