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Food – made in Germany e.V.

Deutschlands kleine und mittelgrosse Lebensmittelhersteller öffnen mit der Exportorganisation «Food – made in Germany» neue Türen. Sie bauen auf die Qualität deutscher Produkte, sind branchenübergreifend und unabhängig.

von Alimenta Import

Ende Mai gründeten mittelständische Unternehmen der Ernährungsindustrie Deutschland die Exportorganisation «Food – made in Germany». Ziel ist, branchenübergreifend die Exporttätigkeit der Mitglieder aktiv zu unterstützen. Die einzige Bedingung, welche die so geförderten Produkte erfüllen müssen, ist, dass sie von einer Firma hergestellt werden, deren Sitz in Deutschland ist.

«Die Gründung dieses Vereins wurde nötig, nachdem der Centralen Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) diesen Frühling die Geschäftsgrundlage enthoben wurde», sagt Christian Schmidt von der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft, die die operative Geschäftsführung des neuen Vereins übernommen hat.

Made in Germany als Marketingbotschaft
Das Signet der Bundesregierung «Made in Germany» wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) seit vielen Jahren auf Messeauftritten im Ausland eingesetzt. Mit «Food – made in Germany» knüpft der neue Verein an dieses Logo an.

Im Interview mit «Alimenta» spricht Christian Schmidt über seine Erwartungen und Hoffnungen in diesen Verein.

Alimenta: Was bezwecken Sie mit der Organisation «Food – made in Germany»?
Christian Schmidt: Die Idee ist, branchenübergreifend die KMU zu fördern, in diesem Falle durch Unterstützung im Exportgeschäft. Auch grosse Unternehmen sind in den früheren Ostblockländern wie der Ukraine oder Bulgarien oder in Drittländern gar nicht oder nur sehr spärlich präsent. Wir möchten das ändern und den Handelspartnern und Konsumenten im Ausland zeigen, wie gut die deutsche Qualität ist; oder in anderen Worten: die Wertigkeit deutscher Lebensmittel international fördern.

Sie arbeiten branchenübergreifend. Stellen sich die bestehenden Branchenorganisationen da nicht quer?
Wir arbeiten eigenverantwortlich und mit neuen Ideen, wobei wir uns als zentralen branchenübergreifenden Ansprechpartner verstehen. Eine solche Bündelung ist wichtig, weil die überwiegende Mehrzahl der Exportaktivitäten einen branchenübergreifenden Ansatz verfolgt und ein einheitlicher deutscher Absender im Food-Bereich unabdingbar ist. Dass wir dabei Respekt vor branchenspezifischen Lösungsansätzen haben und hier ein erhebliches Kooperationspotenzial mit den tatsächlich operativ ?tätigen Einheiten sehen, versteht sich von selbst. Das war im Übrigen auch in der Vergangenheit so.

Wie finanzieren Sie sich?
Wir werden mit Mitgliedsbeiträgen, Mitteln aus gewährten Projektanträgen und leistungsbezogenen Entgelten arbeiten, Letztere leiten sich aus Honoraren und Kostenersparnissen durch Bündelungseffekte ab. Wir arbeiten mit minimalem Verwaltungsaufwand und verstehen uns als Netzwerkknoten mit konkretem Dienstleistungsangebot, können also schlank und kostensparend agieren.

Wie stellen Sie sich konkret die Exportförderung vor?

Exportförderung für den Mittelstand fokussiert ganz deutlich auf die Erarbeitung und Umsetzung belastbarer Importeurkontakte, ohne die der Mittelstand praktisch nicht exportfähig ist. Um diese Zielsetzung zu erreichen, unterstützen wir gemeinsam mit den anderen Marketinggesellschaften und Marketingbeauftragten der Bundesländer ein Bündel von Leistungen zusätzlich zu den Angeboten des Bundes. Exemplarisch nenne ich Messeaktivitäten und -begleitmassnahmen im EU-Raum, problemspezifische und aktuelle Markt-, Zoll- und Absatzmittleranalysen und -informationen, Workshops und nicht zuletzt Datenbankinformationen über die deutschen Anbieter und deren Leistungspotenzial.

Welche Bedingungen gibt es, um «Food – made in Germany» zu produzieren?
Die Mitgliedsunternehmen haben ihre ?Mitgliedsbedingungen eigenverantwortlich entwickelt und werden diese fortschreiben. Unsere Kriterien sind gegenwärtig, dass der Unternehmenssitz in Deutschland liegt und es sich um produzierende Unternehmen handelt.

Der Verein ist knapp ein halbes Jahr alt. Wie sieht es mit den Mitgliedern aus?
Gleich bei der Gründung des Vereins im Mai dieses Jahres haben sich rund 30 Mitglieder beteiligt. Heute gibt es über 180 Interessenten. Wir haben das realistische Ziel, rund 200 Mitglieder zu erreichen. Das wichtige an «Food – made in Germany» ist jedoch, dass wir neben den Unternehmensmitgliedern auch Fördermitgliedern – wie den Verbänden des Ernährungsgewerbes und den Marketinggesellschaften der Bundesländer – die Möglichkeit der Partizipation und der Hebung von Synergiepotenzialen bieten.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht?
Das Exportgeschäft ist komplex und kompliziert, und es gibt viele Irrwege, die teuer sind und nichts bringen. In nur sehr kurzer Zeit haben mein Mitarbeiterstab und ich selbst sehr viele Erfahrungen gesammelt und lernen dank den Leistungsabfragen und dem offenen Feedback aus dem Ernährungsgewerbe und den Kollegen aus dem Bund und den Ländern täglich hinzu. Das ist sehr positiv und trägt zur Profilbildung bei.

Ein Schlusswort?
Unsere Unternehmen stehen zu ihren Produkten. In der heutigen Zeit, in der die Konsumenten weltweit nach Regionalität und Authentizität suchen, haben deshalb diese Produkte eine echte Chance im Export. Spätestens im Februar 2010 wird unser vorläufiges Leistungsangebot stehen und auch im benachbarten Ausland transparent dargestellt sein.