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Importnachfrage nach Zucker wird steigen

In der Schweiz wurde zuviel Zucker produziert. Weltweit wurde wiederum zuwenig produziert.

von Alimenta Import

Am Weltmarkt für Zucker zeichnet sich nach gegenwärtigem Stand auch für das Wirtschaftsjahr 2009/10 ein Produktionsdefizit ab. Dieses dürfte zwar erheblich kleiner ausfallen als der Nachfrageüberhang im vergangenen Wirtschaftsjahr; die Importnachfrage wird jedoch voraussichtlich deutlich steigen. Davon geht das amerikanische Landwirtschaftsministerium in seinem aktuellen Bericht zur Entwicklung des globalen Zuckermarktes aus. Prognostiziert wird von den Washingtoner Fachleuten für die Kampagne 2009/10 jetzt eine Welt-Zuckererzeugung von 153,5 Mio t, der eine globale Verbrauchsmenge von 153,7 Mio t gegenüberstehen soll. Zu dem rechnerischen Defizit kommt ein erheblicher Schwund: Das US-Agrarressort sagt deshalb einen Abbau der globalen Zuckerbestände um fast 1,6 Mio t auf 26,0 Mio t zum Abschluss der Saison 2009/10 voraus; Ende 2007/08 waren es noch fast 40 Mio t.

An den betreffenden Terminmärkten ging es zuletzt nach der kräftigen Aufwärtsbewegung im Frühjahr und Sommer und der darauffolgenden Achterbahnbewegung allerdings tendenziell leicht nach unten: Der an der New Yorker Börse gehandelte Rohzucker-Kontrakt Nummer 11 zur Abrechnung im März kostete am Dienstag zum Börsenschluss 22,08 cts/lb (325 Euro/t); das entsprach gegenüber dem Hoch von Anfang September einem Abschlag von 3,51 cts/lb (52 Euro/t). Im Vergleich zur Notierung vor einem Jahr betrug das Plus aber noch 67 %. Ähnlich verlief die Preisentwicklung beim Weißzucker: Die März-Notierung an der Terminbörse in London kletterte binnen zwölf Monaten um 65 % auf 599,5 $/t (401 Euro) am Dienstag; hier wurde das bisherige Jahreshoch Ende September mit 637,5 $/t (426 Euro) verzeichnet. AgE