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41 Gigawatt aus Fleischabfall

Der Marktführer in der Fleischabfallverarbeitung springt auch auf den ­Biogaszug auf. Ein anderes Unternehmen ist schon seit Jahren am Aufbau und will einmal 41 Gigawattstunden-Energie produzieren.

von Alimenta Import

«Die Schweiz und Schweden waren zusammen lange Zeit die Einzigen, die sich für daie Biogas-Aufbe­rei­tungstechnologie interessierten.» Dies sagt Thomas Peyer, Geschäftsführer ad interim der Biorender AG, Münchwilen. Die Verantwortlichen der Firma sind überzeugt, dass sich
die heutigen Abfälle aus der Fleischwirtschaft, die tierischen Nebenprodukte, besser mittels ­Vergärung und Biogasgewinnung verwerten lassen als mit der heutigen Verarbeitung zu Mehl und dessen Verbrennung im Zement­ofen. «Der Energie- und Transportaufwand ist beträchtlich höher, um die wässrigen Abfälle zu trocknen und als Brennstoff zu verwerten», sagt Peyer.

Bau für 25 Millionen Franken
«Bereits seit 2003 ist unser Projekt bewilligungsreif, wir fanden aber nie strategische Partner.» Jacques Hunziker, Hunziker Food Recycling AG, war schon damals überzeugt, dass die Biogaserzeugung mit dem neuen ­Verfahren funktioniert. «Wir reduzieren den Stickstoff.» Dieses Verfahren sei in der chemischen Industrie bekannt, aber in der Vergärung von Fleischabfällen noch nie angewandt worden.
Jetzt ist die Anlage im Bau und die Städte Wil, Winterthur und St. Gallen beteiligen sich mit je 3 Millionen Franken am Projekt. Auch Erdgas ist über die Gaswerke mitbetetiligt. Das gesamte Aktienkapital der neuen Firma beträgt 12,2 Mio. Franken und die Baukosten sind auf 25 Mio. Franken veranschlagt.
Marktführer Centravo setzt ebenfalls neu auf die Biogasproduktion und ist dazu mit einem Drittel am TMF Extraktionswerk AG Bazenheid beteiligt. Centravo entsorgt 80% der Fleischabfälle in der Schweiz. Bis anhin werden diese in getrockneter Form in der Zementindustrie verfeuert. Im geplanten neuen Werk in Bazenheid sollen 50?000 t Fleischabfälle zu Biogas vergärt und ins Erdgasnetz eingespeist werden. Auch in Form von Mehl, das vom Werk in Lyss hingeführt werden soll. Das versteht Jacques Hunziker nicht ganz. Denn das Mehl muss für die Vergärung wiederum nass sein. Bis jetzt wurde in der Hunziker Food Recycling Schweinesuppe gemacht. Mit der neuen Anlage der Biorender AG sollen aus 30?000 t Fleischresten, Borsten, Blut und Abfällen aus der Lebensmittelindustrie 41 Gigawattstunden Energie erzeugt werden.