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BOM-Delegierte sind sich einig

Keine Überraschungen gab es an der Delegiertenversammlung der Branchenorganisation Milch. Demnach wird das dreistufige Mengenführungsmodell weiter verfeinert und muss vor allem umgesetzt werden.

von Alimenta Import

Am letzten Freitag hätten die Delegierten der Branchenorganisation Milch ein gutes Fundament zur Beruhigung des Milchmarktes gelegt, meint Michel Pellaux, Generalsekretär von Cremo und Mitglied des BO-Milch-Vorstandes. An ihrer Versammlung folgten sie den Empfehlungen des Vorstandes. So wurde definiert, dass das dreistufige Mengenführungsmodell generell für Silomilch gelten soll.

Milch, die bei der Einschränkung der Käseproduktion nicht anderweitig abgesetzt werden kann, und Überschussmilch aus dem Biokanal sollen über einfache Mechanismen ins Modell zur Mengenführung eingebunden werden. Sie darf direkt zum Molkereimilchverarbeiter fliessen, kann aber auch durch eine Produzentenorganisation an der Börse angeboten werden. Sie wird zum durchschnittlichen Börsenpreis in der Woche der Lieferung vergütet. «Eine pragmatische Lösung», sagt Fromarte-Direktor Jacques Gygax dazu.

Delegierte auch für 80-/20-Lösung
Weiter haben sich die Delegierten dafür ausgesprochen, dass im Falle eines Überangebots an Vertragsmilch 80 Prozent des zu Börsenmilch deklassierten Volumens die Zusatzmenge des Jahres 2008/2009 betreffen muss und 20 Prozent über eine lineare Deklassierung der übrigen Mengen zu vollziehen ist. Für diese Abstufung haben sich vor allem die Schweizer Milchproduzenten starkgemacht. Ihre Vertreter in der BO Milch erhielten von ihren Delegierten am 18. November den Auftrag dazu.

Die 80-/20-Regel wird jedoch nur angewendet, wenn sich die Marktpartner nicht auf ein eigenes Modell einigen können. Michel Pellaux von Cremo bevorzugt einvernehmliche Lösungen zwischen den Marktpartnern: «Sollte die Milch wieder knapp werden, müssten mit der 80-/20-Regel die Zusatzmengen-Melker auch 80 Prozent der zusätzlichen Menge liefern können. Und das wird zweifelsohne zu Konflikten führen.»

Allgemeinverbindlichkeit wird beantragt

Damit ist das Modell zur Mengenführung im Milchmarkt unter Dach und Fach. Nun soll dem Bundesrat ein Antrag gestellt werden, es allgemein verbindlich zu erklären. Ein Gesuch zur Allgemeinverbindlichkeit wird ebenfalls für eine befristete Abgabe der Produzenten und Verarbeiter zur Entlastung der Butterlager beantragt. Von Januar bis April 2010 sollen die Produzenten mit 1 Rp./kg vermarkteter Milch und von Mai bis August die Verarbeiter mit 1 Fr./kg Fett auf zu Butter verarbeitetem Rahm zum Butterabbau beitragen.