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Keine extreme Knappheit auf Agrarmärkten zu erwarten

Zwar sei keine Extreme Knappheit an landwirtschaftlichen Produkten zu erwarten, die Preise stiegen aber dennoch über das Niveau 2007/2008, sagte ein ehemaliger OECD-Funktionär an einem Kolloquium voraus.

von Alimenta Import

Trotz einer dynamisch wachsenden Nachfrage nach Agrarprodukten erwartet Stefan Tangermann, früherer Leiter des Direktorats für Handel und Landwirtschaft der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und langjähriger Göttinger Hochschulprofessor, für die Zukunft keine extreme Knappheit auf den Märkten. Auch bei zunehmender Weltbevölkerung und einer steigenden Nachfrage nach agrarischen Erzeugnissen werde das Angebot bei wachsender Intensität der Landnutzung Schritt halten können, sagte Tangermann beim Kolloquium der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) vom 3. Dezember 2009 in Berlin.

Tangermann sagte Agrarpreise für die kommenden zehn Jahre voraus, die über dem Niveau vor dem Boom von 2007/2008 liegen werden. Dies gelte vor allem für Weizen sowie Grobgetreide und pflanzlich Öle, deren Verbrauch nicht zuletzt wegen des Biosprits wachse, aber auch für Butter und Käse sowie Zucker, abgeschwächt ausserdem für Rind- und Schweinefleisch.

Die grösste Herausforderung sieht der Agrarökonom in der Steigerung der Produktivität der landwirtschaftlichen Erzeugung. Angesichts rückläufiger Ertragszuwächse mahnte Tangermann zusätzliche Anstrengungen in Forschung und Entwicklung an. Gleichzeitig müssten Gesellschaft und Politik akzeptieren, dass es nötig sei, die Möglichkeiten der modernen Biotechnologie voll auszuschöpfen. age