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Cappuccino-Wissen zum Ersten

Der Cappuccino hat in wenigen Jahren auch in der Schweiz eine grosse Beliebtheit gewonnen und ist zum Symbol einer neuen Kaffee-Kultur geworden. Diese bringt Kaffeebegeisterte dazu, Spitzenkaffees – mit Qualitätsweinen vergleichbar – nicht einfach zu trinken, sondern zu zelebrieren und zu geniessen. Cappuccino heisst auch das Motto des zweiten Schweizer Tags des Kaffees am 25. Sept. 2009. Was Sie schon immer über Cappuccino wissen wollten und nicht zu fragen wagten – der Tag des Kaffees bietet die Antworten.

von Foodaktuell Importer


Das Motto des zweiten Schweizer Tags des Kaffees am 25. Sept. 2009 heisst “Faszination Cappuccino”. Im ganzen Land kann man die Kunst des Cappuccino kennenlernen. Was in Ihrer Nähe veranstaltet wird erfahren Sie auf der Website: www.tag-des-kaffees.ch

Was Sie schon immer über Cappuccino wissen wollten und nicht zu fragen wagten

In der Rangliste der bestellten Kaffeegetränke hat der Cappuccino jedes Jahr stetig zugelegt. Heute stehen die Kaffee-Milchgetränke, zu denen auch die helvetische Schale gehört, auf dem lange vom Espresso besetzten Platz 2 (Nummer 1 ist natürlich Café crème). Der Cappuccino gründet seinen Erfolg auf kontinuierlich verbesserte Zubereitungsmethoden sowie auf gezielte Schulungen der professionellen Baristi in der Gastronomie.

Cappuccino entsteht, indem der Barista einen aromatischen Espresso zügig mit halbflüssigem cremigem Milchschaum bis an den Tassenrand füllt, so dass sich die goldbraune, dichte Espressocrema oberhalb des Milchschaums zu einem Ring formt. Sie gibt dem Cappuccino sein charakteristisches Aussehen. Serviert wird das Trendgetränk meist in vorgewärmten dickwandigen Porzellan-Tassen, und es ist ein beliebter Begleiter beim Musik hören, Zeitung lesen und sogar beim Tanzen.

Der Schweizer Cappuccino-Meister 2009, Mathias Bühler von der ShishaBar in Thun berichtet: «Liebhaber trinken Cappuccino zu jeder Tageszeit, am Vormittag oft zu Gipfeli, später eher zu Glacé oder Süssem. Besonderen Erfolg hat er bei Frauen, denn der durch Milch gemilderte, sanfter und runder gewordene Kaffeegeschmack sowie die cremige Konsistenz sprechen eher das weibliche Publikum an».

Auch der Gesundheitswert der Milch trägt wohl stark zum Erfolg bei. Und weil auch das Auge mittrinkt, gehören für Bühler variationsreiche Schaumkreationen – mit den Methoden der Latte Art – in jede gute Kaffeebar. Jedoch Kakaopulver hat dabei nichts zu suchen. Zur verwendeten Kaffeemischung meint der Experte: «Je reiner umso besser. Der Trend entfernt sich von den Mischungen und geht in Richtung von Pure Origins».


Wie andere Kaffee-Spezialitäten verdankt der Cappuccino den Baristi viel. Giovanni Meola (Bild), Pionier der neuen Kaffeekultur und mehrfacher nationaler Barista-Champion, stellt fest: «Mit Faszination erkunden Baristi in Zusammenarbeit mit allen Instanzen der Kaffeebranche unermüdlich Verbesserungsmöglichkeiten. Sie tüfteln an neuen Latte Art Kreationen, schulen Neueinsteiger, messen sich in Wettkämpfen und tauschen Wissen aus».

Wer hat den Cappuccino erfunden?

Bei allem Respekt: Ricola war es nicht. Im Ernst: Beim beliebten Milchschaumkaffee kennt man den Erfinder nicht mit Namen. Aber es ranken sich spannende Geschichten um den beliebten Milchschaum-Kaffee. Die Frage nach dem Ursprung des Cappuccino wird nördlich und südlich der Alpen unterschiedlich beantwortet. Für Italienerinnen und Italiener ist und bleibt Cappuccino eine italienische Erfindung (wie die Pasta, die Marco Polo von Venedig nach China brachte – oder war es umgekehrt?).

Im deutschsprachigen Raum dagegen herrscht die Überzeugung vor, Cappuccino stamme aus Wien. Dort hiess er ursprünglich «Kapuziner» und war eine Top-Order in Wiener Kaffeehäusern. Edmund Mayr, Leiter des Wiener Kaffee-Kompetenzzentrums und Kurator des Wiener Kaffeemuseums, vermutet, dass ihn österreichische Soldaten, die in Österreichs norditalienischen Provinzen stationiert waren, während des ersten Weltkriegs nach Norditalien brachten. Triest, noch heute wichtigster Kaffeehandelsplatz Italiens, gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu Österreich-Ungarn.


Einig ist man sich jedoch, dass die Milchschaum-Idee von den Italienern stammt, denn die Wiener servierten ihren Kapuziner mit «Schlagobers». Die geschäumte Kapuziner-Variante entstand in Italien am Anfang des letzten Jahrhunderts, als Espressomaschinen mit Dampfdruck aufkamen. Zu diesem Zeitpunkt taucht das Wort Cappuccino im italienischen Sprachgebrauch erstmals auf. Den Nachweis erbrachte der italienische Sprachforscher Alfredo Panzini, der sein Leben lang neue Wörter im italienischen Sprachgebrauch dokumentierte. Er führte «Cappuccino» als neuen Dialektausdruck mit regionaler Verwendung auf das Jahr 1918 zurück. 1950 vermerkte er – Cappuccino war nun als offizielles italienisches Wort akzeptiert – Cappuccino würde eher an der Bar als zu Hause getrunken.

Aber Legenden datieren die Entstehung des Cappuccino in eine viel frühere Zeit. In Italien erzählt man vom selig gesprochenen Marco d’Aviano, einem italienischen Kapuziner Mönch. Dieser fand, als er vor den Toren Wiens in der Schlacht gegen die Ottomanen kämpfte, einige Kaffeesäcke, welche die fliehenden Belagerer zurückgelassen hatten. Mit dem erbeuteten Kaffee soll er den ersten Cappuccino hergestellt haben. In Österreich erklären die Legenden, welche Anspielungen das Wort «Kapuziner» resp. «Cappuccino» macht.

Die Einen meinen, es sei die braune Farbe der Ordenskluft der Kapuziner Mönche, und Andere sagen, die Tonsur – der kahl rasierte, nur von einem braunen Haarkranz umgebene Kopf geistlicher Würdenträger – sei gemeint. Wen wundert es bei dieser Definitionsvielfalt, dass der Cappuccino auch heute noch variiert und immer wieder neu erfunden wird? Auch wenn es keinen offiziellen Erfinder gibt, so kann man wenigstens den Namen des heute wichtigsten Cappuccino-Experten nennen: den englischen Geschichtsprofessor Jonathan Morris. mehr unter: www.cappuccinoquests.org.uk (Text: Gotthard Klingler)

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Mitteilung SCAE

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