Datum:

Milchproduzenten wollen Mehrmengen stärker deklassieren

Falls die Branchenorganisation BO Milch künftig die Milchmengen kürzen muss, soll dies laut dem Dachverband der Schweizer Milchproduzenten vor allem bei den Zusatzmengen geschehen.

von Alimenta Import

Eine Mengenreduktion soll zu 80 Prozent auf den Zusatzmengen und zu 20 Prozent auf den angestammten Lieferrechten vorgenommen werden. Dies beschlossen die Delegierten der Schweizer Milchproduzenten (SMP) an ihrer Versammlung vom Mittwoch, 18. November, in Bern. Der Beschluss geht auf einen Antrag der Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost zurück. Wird die Milchmenge künftig reduziert, muss die Milch laut dem Willen der SMP zwangsläufig über die Börse geliefert werden, folglich erhalten die Milchbauern für diejenige Milch einen tieferen Preis als für die Vertragsmilch. Diese Kürzungsformel bestraft somit insbesondere die Mehrmengenmelker.

Die Stabilität auf dem Milchmarkt beruhe auf dem dreistufigen Marktmodell, der Markttransparenz und der Allgemeinverbindlichkeit, sagte SMP-Präsident Peter Gfeller an der Delegiertenversammlung. Es sei nun wichtig, dass die im Vorstand der BO Milch getroffenen Kompromisse auch an der Delegiertenversammlung der BO Milch vom 27. November verabschiedet würden. Wenn sich die Delegierten der BO Milch auf das dreistufige Modell mit Vertragsmilch, Börsenmilch und Abräumungsmilch einigen, wird laut SMP-Direktor Albert Rösti beim Bundesrat sofort den Antrag auf Allgemeinverbindlichkeit gestellt. So sollte das dreistufige Marktmodell ab dem 1. Januar 2010 umgesetzt werden können. lid