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Kritik an der Kritik des Migros-Chefs

Die Kritik des Migros-Chefs Herbert Bolliger an den deutschen Discountern Aldi und Lidl sorgt weiterhin für Diskussionen.

von Alimenta Import






Der frühere Chef von Aldi-Nord, Dieter Brandes, bezeichnet Bolligers Aussagen in der «Sonntagszeitung» als billige Polemik. Der Migros-Chef hatte kritisiert, dass die Besitzer von Aldi und Lidl immer reicher würden und auf Kosten der Mitarbeiter und Produzenten die Preise drückten. Der volkswirtschaftliche Schaden daraus sei enorm und der Preiskampf vernichte ganze Unternehmen und Existenzen.

Brandes hält dem entgegen, die Discount-Besitzer würden immer reicher, weil sie erfolgreich seien, und weil die Kunden vom Ladenkonzept überzeugt seien. Die Discounter seien auch nicht wegen tiefer Löhne billiger, sondern dank eines kleineren Sortiments und tiefer Margen. Die Kritik des Vollsortiment-Anbieters Migros an den Discountern sei, wie wenn Jaguar sich über den tiefen Preis des VW Golf beschweren würde.

Auch Hansjörg Walter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes, sieht nicht die Discounter als Hauptproblem. Die Kritik von Bolliger sei widersprüchlich, sagt Walter in der „Sonntagszeitung“. „Die Einkaufsbedingungen bei den Schweizer Bauern sind für alle gleich“. Die Ladenpreise bei den Discountern seien wegen der tieferen Margen tiefer. Erst recht in Gang käme die Preisspirale aber mit dem Agrarfreihandel, den der Migro-Chef fordere. Das hätte negative Folgen nicht nur für die Bauern, sondern auch für die Detailhändler. lid