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BOM-Vorstand einigt sich auf Mengenführung

Der Vorstand der Branchenorganisation Milch hat sich auf ein Modell zur Mengenführung im Milchmarkt geeinigt. Dabei soll neben einem Richtpreisindex nun auch ein Vertragsmengenindex festgelegt werden.

von Alimenta Import

Die Milchmengen in den Verträgen sollen künftig nach dem Vertragsmengenindex festgelegt werden. Darauf hat sich der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) am 19. Oktober geeinigt. Basis für den Index sind die existierenden Verträge im Jahr 2009, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Falls eine Reduktion des Indexes beschlossen wird, sollen die Zusatzmengen deutlich überproportional reduziert werden. Die Zusatzmengen werden definiert als Differenz zwischen der effektiv im Milchmahr 2008/2009 vermarkteten Milch und den Basismengen inklusive Zusatzmengen aber ohne Mehrmengen. Von diesem Mechanismus können jeweils zwei Vertragspartner einvernehmlich abweichen.

Die restlichen Elemente des Marktmodells hat die Branchenorganisation bereits früher beschlossen: Nicht-Vertragsmilch muss über eine von der BOM anerkannte Milchbörse gehandelt werden. Milch, die nicht über die Börse verkauft werden kann, wird zu Weltmarktpreisen abgeräumt. Verlangt wird ferner, dass die Verträge gegenüber einer neutralen transparent offengelegt werden müssen. Schliesslich muss sämtliche Milch, die unter einer von der BOM festgelegten Preisschwelle gehandelt wird, in Form von definierten Produkten ohne staatliche Beiträge in Märkte ausserhalb der EU exportiert werden.

Man sei überzeugt, dass mit diesem Modell eine bedarfsgerechte Versorung des Milchmarktes sichergestellt werden können, heisst es weiter. Das System dürfe nicht von einzelnen Akteuren umgangen werden, deshalb beantragt der Vorstand beim Bundesrat, dass eine Allgemeinverbindlichkeit für das System eingeführt wird. lid