Datum:

EU: Fünf Staaten überschritten Milchquoten 2008/09

99 Millionen Euro müssen die Länder insgesamt zahlen, welche ihre Milchquoten überschritten haben. Dies ist wesentlich weniger als im Vorjahr.

von Alimenta Import

Die Abgaben, die die fünf Mitgliedstaaten Österreich, Zypern, Italien, Luxemburg und die Niederlande wegen Überschreitung der Milchquoten zahlen müssen, belaufen sich nach einer vorläufigen Berechnung der Europäischen Kommission im Milchwirtschaftsjahr 2008/09 auf etwas über EUR 99 Mio. Im vergangenen Jahr betrug das auf Basis der jährlichen Meldungen der Mitgliedstaaten ermittelte Abgabenaufkommen EUR 340 Mio.

Die Mehrmengen belaufen sich auf 348.400 Tonnen, was einen Abgabenbetrag von EUR 97 Mio. ergibt. Dabei wurden die Quoten in Italien um 1,5% (EUR 43,1 Mio.), in den Niederlanden um 1,4% (EUR 43,8 Mio.), in Österreich um 1,2% (EUR 9,2 Mio.), in Zypern um 1% (EUR 0,4 Mio.) und in Luxemburg um 0,6% (EUR 0,5 Mio.) überschritten. Außerdem haben Italien und die Niederlande für Direktverkäufe an Verbraucher Überschreitungen in Höhe von insgesamt 7.500 t gemeldet. Die entsprechende Abgabe beläuft sich auf EUR 2,1 Mio.

Alle Länder insgesamt betrachtet, lag die EU-Milcherzeugung im Quotenjahr 2008/09 (April bis März) 4,2% unter der Referenzmenge.

Österreich muss Abgabe von EUR 9,166 Mio. zahlen
In Österreich wurden 2008/09 insgesamt 2,788 Mio. t Milch (fettkorrigierte Anlieferung) verzeichnet. Da die verfügbare Quote 2,755 Mio. t ausmacht, betrug die Überschreitung 32.937 t oder 1,2%. Das wiederum bedingt eine Zusatzabgabe von EUR 9,166 Mio. 2007/08 waren es noch EUR 23,493 Mio.

Für das Milchwirtschaftsjahr 2008/09 war die Gesamtreferenzmenge für Lieferungen an Molkereien auf 143 Mio. t festgesetzt worden. Diese Quote wurde in 935.000 einzelbetriebliche Referenzmengen für die gesamte Europäische Union (EU-27) aufgeteilt. Daneben gibt es eine eigene Quote von 3,4 Mio. t für Direktverkäufe an Verbraucher, die in 405.000 einzelbetriebliche Referenzmengen aufgeteilt ist.

Der gesamte Abgabenbetrag liegt 2008/09 um 71% niedriger als 2007/08. So sind die Lieferungen in den meisten Mitgliedstaaten leicht rückläufig oder unverändert, während die Quoten im Einklang mit der Entscheidung des Rates von März 2008 und der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) aus dem Jahr 2003 um 3,4 Mio. t (+2,4%) angehoben wurden.

Die Erzeuger in 22 der 27 Mitgliedstaaten müssen keine Abgabe zahlen, weil sie die nationalen Referenzmengen nicht überschritten haben. In 13 Ländern (Vereinigtes Königreich, Slowakei, Finnland, Estland, Lettland, Griechenland, Ungarn, Schweden, Slowenien, Bulgarien, Litauen, Malta und Rumänien) lagen die Lieferungen um mindestens 5% unter der Quote.

Ausgedrückt in absoluten Mengen verzeichnen das Vereinigte Königreich und Frankreich mit 1,5 Mio. t beziehungsweise 1,2 Mio. t nicht ausgeschöpfter Quoten die deutlichsten Unterlieferungen. Die nicht genutzte Quotenmenge in den 22 Mitgliedstaaten, die unter ihrer Referenzmenge geblieben sind, beläuft sich auf insgesamt 5,73 Mio. t. Das bedeutet, dass die Lieferungen in der EU-27 insgesamt trotz der überhöhten Mengen in den anderen fünf Mitgliedstaaten um 5,38 Mio. t unter der verfügbaren Referenzmenge geblieben sind. aiz/hps