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ETH-Forscher bezweifeln Nutzen von Bio-Ernährung

Wer sich gesund ernährt, ist noch lange nicht vor Schadstoffen im Essen geschützt – zumindest im Fall der schädlichen Weichmacher. Dies zeigt eine neue Studie aus Zürich.

von Alimenta Import

Laut einem Bericht auf der Webseite der Zürcher ETH zeigt die Studie, dass sich auch Konsumenten, die Wert auf gesunde und natürliche Ernährung legten, sich Umweltchemikalien wie den so genannten Phtalaten nicht entziehen könnten. Phtalate sind Verbindungen, die eingesetzt werden, um Kunststoffe weich und biegsam zu machen. Die Stoffe waren in den vergangenen Jahren in die Schlagzeilen geraten, weil Studien sie in Verdacht brachten, Missbildungen der männlichen Genitalien, Diabetes, Frühgeburten oder Übergewicht zu verursachen. Weil sie allgegenwärtig sind, gelangen Phtalate leicht ins Essen und Trinken.

Junk Food nicht schlechter
Forscher um Michael Siegrist vom Institut für Umweltentscheidungen der ETH Zürich befragten nun für ihre im Fachmagazin «Risk Analysis» erschienene Studie knapp 1200 Personen in der Deutschschweiz nach ihren Essgewohnheiten. Es ergaben sich vier Gruppen, von sehr Gesundheitsbewussten bis zu Junk-Food-Anhängern.
Um abzuschätzen, wie grosse Phtalat-Mengen die Befragten aufnehmen, nutzten die Forscher gemäss dem Tages Anzeiger bereits vorhandene Daten von Nahrungsmitteln, deren Phtalat-Belastung untersucht wurde. Es zeigte sich, dass Gesundheitsbewusste und Junk-Food-Esser in etwa gleich viel Phtalat aufnehmen. Am besten schnitt die Gruppe ab, die sich kaum Gedanken über ihre Ernährung macht.

Toleranzwerte unterschritten
Beruhigend scheint, dass erlassene Toleranzwerte für Phtalate in der Studie nicht annähernd erreicht wurden. Dieses Ergebnis ist laut den Forschern aber mit Vorsicht zu geniessen, da nicht alle Nahrungsmittel berücksichtigt werden konnten. Trotzdem wäre es laut den Wissenschaftlern falsch, Konsumenten beispielsweise von frischem Obst und Gemüse abzuraten. Dadurch könnten andere Gesundheitsrisiken entstehen. Die Befunde unterstrichen aber die Wichtigkeit von Lebensmittelkontrollen durch die kantonalen Laboratorien. pd/hps