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KURZNEWS 22. Dezember 2009

Kommentare von Greenpeace und WWF zum Weltklimagipfel in Kopenhagen / Immer mehr Hersteller von Regionalprodukten beantragen EU-Gütesiegel / Ab 2010 sind Fleischprodukte einfacher zu exportieren / Grüne Woche Berlin: Tessin ist Gastkanton

von Foodaktuell Importer

Grüne Woche Berlin: Tessin ist Gastkanton

Das Tessin ist Gastkanton an der Internationalen Grünen Woche, die vom 15. bis 24. Januar 2010 in Berlin stattfinden wird.
Die Schweiz präsentiert zum 12. Mal ihre kulinarischen Spezialitäten an Deutschlands grösster Lebensmittel- und Landwirtschaftsmesse. Der Tessin wird dabei mit Wein, Käseprodukten und touristischen Angeboten präsent sein, wie an einer Medienkonferenz der Organisatorin Agro-Marketing Suisse vom 21. Dezember in Bellinzona zu erfahren war.

Im Zentrum des Schweizer Auftritts steht das hochstehende „Le Restaurant Suisse“, bei den Präsentationen stehen die Schweizer Exportschlager Käse und Schokolade im Vordergrund. Aber auch andere Spezialitäten wie Fleischprodukte, Wein oder Spirituosen können in Berlin degustiert und gekauft werden. Auch touristische Angebote wie „Ferien auf dem Bauernhof“, „Schlaf im Stroh“ oder ländlicher Tourismus fehlen nicht.

(Quelle: LID / 21.12.2009)

Ein schlechter Tag für die Welt – und für die Schweiz

Die Regierungschefs der Welt wollen eine gefährliche Klimaerwärmung von über zwei Grad verhindern, haben sie in Kopenhagen beschlossen. Wie sie dieses Ziel erreichen, bleibt offen. Die Klimakonferenz in Kopenhagen endet also mit einer grossen Enttäuschung: Nach unzähligen Verhandlungsrunden liegt ein Papier vor, dass in der Substanz völlig ungenügend und nicht einmal verbindlich ist.

„Das ist ein schlechter Tag für die Welt – und für die Schweiz„, sagt Patrick Hofstetter, Leiter Klimapolitik beim WWF Schweiz. „Unser Land ist vom Klimawandel besonders stark betroffen, und die Nullrunde von Kopenhagen bringt die Welt einer Erwärmung von vier Grad erschreckend nahe.“

Überraschend kommt dieses Konferenz-Ende für Patrick Hofstetter nicht. Die zwei wichtigsten Gründe für den Misserfolg: „Die meisten Staaten sind mit vielen nationalen Interessen, aber wenig Wille für einen aktiven Klimaschutz nach Kopenhagen gekommen.“ Zudem hat es die Verknüpfung von Umwelt-, Armuts-, Finanz und Sicherheitsproblemen extrem schwierig gemacht, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Für den WWF Schweiz ist klar, dass jetzt mit Hochdruck an einem internationalen Abkommen weitergearbeitet werden muss. Spätestens an der nächsten grossen Uno-Klimakonferenz in Mexiko 2010 müssen sich die Industrieländer verbindlich verpflichten, ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 40% zu senken, wie es die Wissenschaft dringend nahe legt. Zudem braucht es jährlich 170 Milliarden Franken, damit auch die Entwicklungsländer die Folgen des Klimawandels bewältigen und ihre Emissionen eindämmen können.

Im eigenen wirtschaftlichen Interesse darf die Schweiz aber nicht einfach auf ein Abkommen warten. „Die Schweiz muss ihre CO2-Emissionen wie andere fortschrittliche europäische Länder bis 2020 unbedingt um 40% reduzieren“, fordert Patrick Hofstetter. Dieses Ziel gehört auch in das neue CO2-Gesetz, das nächstes Jahr im Parlament beraten wird.


(Quelle: WWF Schweiz / 19.12.2009)

Greenpeace kommentiert UN-Klimakonferenz in Kopenhagen

Die Umweltorganisation Greenpeace ist enttäuscht und ernüchtert. Obwohl die Staatschefs der Welt um die rasend schnelle Veränderung des Klimas wissen, haben sie es in den zwei vergangenen Wochen nicht zustande gebracht, ein faires, verbindliches und ambitiöses Abkommen auf die Beine zu stellen.

Alex Hauri, Klimaexperte bei Greenpeace: Die führenden Politiker insbesondere der industrialisierten Welt haben in Kopenhagen kläglich versagt und vor den machtpolitischen Interessen der verschiedenen Akteure kapituliert. Sie sind mit hohlen Phrasen und leeren Taschen nach Kopenhagen gekommen und gehen ebenso nach Hause. Das in der vorliegenden Erklärung beschlossene 2-Grad-Ziel ist wertlos ohne definierte Massnahmen, mit denen es zu erreichen ist.

Leidtragende dieser Handlungsunfähigkeit und der Vertagung eines echten und wirksamen Klima-Abkommens sind die kommenden Generationen und die Menschen in den ärmeren Regionen der Erde, die wegen des Klimwandels heute schon in Existenznot sind. Die Möglichkeit, den Klimawandel in verkraftbarem Rahmen zu halten – also unter zwei Grad globaler Erwärmung – hat mit dem Scheitern in Kopenhagen weiter abgenommen.

Gefährlicher Meeresspiegelanstieg, nie da gewesene Stürme, Abschmelzen der Pole, Trockenheit, Überschwemmungen und Millionen von Klimaflüchtlingen sind nur einige der Folgen, mit denen zu rechnen ist. Wenn die Politiker ihre Zwei-Grad-Erklärung wirklich ernst nehmen, müssen sie jetzt zumindest im Inland schnell und kompromisslos handeln.

Alles andere wäre verantwortungslos und blinde Verdrängung. Für die Schweiz heisst das: eine Verschärfung des CO2-Reduktionsziels auf 40 Prozent. Die vorliegenden Absichten von 20 bis 30 Prozent reichen nicht aus, wie Greenpeace kürzlich mit einer Studie nachgewiesen hat.

(Quelle: Greenpeace / 19.12.2009)

Coop verfolgt CO2-Neutralität bis 2023

Der Klimagipfel neigt sich dem Ende zu. Den Worten müssen nun Taten folgen. Die Coop CO2-Ziele gehen deshalb weit über die Ziele der Politik hinaus. Der CO2-Ausstoss wird bis 2023 um fast 60 % und der Energieverbrauch um 20 % gegenüber 2008 gesenkt. Massnahmen auf allen Stufen – von den Produktionsbetrieben, über die Logistik bis hin zu den Verkaufsstellen – sind eingeleitet, um die Coop-Vision «CO2-neutral bis 2023» umzusetzen.

Coop hat 2004 als erste Schweizer Detailhändlerin verbindliche Zielvereinbarungen mit dem Bund getroffen und sich verpflichtet, ihren CO2-Ausstoss zu senken. Die Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) unterstützt und kontrolliert Coop bei der Zielerreichung.

Weit über die Zielvereinbarungen mit dem Bund hinaus geht die Coop-Vision «CO2-neutral bis 2023». Coop realisiert beispielsweise alle neu erbauten Verkaufsstellen nach Minergie-Standard, setzt auf LED-Beleuchtung, nutzt Abwärme von Kälteanlagen und wärmt ihre Verkaufsstellen mit Holzschnitzelheizung. Auch durch die Verwertung von Grünabfällen in Form von Biogas und die Reduktion von Flugimporten kommt Coop Schritt für Schritt näher ans Ziel.

Die CO2-Vision ist realistisch und zahlt sich langfristig auch finanziell aus. So führen die bis 2023 geplanten Massnahmen zu Einsparungen von mehr als 70 Millionen Franken. Dazu bedarf es eines innovativen Ansatzes: Coop bewertet ihre Energieinvestitionen bereits heute so, als würde man das Jahr 2023 schreiben. Einerseits wird als Abschreibungsdauer bei Investitionen die gesamte Lebensdauer herangezogen.

Andererseits wird für jede Investition eine Alternative gesucht, die zu einer CO2-Reduktion führt. Die Kosten für die CO2-Reduktion werden den künftigen Kompensationskosten der Referenzvariante gegenübergestellt und dann wird die günstigere Variante gewählt.

Auch nach Umsetzung aller technisch möglichen und finanziell vertretbaren Massnahmen bis 2023 ist ein Restausstoss von CO2 unvermeidbar. Die verbleibenden CO2-Emissionen (zirka 40 %), die sich nur in Verbindung mit unverhältnismässigen Kosten oder gar nicht vermeiden lassen, werden mit hochwertigen Projekten kompensiert. Coop unterstützt den Aufbau von neuen Projekten, so zum Beispiel den Einsatz von Solarkochern in Madagaskar.

Coop bringt sich in die Entscheidungsfindung der Klima- und Energiepolitik aktiv ein und Sibyl Anwander, Leiterin Qualität / Nachhaltigkeit bei Coop begleitet die Schweizer Delegation nach Kopenhagen. Coop setzt sich für eine zukunftsgerichtete, nachhaltige Klimapolitik ein, denn der Ausgang des Klimagipfels ist von grosser Bedeutung für Coop und ihre Kundinnen und Kunden.


(Quelle: Coop / 18.12.2009)

Wettbewerbsvorteile für Lebensmittel mit Herkunftsbezeichnung

Schwarzwälder Schinken, Lübecker Marzipan und Thüringer Rostbratwurst sind Lebensmittel mit geschützter Geographie. Weitere 73 Regionalprodukte aus Deutschland dürfen die verkaufsfördernden EU-Gütesiegel “geschützte Ursprungsbezeichnung” oder “geschützte geographische Herkunft” tragen. Für andere Spezialitäten wie Dresdner Stollen, Hessischer Apfelwein oder Schwäbische Spätzle laufen die Zertifizierungsverfahren derzeit noch. Diese sind aufwändig und können sich über mehrere Jahre hinziehen.

Trotzdem lassen sich viele Schutzgemeinschaften auf das komplizierte und langwierige Prozedere ein. Denn der Schutzstatus nach EU-Recht bewahrt nicht nur vor dem Missbrauch von Herkunftsbezeichnungen. Die Firmen versprechen sich durch den Ausschluss von nicht in der Region ansässigen Herstellern vor allem Wettbewerbsvorteile.

Das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) hat alles Wissenswerte zum Thema geschützte Herkunfstbezeichnungen zusammentragen und anschaulich aufbereitet. Die Ergebnisse in Form von Karten, Grafiken und Texten sind jetzt auf der Internetseite Nationalatlas aktuell (http://aktuell.nationalatlas.de) nachzulesen.

Der Beitrag erläutert Hintergründe und Zusammenhänge; Karten zeigen, wo es in Deutschland welche zertifizierten Regionalprodukte gibt, für welche Lebensmittel Anträge bei der EU-Kommission vorliegen und – am Beispiel regionaler Wurstspezialitäten – dass nach wie vor eine breite Palette von Produkten ohne Schutz ihrer geographischen Herkunft angeboten wird. Autor des Beitrags ist der IfL-Wissenschaftler Ulrich Ermann. Der Wirtschaftsgeograph beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Fragen der Produktion und des Konsums.

In der Online-Zeitschrift Nationalatlas aktuell veröffentlicht das Leibniz-Institut für Länderkunde regelmässig Beiträge zu Ereignissen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik und Umwelt. Im Mittelpunkt stehen eigene Karten und Grafiken sowie von Experten geschriebene Begleittexte. Alle Karten und Diagramme können auf Wunsch in Druckqualität zur Verfügung gestellt werden. Jüngere Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit den Themen Cross-Border-Leasing, nichteheliche Geburten sowie Klimawandel und Wintersport in Mittelgebirgen.

(Quelle: Leibniz-Institut für Länderkunde / 18.12.2009)

Neuregelung ab 1.1.2010 zu Export von CH-Wurstwaren in die EU

Das im Rahmen der Verhandlungen zur Osterweiterung von der EU geschaffene Nullzollkontingent von 1’900 Tonnen netto für den Import von Wurstwaren mit Ursprung Schweiz wird ab 1. Januar 2010 neu geregelt.

Der entsprechende Beschluss des Gemischten Agrarausschusses wird seit dem Jahr 2008 autonom und auf provisorischer Basis angewendet und tritt am 1. Januar 2010 definitiv in Kraft.

Das bis anhin gültige Übergangsreglement der EU für die Verwaltung des Kontingentes sah restriktive Bestimmungen wie Lizenzen und Mindestanforderungen vor, welche die Ausnützung der Konzession erschwerten. Nachdem die Schweiz mehrfach interveniert hat, konnte nun eine deutliche Verbesserung erreicht werden.

Mit dem definitiven Inkrafttreten des Beschlusses am 1. Januar 2010 wird das Kontingent neu nach der Reihenfolge der Verzollungen («Windhund an der Grenze») zugeteilt. Es müssen keine Lizenzen mehr beantragt werden und auch die von den Firmen oft beanstandeten Mindestanforderungen fallen weg. Für den Import von Schweizer Wurstwaren in die EU wird zukünftig lediglich ein Ursprungsnachweis benötigt.

Weitere Informationen:

benoit.messerli@blw.admin.ch

(Quelle: BLW / 18.12.2009)

AOC-Anerkennung: Abkommen mit EU unterzeichnet

Die Schweiz hat mit der EU am 11. Dezember einen Abkommensentwurf über die Anerkennung von geschützten Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben unterzeichnet.
Der Entwurf wird im Januar in eine öffentliche Konsultation gegeben.

Nicht im Abkommen enthalten ist der Emmentalerkäse. Hier konnten die Differenzen bisher nicht überwunden werden. Für die EU ist “Emmentaler” eine generische Bezeichnung, die für eine Käsesorte unabhängig von der Herkunft verwendet wird . Sie schlug darum vor, den Schweizer Emmentaler als “Schweizer Emmentaler” oder “Emmental Switzerland” schützen zu lassen.

Für die Schweizer Sortenorganisation käme dieser Schritt aber einer Anerkennung des Begriffs für eine Käsesorte gleich. In der EU wird neun Mal mehr Emmentaler produziert als in der Schweiz. In Deutschland hat der “Allgäuer Emmentaler” mit AOC-Prädikat, in Frankreich verfügen “Emmental français est-central” und “Emmental de Savoie” über das GGA-Label.

Weniger umstritten ist die Situation gemäss Chavaz beim “Gruyère”. Dieser Käse werde traditionell auch in Frankreich hergestellt, ein Gesuch um eine geschützte Herkunftsbezeichnung sei dort hängig. Nach seinen Informationen zeichne sich eine Einigung ab. Aus der EU sollen etwa 800 Produkte den geschützten Bezeichnungen unterstehen, aus der Schweiz etwa 20. Die Herkunftsbezeichnungen von Weinen und Spirituosen anerkennen die Schweiz und die EU bereits seit 1999 gegenseitig.

(Quelle: LID / 17.12.2009)-

EU einigt sich auf Fischfangquoten für 2010

Die Europäische Union hat sich auf neue Fischfangquoten geeinigt. Zum Schutz gefährdeter Arten wie Kabeljau und Schellfisch schränkte sie ihre Genehmigungen für das kommende Jahr ein.
Zur Stärkung der Fischereiwirtschaft erhöhte sie jedoch gleichzeitig ihre Quoten für Seehechte, schreibt die Nachrichtenagentur SDA.

Die Vorgaben basierten auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, betonte der schwedische Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson, der die Verhandlungen für die Ratspräsidentschaft führte. Die Quoten seien für gefährdete Vorkommen gesenkt und für andere vorsichtig erhöht worden, heisst es weiter.

Die Vereinbarung ist noch von einer Einigung mit Norwegen abhängig, das sich mit der EU Fanggebiete in der Nordsee teilt. Die Gespräche wurden in der vergangenen Woche wegen eines Streits über die Quoten für den Makrelenfang abgebrochen.

Im kommenden Jahr müssen die Fischer der gemäss der EU-Vereinbarung bei Kabeljau, Schellfisch und Sole um 20 bis 25 Prozent unter den Mengen des Jahres 2009 bleiben. Dafür dürfen sie um 15 Prozent mehr Seehechte fangen, deren Bestand sich den Angaben zufolge leicht erholt hat. Die EU lockerte zudem ihr Verbot des Sardellenfangs in der Biskaya, wie es Frankreich und Spanien beantragt hatten. Bewilligt wurde eine Fangquote von 7’000 Tonnen. Die Menge könnte sich jedoch auf der Basis neuer Erkenntnisse zur Entwicklung des Bestands im Frühjahr noch einmal ändern.

Grundsätzlich gebe es eine Erholung bei einigen Fischarten, sagte Fischereikommissar Joe Borg. Es sei aber wichtig, dass auch künftig auf die Empfehlungen der Wissenschaftler geachtet werde. Er begrüsste daher auch die Entscheidung der Minister, den Fangstopp für den Dornhai und den Heringshai einzuführen. Anfang Januar sollen die Verhandlungen mit Norwegen wieder aufgenommen werden. Sobald es eine Einigung gibt, sollen die die endgültigen Quoten in der EU bis Frühjahr festgelegt werden.

(Quelle: LID / 16.12.2009)

Klimabilanz des Schweizer Zuckers ist nicht so schlecht

Schweizer Zucker sei zu teuer und ökologisch weniger verträglich als importierter Zucker aus Zuckerrohr, hiess es in der Fernsehsendung “Kassensturz” vom 8. Dezember 2009. Dabei wurde offenbar ein Teil der Resultate verschwiegen.

Die Stiftung MyClimate, die die entsprechende Studie im Auftrag von Migros verfasst hatte, kam zwar zum Schluss, dass importierter Bio-Max-Havelaar-Zucker eine bessere Klimabilanz aufweist als Schweizer Zucker. Allerdings macht dieser Zucker lediglich 7,5 Prozent des verkauften Zuckers und beim in die Schweiz importierten Zucker sogar nur 0,3 Prozent aus, wie der “Schweizer Bauer” berichtet.

Der grösste Teil des importierten Zuckers stamme aus konventioneller Produktion in Kolumbien. Dieser Zucker sei bezüglich der Gesamtumweltbelastung nicht besser als Schweizer Rübenzucker, wird MyClimate-Mitarbeiter Thomas Kägi zitiert. Der grösste Teil der Zuckerimporte in die Schweiz stammt aus Deutschland und Frankreich.


(Quelle: LID / 16.12.2009)

Weihnachtliche ‘Delikatessen’ – mit Tierleid teuer bezahlt

Die Schweizerische Gesellschaft für Tierschutz
(SGT/ProTier) appelliert an alle Restaurants, Konsumentinnen und
Konsumenten, zu Weihnachten und zum Jahreswechsel auf tierquälerische
Delikatessen zu verzichten. “Für Hummer, Kaviar, Gänse- und
Entenstopfleber mussten unzählige Tiere auf äusserst grausame Weise
leiden und sterben”, gibt Nathalie Dubois, Geschäftsführerin der
SGT/ProTier, zu bedenken.

Stopflebern, beschönigt umschrieben als Foie gras, sind ein
grausames Produkt menschlicher Genusssucht: Es sind krankhaft
vergrösserte Organe zwangsgestopfter Enten und Gänse. Die Vögel
vegetieren in winzigen Einzelkäfigen in denen sie sich kaum bewegen
können.

Während rund 3 Wochen führt man ihnen mehrmals täglich ein
ca. 50cm langes Metallrohr durch den Hals bis in den Magen ein und
presst mit einer Druckluftpumpe bis zu einem Kilo Mais und Fett
hinein – das entspricht bei einem Menschen etwa der Menge von 16
Kilogramm Spaghetti. Bei dieser Prozedur kommt es häufig zu schweren
Verletzungen der Speiseröhre und zum Platzen des Magens – mit nicht
selten tödlichen Folgen.

Die kranken Lebern wiegen mit über 1kg bis zu 10mal soviel wie
gesunde Organe. Auf einen Menschen umgerechnet, entspricht dies einem
Lebergewicht von 20kg. Viele der Vögel sterben bereits vor dem
Schlachttag qualvoll an Herz- oder Nierenversagen, an
Lebererkrankungen oder inneren Blutungen, verursacht durch die
erwähnten Verletzungen beim Stopfen.

Mehr als 20 Millionen Enten und 5 Millionen Gänse müssen jährlich für die Produktion von 20.000 Tonnen Stopfleber ihr Leben lassen. Zwar ist die Herstellung in der
Schweiz, Deutschland, England, Dänemark, Schweden oder Finnland
verboten, doch gehört die Schweiz zu den Hauptkonsumenten dieser
tierquälerischen “Delikatesse”. Importiert wird hauptsächlich aus
Ungarn und Frankreich.

Hummer, eine weitere “Delikatesse”, werden bis zu sechs Monate
dicht gedrängt mit zusammengebundenen Scheren in Kühlhäusern
gelagert, bevor sie nach Europa verschifft werden. Die hochsensiblen
Tiere erleiden dort, zur Zubereitung lebend ins kochende Wasser
geworfen, einen langsamen Tod. Das qualvolle Sterben kann bis zu 4
Minuten dauern.

“Es ist unmoralisch, ausgerechnet in der besinnlichen
Weihnachtszeit, Produkte zu verkaufen oder zu essen, die unter
unsagbaren Leiden und Qualen hergestellt wurden”, betont Nathalie
Dubois. Die SGT/ProTier empfiehlt deshalb allen Konsumentinnen und
Konsumenten durch bewusstes Einkaufen dazu beizutragen, Tieren
unnötiges Leid zu ersparen und für das Weihnachtsmenü auf derartigen
“Gourmet-Food” zu verzichten.


(Quelle: ots / 16.12.2009)

MARKTPLATZ

„Capricorn“-Brot findet grossen Anklang

In Zusammenarbeit mit Bäckern aus Graubünden und Gran Alpin entwickelte
alpinavera im Frühjahr 2008 das regionale Brot „Capricorn“ (romanisch: Steinbock). So
ist es neben der hundertprozentigen Regionalität der Zutaten auch die originelle
Form des Steinbockhorns, die das „Capricorn“-Brot so besonders machen. Das Brot
findet bei den Konsumenten grossen Anklang und so erstaunt es nicht, dass bereits
12 Bäcker das Brot backen und verkaufen.

Durch Anstoss des Bäckermeisterverbands hat alpinavera zusammen mit den Bäckern
Arthur Bühler und Christian Köfler sowie Gran Alpin, das regionale Brot „Capricorn“
entwickelt. Die Form des Steinbockhorns lehnt an den Steinbock, dem Wahrzeichen
Graubündens und der Schweizer Alpen an. Die landwirtschaftlichen Zutaten des
„Capricorn“-Brots stammen zu 100% aus Graubünden, wobei das Berggetreide von
Gran Alpin den weitaus grössten Anteil ausmacht.

Das „Capricorn“-Brot von alpinavera feierte an der Higa 09 Première und wurde kurz
darauf von drei Bäckern in ihr Sortiment aufgenommen. Die Nachfrage nach dem
originellen Brot aus Berggetreide ist sehr gross. Zuckerbäcker Arthur Bühler: „Das
„Capricorn“ ist ständig ausverkauft.

Knusprig, witzig und geschmacklich überzeugend bezeichnen es meine Kunden. Sympathisch finden sie auch, dass das Getreide ausschliesslich aus den Bündner Bergen stammt.“ So verkauft Arthur Bühler gut 40 grosse und 90 kleine „Capricorn“-Brote in der Woche.

Nach dem erfolgreichen Markttest konnte alpinavera im November neun weitere
Bäcker aus Graubünden gewinnen (siehe Box). Reto Schmid, Präsident Bündner Bäcker-
, Konditoren- und Confiseurmeister-Verband BBKCV: „Unser Verband ist begeistert
darüber, dass kantonal ein tolles, natürliches und kreatives Brot in Zusammenarbeit
mit den verschiedenen Partnern gelungen ist und nun in den Startlöchern zur
Lancierung steht.

Es zeigt, dass die Kooperation aller Partner, von der Bäckerschaft
über alpinavera bis hin zu Gran Alpin, trotz Konkurrenz ein sehr wichtiger Faktor ist.
Der BBKCV findet das Paun Capricorn mit seiner sehr kreativen Form und den
ausschliesslich besten Zutaten aus unserem Bergkanton eine hervorragende Idee, die
es zu unterstützen gilt.

Unseren Abschätzungen nach könnte dies auch touristisch
gesehen zu einem Mitbringsel-Schlager werden. Dies wird wohl eines der Gründe sein,
warum sich so zahlreiche Bäcker für die Aufnahme in das Spezialbrotsortiment
entschieden haben.“

Der Verein alpinavera ist eine überregionale Kommunikations- und
Vermarktungsplattform für alpine Produkte aus Graubünden, Glarus und Uri. Ziel von
alpinavera ist es, durch die regionale Verarbeitung und die Verwendung der Produkte
aus dem Alp- und Berggebiet die Wertschöpfung vor Ort zu steigern.

alpinavera bietet allen Verarbeitern und Direktvermarktern ein gemeinsames Marketing an.
Die alpinavera Geschäftsstelle in Chur ist Anlaufstelle für Partner, Kunden und
Konsumenten.

Weitere Informationen unter www.alpinavera.ch